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Samstag, 04. Februar 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Wellness & Gesundheit

Vitaminbombe in der Winterzeit.

Vielseitig, sehr schmackhaft und äußerst gesund: Kohl.

Kohl ist eines der ältesten vom Menschen genutzten Blattgemüse. Schon die antiken Griechen und Römer bauten vor 2.500 Jahren das gesunde und kalorienarme Gemüse an. Damals gab es bereits 14 verschiedene Kohlsorten. Sie stammen alle vom Wildkohl ab. In Deutschland findet man den »Urahnen« aller Kohlsorten nur noch an einer einzigen Stelle: Er wächst weit draußen vor der Küste auf den Felsen von Helgoland.

Heute ist die schleswig-holsteinische Region Dithmarschen das größte geschlossene Kohlanbaugebiet Europas und damit Deutschlands »Kohlkammer«. Die diesjährigen Dithmarscher Kohltage finden vom 21. bis 26. September statt und es besteht die Möglichkeit, in vielen Restaurants und Kochschulen die so genannten »3-Taler-Gerichte« zu probieren.

Gesunde Vielfalt.
Ob Rot-, Weiß-, Grün- oder Blumenkohl: Alle Kohlsorten sind gesund. Sie enthalten reichlich Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe, aber kaum Kalorien. Die Inhaltstoffe von Weiß- und Rotkohl sind nahezu identisch, bis auf die rot-lila Farbe. Sie entsteht durch den Pflanzenfarbstoff Anthocyan. Er fängt freie Radikale in den Zellen ab, kann so Krankheiten vorbeugen und hat eine hohe entzündungshemmende Wirkung. Deshalb ist Anthocyan in dieser Hinsicht sogar den Vitaminen C und E überlegen.

»Gott schuf den Winter – und den Grünkohl als Mittel dagegen!« Ein weiser Spruch, der sehr treffend die Rolle des Grünkohls als das Wintergemüse hervorhebt. Mit seinem hohen Vitamin-C-Gehalt rangiert der gekrauste Kohl gleich hinter Paprika. Damit enthält er doppelt so viel von dem wichtigen Immun-Vitamin wie der Weiß- und Rotkohl. Die übertrifft er auch, was seine Mineralstoffe angeht. Von allen Kohlarten hat er den höchsten Gehalt an wertvollem Eiweiß, und nach Möhren ist er der zweitstärkste Lieferant des Provitamins A.

Grünkohl kann mäßigen Frost gut ab. Durch Minus­temperaturen gewinnt er sogar an Feinheit, Geschmack und Bekömmlichkeit. Zu langes Kochen schadet seinen Inhaltsstoffen. Am besten nur kurz blanchieren, anschließend hacken und dünsten.
Auch der Rosenkohl wird durch Frosteinwirkung schmackhafter und leichter verdaulich. Er hat ebenfalls einen hohen Vitamin-C- und Mineralstoffgehalt.

Brokkoli schwächt Tumorwachstum.
Der beliebte Blumenkohl besticht durch seine gute Bekömmlichkeit. Deshalb eignet er sich gut als Kranken- und Schonkost. Die kleinen, zarten Blättchen, die zwischen den Röschen sitzen, sollten Sie unbedingt mitessen, auch sie sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Beim Brokkoli ist deren Gehalt sogar noch höher. Den Spargelkohl, wie er ursprünglich genannt wurde, vertragen auch magenempfindliche Menschen gut.

Laut einer aktuellen Studie enthält Brokkoli einen wirksamen Inhaltsstoff gegen Krebs: Sulforaphan schwächt widerstandsfähige Tumorzellen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs und macht sie verwundbar, berichten Forscher der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums. In Kombination mit Krebsmedikamenten verstärkt sich dieser Effekt noch.

Kohl hilft aber auch in rohem Zustand, als Kohlwickel. Dazu brauchen Sie nur ein großes Kohlblatt – am besten Weißkohl – mit einer Glasflasche so lange auszuwalzen, bis der Saft austritt und es dann rund eine Stunde lang auflegen. Das lindert Gelenkbeschwerden und Halsweh.

Die richtige Lagerung.
Mit jedem Lagertag verliert Kohl wichtige Vitamine. Eingefroren hingegen ist vor allem frostfester Winterkohl wie zum Beispiel Wirsing, Grünkohl oder Kohlrabi sehr gesund. Diese Kohlsorten bekommen gerade durch Minustemperaturen einen besonders guten Geschmack. Außerdem macht sie die Kälte auch leichter verdaulich. Je schneller das Gemüse nach der Ernte und dem Kochen eingefroren wird, desto mehr gesunde Vitamine bleiben erhalten. Vor dem Einfrieren sollte der Kohl geschnitten, kurz blanchiert und abgeschreckt werden. Nach dem Abkühlen am besten portionsweise einfrieren – so hält sich das Gemüse etwa acht bis zehn Monate.

Tipps für die Zubereitung.
Ein Nachteil von Kohl, egal, ob auf die traditionelle Art mit Schmalz oder leicht in Olivenöl angedünstet: Jeder Kohl riecht stark beim Kochen. Er enthält Schwefel, der sich beim Kochen bemerkbar macht. Doch es gibt einen einfachen Hausfrauentrick: Einen kleinen Schuss Essig ins Kochwasser geben und schon ist Schluss mit den Kohlschwaden, die durchs ganze Haus wabern.

Bei der Zubereitung von Kohl immer ein wenig Öl oder Butter verwenden, denn nur dann können die vielen gesunden Vitamine auch vom Körper aufgenommen werden.
Gegen die blähende Wirkung hilft die Zubereitung mit Gewürzen wie Anis, Fenchel oder Kümmel. Nach dem Kohlgenuss helfen Fenchel, Kümmel oder Kamille, etwa als Tee zubereitet.möl

Beim Weißkohl wachsen die Blätter nach und nach so dicht zusammen, dass sich ein fester Kopf bildet. Im Frühling keimt der Kohl mit klinen Blättern, die im Laufe der Monate immer größer werden. Im Laufe des Spätsommers und Herbstes bildet sich der Kopf, der über ein Kilo schwer werden kann.
Fotos: Shutterstock (4), Henrik Matzen (1)