Artikel dieser Ausgabe aus Wellness & Gesundheit
Meine Gesundheitsapotheke
Natürlich mag ich mich!
Länger jung bleiben
Schön für alle, die von sich sagen können: Ich mag mich – unabhängig vom Alter! Denn eine bloße Zahl bedeutet in vielen Fällen zunächst mal wenig. Was beinhaltet denn eine 40 genau? Oder eine 55? Im Grunde genommen nicht viel.
Wer glücklich und zufrieden mit sich ist, auf sein Wohlbefinden achtet und aktiv am Leben teilnimmt, bleibt schließlich nicht nur im Herzen jung. Nein, er strahlt von innen heraus – und bietet damit dem unvermeidlichen Prozess des Älterwerdens die Stirn.
Eine Fallstudie
Jeder jenseits der 30 kennt es wohl, das Klassentreffen viele Jahre später. Und je mehr Zeit seit dem Abschluss vergangen ist, umso gespannter sind natürlich auch die Erwartungen. Was ist aus ihnen geworden, den Peters, Brigittes, Roberts und Angelikas von einst – und vor allem: Wie haben sie sich wohl gehalten? Immerhin sind, sagen wir mal, 25 Jahre ins Land gegangen.
Peter zum Beispiel war schon zur Schulzeit nicht der Flotteste, trug eher triste, unauffällige Kleidung. Auch von seiner Art her war er eher „nichtssagend“. Seit dem Abi geht er einer geregelten Tätigkeit nach, verreist selten, lebt in einer „gut funktionierenden“ Partnerschaft und macht sich weder viel aus Sport noch aus lustigen Männerabenden. Kurzum: Peter ist 44, wirkt aber wie ein müder, geradezu alter Mensch, der keinen wirklichen Spaß am Leben hat.
Ganz anders dagegen Brigitte: Sie war damals der absolute Wirbelwind – und ist es noch heute! Sie ist toll gestylt, trägt jugendliche Kleidung, sieht sehr sportlich aus und strahlt vor Glück – obwohl auch sie so manchen Stein in den Weg gelegt bekommen hatte. „Ich bin eben optimistisch“, erklärt sie. „Daher weiß ich, dass nach schlechten Phasen immer wieder auch etwas Schönes kommt.“
Mit anderen Worten: Brigitte ist ebenfalls Mitte 40, aber sie hat eine rundum positive Ausstrahlung. Wie ein junger Mensch, der noch Bäume ausreißen könnte!
Innere Schönheit kennt kein Alter
Jemandem nach seinem Aussehen und Auftreten zu beurteilen, ist absolut normal. Und instinktiv schätzen wir auch das Alter unseres Gegenübers – warum auch immer. Hier aber liegen wir oft richtig schief. Schließlich spiegelt der eigentliche Alterungsprozess nicht allein eine Summe von Jahren, sondern – zuweilen in fast größerem Maße – auch etwas, das sich nicht beziffern lässt: unsere Lebenseinstellung. Vereinfacht gesagt sehen wir nämlich so jung (oder alt) aus, wie wir uns fühlen. (Natürlich kann man einer 40-Jährigen ansehen, dass sie nicht mehr 20 ist. Aber wir wollen hier mal nicht pedantisch werden.)
Gemeint ist: Wahre Schönheit kennt kein Alter, denn Schönheit kann sich auch in Energie, Freude, Hingabe und Gelassenheit ausdrücken. Oder anders formuliert: Eine glückliche 40-Jährige kann jugendlicher und frischer wirken als eine unglückliche 20-Jährige.
Man kann was tun
Natürlich passierts in den seltensten Fällen, dass ein exzessiver Lebensstil und purer Stress einen „jugendlichen“ Gesichtsausdruck hinterlassen. Selbstverständlich tragen eine ausgewogene und vielseitige Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, die Fähigkeit, sich zu entspannen, und ein gesundes Maß an Gelassenheit im Umgang mit Stress viel zum Aussehen und zur Selbstzufriedenheit bei. Auch ein intaktes soziales Umfeld, Anerkennung im Beruf und eine erfüllende Partnerschaft helfen, sich lange jung, gesund und fit zu fühlen.
