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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Wo das Mineralwasser aus der Dusche kommt …

Das schwedische Kurbad Loka Brunn

Im Herzen Bergslagens, Schwedens historischer Edelmetallschatzkammer, liegt das Kurbad Loka Brunn mit seinen liebevoll restaurierten Holzhäusern. Umgeben von waldbedeckten Bergrücken liegt es malerisch an den nördlichen und südlichen Lokaseen. Schweden zeigt sich hier einmal mehr von seinen schönsten Seiten.

Fast alles ist möglich

1759 von König Adolf Fredrik zum königlichen Heilbad ernannt, bietet Loka Brunn nicht nur eine berühmte Heilquelle, sondern auch eine der schönsten Hotelanlagen Schwedens mit einem reichhaltigen Programm an Wellness- und Sportangeboten sowie zahlreichen Freizeitaktivitäten. Wanderwege führen durch die Naturschön­heiten, es gibt Möglichkeiten zum Golfspielen und für Motorsportbegeisterte den Rundkurs im nahen Karlskoga. Ferner stehen ein großes, abwechslungsreiches Jagd- und Angelangebot, im Winter natürlich Fahrten mit Schlitten oder Schnee­scooter sowie weitere Wintersportangebote in den nahe gelegenen Skigebieten zur Verfügung.

Der Gast kann hier lange Spaziergänge in der untergehenden Sonne genießen und ganz nebenbei natürlich eine kulturell historische Umgebung, hervorragendes Essen und entspannende Kurbehandlungen.

In aller Munde

Es gibt wohl nur wenige, die nicht schon irgendwann Wasser aus einer der ältesten Quellen Schwedens getrunken haben. Aus der etwas außerhalb des Ortes gelegenen Zapfstelle werden täglich bis zu 170 000 Liter Quellwasser für die Flaschenabfüllanlagen gepumpt. Was weltweit auch in den Flugzeugen der SAS serviert wurde, kommt in Loka Brunn sogar aus Dusche und Wasserhahn.

Es ist das berühmte Loka-Heilwasser, auf das sich die Existenz des Ortes gründet. In allen Zeiten hat der Mensch verstanden, wie wichtig Wasser nicht nur fürs Überleben, sondern auch für Gesundheit und Wohlbefinden ist. Die Menschen genießen das Loka-Heilwasser seit dem 14. Jahrhundert.

Traditionen und Riten um Trink- und Heilwässer haben ihre lange Geschichte in der ganzen Welt. Für die Schweden war die Nacht des Sankt Johannes, die heutige Mittsommernacht, der wichtigste und wirksamste Zeitpunkt, um aus einer Quelle zu trinken. Danach sollte man 24 Stunden schweigen, um die Heilwirkung des Wassers zu erhöhen.

Die Konkurrenz im Blick

Im 17. Jahrhundert kamen bei der schwedischen Highsociety berühmte Heilbäder wie Karlsbad, Bad Pyrmont und Spa in Mode. Auch wenn es nur eine kleine Schicht gab, die sich die kostspieligen Reisen und Kuraufenthalte leisten konnte, so war es der schwedischen Obrigkeit dann doch zu viel Geld, das so der Wirtschaftskraft des Landes verloren ging. Das Interesse, die Heilkraft einheimischer Quellen zu nutzen und auch einer breiteren Bevölkerungsschicht zugänglich zu machen, wuchs daher stetig.

Das erste Heilbad in Schweden war Medevi Brunn, das im Jahre 1678 gegründet wurde. Weitere Bäder folgten schnell und es dauerte nicht lange, bis sich die schwedischen Kurorte mit ihrem medizinischen Wissen und daraus resultierenden Behandlungen einen guten Namen machten.

In Loka begann das Kurleben um die Quelle im späten 17. Jahrhundert. Dr. Eric Victorin erhielt die verbriefte Erlaubnis, die Quelle zu betreiben. Auflagen waren u. a. die Verpflichtung, das Land zu entwässern sowie Wege und Straßen anzulegen. Bald entstand ein ganzes Dorf um die Quelle herum. Einige dieser Gebäude existieren heute noch und dienen, liebevoll restauriert, als Hotelunterkünfte, medizinische Behandlungseinrichtungen und Konferenzräumlichkeiten.

Königlicher Besuch

1759 erhielt Loka verbrieftes königliches Privileg. Dieses stellte auch die Integration in die regionale Gerichtsbarkeit sicher. Wer die Kirchenstunden versäumte, nach 21 Uhr Karten spielte oder andere Gäste in den Bädern belästigte, musste Strafe zahlen. 1761 kam König Adolf Fredrik mit der gesamten königlichen Familie zu Besuch, um seine quälende Migräne zu kurieren. Eine Entourage von fast 300 Bediensteten begleitete die Familie mit Pferden, Kutschen und Gepäck. Um eine solche Menge Gäste versorgen zu können, wurde ein neues Küchengebäude errichtet, die Königsküche, wie sie heute noch heißt.

Der König machte Trinkkuren, nahm kalte Bäder und ließ seinen schmerzenden Kopf mit Moorpackungen behandeln. Erfolgreich. Weitere königliche Kuraufenthalte folgten. Auch König Gustav III. war gerne Gast in Loka Brunn und sorgte mit dafür, diesen heilsamen Ort bekannt zu machen.

Loka Brunn wuchs beständig und wurde um zahlreiche Gebäude erweitert. Auch einige begüterte Schweden ließen es sich nicht nehmen, in Loka Brunn ihre Sommersitze zu errichten und die Annehmlichkeiten des Heilbades zu genießen.

Die Kurgäste verstanden schnell, dass viel Bewegung Durst macht und sie so noch mehr von dem heilsamen Wasser trinken konnten. Das Gehen spielte also eine große Rolle bei der Trinkkur. Die Kirche zum Beispiel wurde so zu einer „Geh-Kirche“, man promenierte durch die Gänge und lauschte dabei der Predigt.

Eine Wohltat für Körper und Geist

Die schwedische Kurortsgeschichte ist ein Gemisch von Medizin- und Kulturgeschichte. Die ganzheitliche Betrachtung des Menschen spielt dabei eine zentrale Rolle. Etwas ganz Besonderes ist das berühmte Kurort-Museum in Loka, eins von nur dreien in ganz Europa: In den historischen, teilweise original erhaltenen, Einrichtungen kann man die medizinische und soziale Entwicklung Schwedens nachvollziehen, eine der Grundlagen für das spätere Erfolgsmodell des schwedischen Sozialstaats.

Das Hotel bietet in seinen verschiedenen Häusern eine Vielzahl von Unterbringungsmöglichkeiten sowie Konferenzräume für bis zu 220 Teilnehmern. Eine moderne Badeanlage mit großem Fitness- und Rehabilitationscenter bietet zahlreiche Möglichkeiten für Sport, Erholung und Entspannung. Neben der Schwimmhalle liegt auch ein beheiztes Freibad.

Es ist ein Erlebnis, durch Loka Brunn zu spazieren, die hübschen Häuser, die gepflegte Parkanlage oder den liebevoll gehegten Kräutergarten zu bewundern, der seit rund 200 Jahren Kräuter und Gewürze für die hervorragende Küche liefert. Wer nach einem langen, erlebnisreichen Tag eines der Menüs in einem der besten Restaurants Schwedens genießt und anschließend in der Clubhaus Lounge in einem Sessel aus Gustavianischer Zeit vor dem Kamin die Füße ausstreckt, fühlt sich wahrhaft königlich. cs

Fotos: Loka Brunn Hotel & Spa