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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Sind Sie winterreif?

Gesund durch Herbst und Winter

Herbst und Winter klopfen an die Tür. Speziell im Hinblick auf Ihre Abwehrkräfte sollten Sie gut gewappnet in die kalte Jahreszeit gehen. mein coop magazin sagt Ihnen, wie.

Wieder mal zieht eine Schlacht herauf. Eine, die sich Jahr für Jahr ereignet und die sich schon seit Ewigkeiten so abspielt. Auf der einen Seite werden ganze Phalanxen an warm haltenden Mützen, Schals und weiterer schützender Kleidung mobilisiert, während auf der anderen Seite die Natur mit den ersten Herbststürmen ihre Späher ins Land schickt.

Spätestens wenn der November sein graues Band flattern lässt, kriechen nasse, klamme Lüfte uns durch Mark und Bein. Wer an die Wetterfront geht, der sollte gut gerüstet sein. Und das nicht nur textil. Wie Sie Ihr Immunsystem stärken und im Kampf mit Grippen und Erkältungskrankheiten Oberwasser behalten, das verraten wir Ihnen in dieser Ausgabe.

Die Kommandozentrale im Körper
Das Wort „immunis“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet ursprünglich „steuerfrei“. Dieses Thema wird jedoch eher in Berlin behandelt und geht dort zumeist mit einer Schwächung besagten Systems einher. Da widmen wir uns doch lieber der körpereigenen Immunität und deren Stärkung. Doch was ist eigentlich das Immunsystem und wie funktioniert es?

Es setzt sich aus verschiedenen „Parteien“ zusammen. Immunzellen, Knochenmark, Lymphknoten, aber auch Milz und Thymus ergeben ein komplexes Zusammenspiel, das unerwünschte Bakterien und kranke Zellen erkennt und beseitigt. Den größten Teil der Abwehrarbeit aber verrichtet der Darm.

Zum einen ist da die Darmflora. Hier sind 400 bis 500 unterschiedliche, sehr nützliche Bakterienarten versammelt. Allerdings ist das Gleichgewicht dieser Flora bei derart vielen „Teilnehmern“ schnell mal gestört. Falsche Ernährung, wenig Bewegung und der Konsum von Nikotin und Alkohol können es ebenso aus dem Lot bringen wie ein Antibiotikum. Und dann ist die Darmflora nicht mehr in der Lage, die Vermehrung unerwünschter Keime einzudämmen.

Hat die Darmflora „versagt“, kommt die zweite Instanz zum Tragen: die Darmschleimhaut. Ihre Aufgabe ist es, Nährstoffe aufzunehmen und bis hierhin vorgestoßene Eindringlinge abzuwehren. Zum Dritten werden im Darm knapp 80 Prozent der körpereigenen Abwehrzellen gebildet, die dann entweder vor Ort zum Einsatz kommen oder in die Blutbahn gelangen, von wo sie den jeweiligen Brandherd ereichen.

Pro und Kontra der Probiotik
Der Lactobacillus casei DN-114 001 (auch bekannt als L. casei defensis) und weitere Milchsäurebakterien sind in aller Munde. Den probiotischen Joghurt-Drinks wird nachgesagt, den Dreier-Abwehrriegel im Darm positiv zu beeinflussen. Doch stimmt das auch? Oder handelt es sich nur um einen Plazebo-Effekt?

In einem Interview mit der Zeitschrift Ökotest bescheinigt Dr. Bernhard Watzl von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel diesen Produkten, dass sie einzelne Mechanismen der Abwehrkräfte unterstützen. So kommen die Milchsäurebakterien zum Beispiel bei Durchfallerkrankungen, Verstopfungen und Infekten von Hals, Nase und Ohren zum Einsatz. Inwieweit die Probiotika das Immunsystem allerdings vorbeugend stärken (gegen Allergien und Neurodermitis beispielsweise), muss erst noch durch wissenschaftliche Studien belegt werden.

Das System hochfahren
Der eigentliche Schlüssel zur sicheren Abwehr von Viren und Bakterien liegt aber nicht im Einkaufswagen – er liegt in unserer eigenen Hand. Und da zeigt sich, dass wir unserer Gesundheit oft selbst im Weg stehen. Schlafmangel, unausgewogene Ernährung, Stress und der Konsum von Nikotin und Alkohol gehen nicht spurlos an uns vorüber. Auch wenn nicht alle diese Negativfaktoren in unserer Hand liegen, so können wir ihnen zumindest gezielt entgegenwirken.

Eine Empfehlung für die Nachtruhe auszusprechen ist hinsichtlich des unterschiedlichen Schlafbedarfs schwierig. Dennoch gilt: Jede zusätzliche halbe Stunde vor Mitternacht zahlt sich – und ruht Sie – aus. Ebenfalls wichtig: Passen Sie Ihre Ernährung an! In der kalten Jahreszeit benötigt Ihr Körper besonders viele Vitamine und Zink. Sanddorn, rote Paprika, Zitrusfrüchte, Vollkorngetreide und Milchprodukte sind die idealen Lieferanten.

Merken Sie, dass der Stress überhand nimmt, so können Sie mit autogenem Training, progressiver Muskelentspannung oder Yoga zur Ruhe kommen. Auch Sport in Maßen ist eine feine Sache. Übertriebener Ehrgeiz hingegen ist eher kontraproduktiv. Perfekt abrunden lässt sich die körperliche Aktivität mit einer Wasseranwendung. Heiß und kalt duschen oder das Saunen – in beiden Fällen garantiert insbesondere der Kältereiz eine Stimulation des Abwehrverhaltens.

Berücksichtigen Sie all das, dann werden Herbst und Winter es schwer haben, Sie kalt zu erwischen.

ath

Fotos: Shutterstock (3)