Jedes Kind braucht einen Namen
Gehen wir einmal davon aus, dass es ein faktisches Alter gibt, ein biologisches und ein „gefühltes“. Welches davon mag die Werbebranche wohl meinen, wenn sie von „Best Ager“, „Silver Ager“ oder der „Generation 50+“ spricht? Einigen wir uns bitte darauf, im Folgenden von „Best Ager“ zu sprechen, ein Begriff, der uns zurzeit alle naslang um die Ohren fliegt.
Unter „Best Ager“ versteht man – vor allem im Bereich Marketing – alle Personen, die über 50 Jahre alt, aber noch keine Rentner sind. Sie zählen dazu? Na, dann befinden Sie sich in guter und vor allem in großer Gesellschaft, denn rein rechnerisch sind heute etwa 40 Prozent aller Deutschen „Best Ager“. Und die „Baby Boomer“-Jahrgänge rücken auf: In zehn Jahren erhöht sich der Anteil der „Best Ager“ sogar noch!
Aufgrund dieser demografischen Entwicklung ist völlig klar, warum „Best Ager“ für Werbetreibende und Unternehmen als Zielgruppe immer interessanter werden. Schließlich gelten sie als kaufkräftig, konsumfreudig und qualitätsbewusst. Das klingt doch schon mal nett. Und es kommt noch besser: „Best Ager“ sind aktiv, sportlich, flexibel, experimentierfreudig und innovationsbereit, heißt es. Ehrlich: Wer möchte da nicht auch ein „Best Ager“ sein?
Der Gesundheit Beine machen
Wie schon gesagt: Es gehört ein bisschen Eigeninitiative dazu, um seinem faktischen Alter ein Schnippchen zu schlagen. Und was hält besser jung als sportliche Betätigung? Denn je weniger der Körper gefordert wird, umso schneller baut er ab. Regelmäßige Bewegung beugt zudem nicht nur zahlreichen Krankheiten vor, sondern kann auch die Auswirkungen bestehender Leiden deutlich lindern.
Wer nach Jahren wieder den Einstieg in den Sport schaffen möchte, sollte folgende Hinweise beachten: Überlegen Sie zunächst genau, was Sie erreichen möchten, was Ihnen Spaß macht und welche Sportart dazu passt.
Wenn Sie unsicher sind, besprechen Sie dieses Thema auch mit Ihrem Arzt. Danach gilt: Setzen Sie sich realistische Ziele und fangen Sie klein an. Zweimal in der Woche eine halbe Stunde zu joggen oder eine Station früher aus dem Bus zu steigen und den Rest zu Fuß zu gehen, ist ein guter Anfang.
Futter für die grauen Zellen
Generell gilt: Eine bewusste Lebensführung hält geistig und körperlich fit. Eine ausgewogene Ernährung kann zum Beispiel dazu beitragen, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu stärken und bis ins hohe Alter zu erhalten.
Zu den wichtigsten Nahrungsmitteln für das Gehirn gehört Glukose, also Traubenzucker. Glukose ist der Energielieferant Nummer eins für das Gehirn. Obwohl es nur einen Anteil von rund zwei Prozent am Gesamtkörpergewicht hat, geht die Hälfte des gesamten Glukoseverbrauchs im Körper auf das Konto des Gehirns.
Für die Verständigung der Nervenzellen untereinander werden Botenstoffe benötigt, sogenannte Neurotransmitter, die der Körper aus Eiweiß herstellt. Eiweiß ist daher ein weiterer wichtiger Energielieferant. Besonders wertvoll ist pflanzliches Eiweiß, aber auch mageres Fleisch, Fisch, fettarme Milchprodukte, Eier und Tofu sind gute Eiweißquellen. Kohlenhydrate sind in allen pflanzlichen Lebensmitteln vorhanden, also in Getreideprodukten, Kartoffeln, Gemüse und Obst. Vollkornprodukte sind reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Ihre tägliche Aufnahme senkt die Infektionsanfälligkeit, schützt vor Müdigkeit, Antriebsschwäche und fördert die Verdauung.
