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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Fasten nährt die Seele

Vom Osterfasten bis zum Heilfasten als Therapie gibt es viele gute Gründe,

zum „Abstinenzler auf Zeit“ zu werden.

Fasten – was ist das eigentlich? Eine strenge religiöse Enthaltsamkeits­übung? Eine Schnelldiät gegen Winterspeck? Ein Frühjahrsputz nach innen, der Körper, Geist und Seele gleichermaßen entlastet?

Innere Einkehr, Besinnung auf das Wesentliche, Reinigung der Seele, Buße, Umkehr, Erleuchtung oder Erlösung, Trauerarbeit in Erinnerung an die Passion Christi, Opfer zur Versöhnung mit Gott und Ausdruck der Solidarität mit hungernden Menschen … all das ist Sinn und Zweck der Fastenzeit, zu der katholische Christen alljährlich von Aschermittwoch bis Ostersonntag aufgefordert sind. Auch andere Religionen kennen regelmäßige Fastenzeiten, so zum Beispiel der Islam den Ramadan.

Nichts essen? Mehr oder weniger …

Das traditionelle christliche Fastengebot beinhaltet den Verzicht auf Fleisch, Milchprodukte, Wein und Eier über einen Zeitraum von 40 Tagen. Radikaler geht es beim eher gesundheitlich als religiös motivierten Heilfasten zu, denn hier wird über einen Zeitraum von einer bis maximal sechs Wochen vollkommen auf feste Nahrung verzichtet.

Im Extremfall lebt man dann nur von Wasser und Tee, andere Fastenmethoden lassen auch Obst- und Gemüsesäfte, eiweißhaltige Getränke, eine spezielle Suppe (Otto-Buchinger-Kur) oder trockene Brötchen (Franz-Xaver-Mayr-Kur) zu, um Nährstoffverluste auszugleichen.
Heilfasten ist eine Therapie, die unter ärztlicher Betreuung durchgeführt werden sollte und einen ganz bestimmten Ablauf hat: Auf einige Vorbereitungstage mit leichter Kost folgt zunächst eine gezielte Darmentleerung. Nach einer Umstellungsphase von einigen Tagen beginnt der Körper dann, seine inneren Reserven zu verbrauchen. Dabei sollen nicht nur Fettpolster (300 – 500 Gramm täglich), sondern auch Giftstoffe und Schlacken abgebaut werden.

Das Ende der Kur gestaltet sich als schrittweiser Übergang zur Normalkost – und ist eine sehr günstige Gelegenheit für eine grundsätzliche Ernährungsumstellung.

Die Psycho-Diät

Das Ziel, sich innerlich zu reinigen, unterscheidet das Heilfasten von einer gewöhnlichen Diät. Der Körper soll sich hier nicht nur von Pfunden, sondern von allem befreien, was ihm schadet. Er soll sich regenerieren und neue Abwehrkräfte mobilisieren.

Fasten-Fans berichten jedoch nicht nur von frischer körperlicher Energie, sondern auch von deutlich gehobener Stimmung, sensibleren Sinneswahrnehmungen und einer gesteigerten geistigen Leistungskraft, die neue Ideen und Zukunftsperspektiven freisetzt. Kurz: Ein ganzheitliches Zu-sich-selbst-Kommen ist auch beim therapeutischen Fasten das höhere Ziel der Enthaltsamkeit.

Gleichzeitig schlank und weise werden – das klingt verlockend, oder? Aber Achtung: Heilfasten dürfen nur gesunde Menschen zwischen 16 und 65 Jahren. Für Kinder und Jugendliche, schwangere oder stillende Frauen, Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen, Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion, Magersucht oder Bulimie, starkem Unter- oder Übergewicht, psychischen Problemen und für viele mehr ist eine solche Radikalkur tabu. Sprechen Sie also unbedingt mit Ihrem Arzt, bevor Sie sich an den „inneren Frühjahrsputz“ machen!

Eine Auszeit von allem, was zu viel ist

Wer eine Heilfastenkur macht, sollte sich dafür am besten Urlaub nehmen und diese besondere Zeit außerhalb der Routinen des Alltags verbringen. Sowohl christliche wie auch Heilfaster verzichten vielfach nicht nur auf Süßigkeiten, Kaffee, Alkohol und Nikotin, sondern auch auf Fernsehen, Computerspiele, Kneipenbesuche oder das Autofahren. So wird die Zeit der inneren Reinigung zu einem umfassenden Abstandnehmen von der hektischen, reizüberfluteten Welt. Die Alternative lautet: Stille suchen. Zeit alleine verbringen, spazieren gehen, lesen, Musik hören, Briefe schreiben …

Sich von Ballast trennen kann aber auch bedeuten, überflüssige Dinge endlich wegzuwerfen, den Haushalt in Ordnung zu bringen, Papiere zu ordnen, Termine zu reduzieren … Jede Trennung von dem, was zu viel geworden ist, kann ein inneres Zu-sich-selbst-Finden bedeuten. Und in diesem Sinne kann jeder von uns seine ganz persönliche Fastenzeit einlegen.

Ausführliche Informationen zum Thema Heilfasten finden Sie im
Internet z. B. unter
www.heilfastenkur.de

mimu

Fotos: mein coop magazin