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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Hauptsache entspannt!

Massagen

Der Sommer neigt sich dem Ende und die Erinnerung an die Ferien verblasst im Alltag schnell. Sehnen Sie sich mal wieder nach ein bisschen Entspannung? Versuchen Sie es mit einer Massage. Wir stellen Ihnen vier erfolgreiche Techniken vor, mit denen Sie zu neuer Kraft finden.

Leise Soul-Rhythmen liegen in der Luft. Eine sanfte Brise findet ihren Weg durch das leicht geöffnete Fenster des in Rottönen eingerichteten Massageraumes. Duftlampen erfüllen die warme Luft mit Orangen- und Zitrusaromen. Sie liegen auf dem Bauch, die Augen geschlossen, und haben vollkommen vergessen, wo Sie sind. Nordseeinsel Föhr? Auf den Malediven? Oder nur in der nächsten Wellness-Oase? Doch bei dem Druck sanfter Hände auf Ihren Schultern spielt das eigentlich gar keine Rolle mehr …

Die Heilkraft von Massagen ist medizinisch belegt. Ärzte sprechen von einer mechanischen Reizung der Haut und darunterliegender Schichten zu Heilzwecken. Angeboten werden auch eine ganze Reihe von unkonventionellen Techniken, teilweise basierend auf fernöstlichen Lehren. Ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich noch nicht erwiesen – die Förderung des Wohlbefindens wird jedoch in der Praxis von Tausenden Menschen bestätigt. Die Frage ist bloß: Welche Massage ist die richtige?

Ganz klassisch
Die Freundin rät zur klassischen Anwendung. Der Chef schwört auf seine Fußreflexzonen. Der Gemüsehändler schwärmt von seinem letzten Hamam-Besuch. Trotz unterschiedlicher Herangehensweise steckt hinter allen Techniken dasselbe Ergebnis: Verspannte Muskeln lockern sich, Millionen Nervenzellen der Haut werden stimuliert, und es werden Hormone ausgeschüttet, die positiv auf unsere Psyche wirken.

Der Knoten in den Schultern will sich einfach nicht lösen? Und ein leichtes Stechen im Kreuz spüren Sie auch? Verspannungen sind längst zur Volkskrankheit geworden. Eine dafür medizinisch notwendige – klassische – Massage wird vom Arzt verordnet. Sie kann gegen Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Migräne und Kopfschmerzen helfen.
Die Behandlung kann im Sitzen oder im Liegen erfolgen. Die Therapeuten gehen je nach Beschwerde ganz unterschiedlich vor. Sie streichen, kneten, reiben und klopfen oder hacken auch schon mal sanft die betroffenen Körperstellen. Es gibt Teilmassagen (z. B. Hand, Arm oder Knie) oder eine Großmassage (z. B. beide Beine oder Arme, Rücken). Ganzkörpermassagen werden von Ärzten in der Regel nicht verschrieben, sie dienen der allgemeinen Entspannung. Ergänzend dazu sind Wärmebehandlungen wie Rotlicht-Bestrahlungen, Heißluft oder Fango-Packungen sinnvoll.

Druck für die Füße
Sie sind so erschöpft, dass Sie sich kaum auf den Beinen halten können? Versuchen Sie es mit einer Fußreflexzonenmassage. Fans dieser Entspannungstechnik gehen davon aus, dass von den Fußsohlen „Reflexwege“ zu anderen Körperzonen und Organen führen. Wissenschaftlich erwiesen ist die Methode nicht – ihre Wohltat aber unumstritten. Bei der Behandlung liegt der Patient meistens auf dem Rücken, während der Therapeut die Füße abtastet und massiert.
Nach Angaben von Experten dauert die erste Sitzung bis zu einer Stunde, die Folgetermine sind dann kürzer. Zu den neuen Trends gehören auch die sogenannten Barfußpfade. Nach einem Marsch über so einen Erlebnisweg haben die Fußsohlen einiges erlebt: Kieselsteine und Matsch, kratzige Rinde und Zapfen, Moos und eisiges Wasser. So viel Massage sind die wenigsten Füße gewohnt. Inzwischen gibt es bundesweit über 30 solcher Fußwege.
Weitere Infos unter www.barfusspark.info

Orientalisches Flair
Das Wochenende steht vor der Tür und draußen regnet es … Die ideale Gelegenheit, für einen Besuch im „Hamam“, einem türkischen Dampfbad. Hier spült Ihnen der Masseur erst einmal mit einem warmen Wasserguss den Alltag weg, bei einem anregenden Peeling können Sie Ihre Seele baumeln lassen. Nach einem zweiten Guss werden Sie in weichen, duftenden Schaum eingehüllt und am ganzen Körper massiert. In vielen Hamams bekommen Sie danach stilecht noch einen türkischen Tee – wie bei 1001 Nacht.

Mit dem Körper im Gleichgewicht
Sie wollen mal etwas Neues, ein bisschen Exotischeres ausprobieren? Dann gönnen Sie sich eine Thai-Masssage. Diese traditionelle asiatische Methode unterscheidet sich deutlich von den westlichen Praktiken. Im Vordergrund steht weniger die Entspannung der Muskeln als das Gleichgewicht der Körperenergien. Der Masseur arbeitet dabei mit dem Druck von Daumen- und Handballen, mit Ellenbogen, Knien und Füßen. Massiert wird grundsätzlich am Boden, der Kunde ist immer bekleidet. Eine Sitzung dauert eine bis zweieinhalb Stunden. Sie bezieht Dehn-, Strecktechniken und auch Yoga-Elemente mit ein. Die traditionelle Thai-Massage hat ihren Ursprung in der indischen Ayurveda- und Yoga-Lehre.

Verwöhnen lassen können Sie sich bei Physiotherapeuten und gelernten Masseuren, in Hotels und Wellness-Centern. Doch auch Laien – Partner, Verwandte oder gute Freunde – können sich gegenseitig so eine Wohltat verschaffen. Viele Volkshochschulen bieten zudem Einsteigerkurse an. Erlaubt ist, was gefällt. Der eine mag es sanfter, der andere etwas kräftiger. Hauptsache, Sie entspannen! tn

Fotos: pixelio.de, Shutterstock