Artikel dieser Ausgabe aus Wellness & Gesundheit
Meine Gesundheitsapotheke
Schach der Erkältung
So beugen Sie vor
Die letzten wärmenden Sonnenstrahlen weichen einem nasskalten Herbstwetter, und damit wird einer Erkältung Tür und Tor geöffnet. Denkt man. Aber ist das so?
Ja und nein. Eine Erkältung ist in erster Linie eine Virusinfektion. Ohne Virus gibts auch keine Erkältung. Aber wetterunabhängig ist das nicht. Die kalte Luft, die wir einatmen, lässt die Schleimhäute der Atemwege abkühlen und bietet damit günstige Bedingungen für Erkältungsviren.
Ring frei für die Viren
Diese nämlich können sich gerade bei niedrigeren Temperaturen hervorragend vermehren. Darüber hinaus ist das menschliche Immunsystem bei niedrigeren Temperaturen nicht ganz so aktiv. Und somit haben es Erkältungsviren bei kühlerem Wetter leichter.
Begünstigt wird die Erkältung auch dadurch, dass viele Menschen auf relativ engem Raum, beispielsweise im Bus oder in der U-Bahn, zusammen sind. Durch Husten oder Niesen werden die Viren durch die Luft geschleudert und finden durch das Einatmen schnell ein neues Opfer. Auch Türklinken, Gläser oder Handtücher sind ein beliebter Aufenthaltsort von Erkältungsviren. Fast drei Stunden lang können sie auf einem solchen Gegenstand überleben und so in Mund, Nase oder Augen gelangen. Gleiches gilt für Hände – auch wenn man beim Händeschütteln nicht immer daran denkt.
Fieber – fast immer ein gutes Zeichen
Ein bis drei Tage liegen zwischen dem ersten Kontakt mit dem Virus und dem ersten Jucken in der Nase. Die Blutgefäße in dem entzündeten Gebiet weiten sich, dadurch schwellen die Schleimhäute an und die Nase verstopft. Oder sie läuft. Der Hals beginnt weh zu tun, man beginnt zu husten und wird heiser. Fieber gehört in der Regel nicht dazu, eher erhöhte Temperatur. Die aber ist ein ganz wichtiges Antivirus-Mittel. Der Körper versucht sich durch eine Temperaturerhöhung selbst zu heilen, da die meisten Krankheitserreger bei 38,5 Grad abgetötet werden.
Durch die erhöhte Temperatur werden die Ausscheidungsorgane aktiv, da sich der Körper entgiften will. Schwitzen ist dabei ein gutes Zeichen, denn damit signalisiert der Körper, dass er sich gegen die „Eindringlinge“ wehrt. Auch die vermehrte Schleimproduktion in der Nase (Schnupfen) oder den Bronchien (Husten) sorgt für den Abtransport der Viren. Der Körper braucht jetzt seine gesamte Energie, um Abwehrkräfte zu sammeln und drosselt deshalb auch den Appetit. Er braucht Ruhe, ist müde und abgeschlagen.
Bei hohem, lang anhaltendem Fieber, das quasi ohne große Vorankündigung kommt – und sonst gleichen Symptomen –, ist allerdings Vorsicht geboten. Hierbei könnte es sich um die echte Grippe, die „Influenza“, handeln. Die Grippe ist ebenfalls eine Virusinfektion, nur dauert sie länger und ist eine ernsthafte Erkrankung. Ein solcher Fall sollte unbedingt von einem Arzt behandelt werden!
Zusätzliche Hilfe
Was aber tun, um sich – gerade in dieser Jahreszeit – vor einer Erkältung zu schützen oder sie einigermaßen in Schach zu halten? Alte Hausmittel sind meist genauso wirksam wie Medikamente aus der Apotheke, daneben sind sie in der Regel auch noch günstiger und haben keine Nebenwirkungen.
- Viel Flüssigkeit trinken ist wichtig, denn dadurch werden die Schleimhäute feucht gehalten und können nicht austrocknen.
- Warme Getränke erhöhen die Temperatur in den oberen Atemwegen, was einerseits die Immunabwehr in dieser Region stärkt und andererseits das Wachstum der Viren behindert.
- Kräutertees, vor allem Lindenblütentee mit Fenchelhonig und Melissengeist gemischt (einen halber Liter Tee mit jeweils zwei Löffeln Fenchelhonig und Melissengeist mischen) sind sehr „schwitzfreundlich“. Sobald man anfängt, richtig zu schwitzen, ins Bett gehen und viel schlafen – am besten im gut gelüfteten Zimmer.
- Nicht übermäßig viel essen, wenn, dann am besten Obst und Gemüse.
- Heiße Fußbäder, eine heiße Wärmflasche in den Rücken legen und warm anziehen.
- Heiße Erkältungsbäder fördern das Schwitzen, sollten aber nicht bei Fieber angewendet werden.
- Bei entzündeten Atemwegen und Husten helfen Kräuter wie Island Moos, Thymian oder Spitzwegerich in Form von Pastillen, Tee oder Hustensaft.
- Lutschbonbons halten die Atemwege feucht, angereichert mit Vitamin C liefern sie gleich die Vitamine mit, die das Immunsystem stärken.
- Bei Schnupfen helfen Spülungen mit Salzwasser oder Nasensprays, die mit Meerwasser angereichert sind – sie lassen die Schleimhäute abschwellen und sorgen so für eine bessere Luftzufuhr.
- Dampfbäder mit ätherischen Ölen auf Basis von Lavendel oder Eukalyptus (Japanisches Heilpflanzenöl beispielsweise) wirken bei Atemwegsbeschwerden.
- Auch wenn es unhöflich wirkt: Verzichten Sie in der klassischen Erkältungszeit auf das Händeschütteln. Nicht den Helden spielen! Zu Hause bleiben, sonst besteht die Gefahr, dass sich die Erkältung noch verschlimmert.
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