Wichtig sind außerdem bestimmte Fettsäuren – vor allem Omega-3-Fettsäuren, die vielfältige Funktionen im Gehirnstoffwechsel übernehmen. Auch B- und E-Vitamine sowie Mineralstoffe und Spurenelemente, besonders Zink, Selen und Kalium, sind bedeutende Bestandteile der „Gehirn-Grundnahrung“.
Wer bezahlt mir meine freie Zeit?
Niemand! Denn Freizeit (und damit ist wirklich freie Zeit und kein Freizeitstress gemeint) ist unbezahlbar! Sicher, wer berufstätig ist, weiß, dass man heutzutage unter einem großen Druck steht und immens viel leisten muss. Hinzu kommen oft noch Überstunden. Aber nicht nur im Berufsleben, sondern auch als Hausfrau und Mutter hat man viel zu oft viel zu wenig Zeit – und wer ewig Angst hat, seine Aufgaben nicht zu bewältigen, gerät kräftig unter Druck – und der kann krank machen.
Es ist also nicht zu unterschätzen, wie wichtig es ist, Arbeit und Freizeit in einer gesunden Balance zu halten! Nur wer hier ein gesundes Verhältnis findet, wird sich auch seine Jugendlichkeit und Frische länger erhalten. (Liebe Workaholics, Sie sind natürlich die Ausnahme von der Regel!)
Es kann manches Mal ja schon genügen, einen Spaziergang in der Natur zu machen, im Garten zu arbeiten oder hin und wieder ins Kino oder Theater zu gehen. Fragen Sie ruhig diejenigen, die glücklich, zufrieden und ausgeruht aussehen, danach, wie sie es handhaben. Wir sind sicher, dass jeder von ihnen sein Patentrezept hat und auf seine individuelle „Auszeit“ besteht.
Echte Wellness: Die Kunst des Knetens
Schon Hippokrates erklärte im 6. Jahrhundert v. Chr., dass alle Ärzte die Kunst des „Knetens“ beherrschen sollten und dass dazu ein wohlriechendes Bad und eine Ölmassage der Schlüssel zur Gesundheit seien. In der Tat hat Körperkontakt eine große Bedeutung für unser psychisches und physisches Wohlbefinden, vor allem können Massagen Stress – die Zivilisationskrankheit Nummer eins – in großem Maße abbauen.
Eine regelmäßig angewandte Massage fördert unser Körperbewusstsein und beugt vielen Beschwerden vor. Sie kommt dem Blutkreislauf zugute, regt das Lymphsystem an, macht Muskeln und Sehnen geschmeidiger, löst Verspannungen – körperliche wie auch seelische – und fördert einen erholsamen Schlaf. Gleichzeitig kann Massage unsere Gefühle harmonisieren und den Geist freier machen. Sie dient hier als ein natürliches antidepressives Mittel. Wer ihre Wirkung noch verstärken möchte, kann bestimmte Öle hinzuziehen, die durch ihren Geruch unsere Sinne „positiv benebeln“.
Es lebe die Liebe!
Sie ist der absolute Garant für ein jugendliches Aussehen, für Glück, Stärke und Energie: die Liebe. Wer in einer erfüllten Partnerschaft lebt, dem schneien eigentlich permanent Endorphine ins Haus. Was braucht man mehr?
Es ist doch schön, dass im Laufe des Älterwerdens der Wunsch nach körperlicher Liebe und Erotik nicht wirklich verloren geht, oder?
Und selbst wenn Sie keinen festen Lebenspartner (mehr) haben, so achten Sie auf einen aktiven Lebensstil und soziale Kontakte. Denn sie bremsen den geistigen Abbau – vor allem im Alter! Die schützende Funktion eines „neugierigen Lebensstils“ mit vielen menschlichen Kontakten besteht vermutlich in ihrer stimulierenden Wirkung auf das Gehirn und unser Verhalten. Sehr niedrige soziale Teilhabe könnte hingegen mit Stress und Depressivität verbunden sein. Erinnern Sie sich an Peter und Brigitte.
chris











