Artikel dieser Ausgabe aus Wellness & Gesundheit
Meine Gesundheitsapotheke
Lassen Sie ihr keinen Stich!
Schutz vor Zecken
Richtig gelesen, die Zecke beißt nicht – sie sticht! Das macht die Angelegenheit allerdings keinen Deut angenehmer. Darum ist in der Nähe von hohen Gräsern, Büschen und Sträuchern sowie in Wäldern Vorsicht geboten.
Die Zecke verhält sich eigentlich weniger „link“ als vielmehr lediglich so, wie es nun mal in ihrer Natur liegt. Etwas irreführend ist dagegen die Bezeichnung einer der von ihr übertragenen Krankheiten: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), im Volksmund auch Zeckenhirnhautentzündung genannt.
Denn anders als dieser Name vermuten lässt, kann man sich sehr wohl auch zuvor schon mit dem Virus infizieren.
Je nach Witterungsverhältnissen werden die kleinen Blutsauger bereits ab Temperaturen von 10 Grad Celsius aktiv. Was Sie beachten sollten und wie Sie sich möglichst effektiv gegen die Gliederfüßer schützen, verrät Ihnen mein coop magazin.
Das „Gemein-Wesen“
Im Gegensatz zu der zweiten von ihr übertragenen Krankheit, der Lyme-Borreliose, lassen sich für FSME flächenhafte Endemiegebiete abgrenzen. In einer Mitteilung vom 13. April 2007 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut insgesamt 129 FSME-Risikogebiete in Deutschland ausgemacht. Darunter fallen 74 Kreise in Bayern, 39 in Baden-Württemberg, 8 in Hessen, 7 in Thüringen und 1 in Nordrhein-Westfalen.
Leider birgt aber auch die Unterteilung in solche Risiko- und Nichtrisikogebiete keine hundertprozentige Sicherheit, denn Verschleppung (zum Beispiel durch Vögel) ermöglicht es dem Virus, auch in vormals risikofreie Gebiete vorzudringen. Da ist es doch beruhigend zu wissen, dass es zumindest gegen die Hirnhautentzündung eine wirksame Schutzimpfung gibt. Eine Empfehlung für den Einzelfall kann Ihnen das örtliche Gesundheitsamt geben.
Anders hingegen sieht es bei den Borrelien aus. Ein Impfstoff ist bisher nur auf dem US-amerikanischen Markt verfügbar. Zwar arbeitet man auch hierzulande fieberhaft an seiner Entwicklung, doch sind die Rahmenbedingungen andere. Den Forschern machen die Unterschiedlichkeiten der einzelnen Borrelienstämme schwer zu schaffen.
Ein abweisendes Verhalten
Zu Ihrem eigenen Schutz sollten Sie sich besser „warm anziehen“, wenn absehbar ist, dass der Weg durch potenzielles Mini-Dracula-Terrain führt. Lange Hosen, langärmelige Hemden und festes Schuhwerk machen es den Blutsaugern bedeutsam schwerer. Das Tragen einer Mütze liegt zwar ganz im Ermessen des modischen Bewusstseins, verspricht aber nicht unbedingt mehr Schutz. Die weit verbreitete Annahme, Zecken ließen sich von Bäumen auf ihre Opfer herabfallen, erweist sich in der Praxis als falsch.
Weiterhin können Repellents helfen (abwehrende Mittel zum Auftragen), deren Wirkung aber nur knapp zwei Stunden vorhält. Nach einem Spaziergang durch „Gefahrengebiete“ sollten Sie den Körper gründlich nach Zecken absuchen. Besonders bei Kindern sitzen sie oft am Haaransatz.
Keine Angst, die beißt nicht
Eigentlich beißen Zecken nicht. Vielmehr ritzen sie mit ihren Kieferklauen die Oberfläche der Haut an und stechen dann mit ihrem Saugrüssel zu. Das dürfte aber im Falle des Befalls freilich kein Trost sein. Was also tun, wenn alle Vorsichtsmaßnahmen nicht gegriffen haben?
Sofern noch am Körper, muss man die Zecke zunächst entfernen. Weit vorne anpacken und senkrecht nach oben herausziehen – das geht am besten mit einer speziellen Zeckenpinzette! Unter allen Umständen ist zu vermeiden, dass man die ungebetenen Gäste quetscht oder ihnen mit Öl oder Alkohol zu Leibe rückt. Beides macht ihr zwar höchstwahrscheinlich den Garaus, allerdings übergibt sie sich beim Ableben und stößt ein möglicherweise borrelienhaltiges Sekret durch den Rüssel zurück in die Wunde.
Treten in der Folgezeit Symptome auf, die denen einer Sommergrippe ähneln, suchen Sie den Arzt Ihres Vertrauens auf. Und nur keine Panik! Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion ist äußerst gering. Nur in drei bis sechs Prozent der Fälle kommt es zu einer Infektion mit Borreliose, und der ist – frühzeitig erkannt – mit Antibiotika bestens beizukommen. Noch seltener tritt FSME auf.
Eindeutiges Indiz für eine Infektion mit Borrelien ist übrigens die typische Rötung der Haut um die Einstichstelle herum, die sich ringförmig ausdehnt und dabei im Zentrum verblasst.
Besonders hinterhältig: Auch Jahrzehnte(!) nach dem Stich kann Borreliose auftreten. Die Ursache dafür ist noch nicht geklärt, aber offensichtlich gelingt es dem Immunsystem manchmal nicht, den Erreger abzutöten. ath





