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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Das NaCl des Lebens.

Ohne Salz geht es einfach nicht!

Für die menschliche Ernährung spielt Salz beziehungsweise sein Hauptbestandteil Natriumchlorid (NaCl) eine große Rolle. Es wird nicht nur seit Jahrtausenden zum Würzen und Konservieren eingesetzt; es ist vor allem der wichtigste Mineralstoff, den ein Mensch regelmäßig zu sich nehmen muss.

Auf der anderen Seite kann es in zu hohen Dosen aber auch ungesund wirken. Aber: Wie viel ist zu viel? Wie wenig ist zu wenig? Welches Salz soll man nehmen? Und wie kann man im Alltag ein wachsames Auge auf den eigenen Verbrauch haben?

Ein Teil von uns.
Salz macht am menschlichen Körpergewicht einen Anteil von bis zu einem Prozent aus. Tagtäglich verliert der Mensch durch Schwitzen und andere Ausscheidungen einen kleinen Teil dieses Salzhaushaltes, der bald wieder ausgeglichen werden sollte.

Im Schnitt reicht für einen Erwachsenen die Aufnahme von rund sechs Gramm Kochsalz pro Tag völlig aus. Bei starken körperlichen Aktivitäten oder großer Hitze verliert man über den Schweiß allerdings deutlich mehr Salz. Ein gesunder Mensch scheidet überschüssiges Salz normalerweise schnell wieder aus: Der Körper gibt das Signal »Durst«, man trinkt etwas, verdünnt das Zuviel an Natriumchlorid und spült es mit dem Urin aus.

Nicht übertreiben!
Wenn das Abführen des Salzes aus verschiedenen Gründen nicht richtig funktioniert beziehungsweise ständig deutlich zu viel Salz aufgenommen wird, kann über komplexe nervale und hormonelle Mechanismen eine Arterielle Hypertonie – sprich Bluthochdruck – entstehen.

Daher empfiehlt es sich für Menschen mit dieser Diagnose sowie für Personen, deren Bluthochdruck eigentlich eine andere Ursache hat, nicht übermäßig viel Salz zu verzehren. Auch Wassereinlagerungen können auf einen zu hohen Salzanteil im Körper zurückzuführen sein.

Gleich ganz darauf zu verzichten, ist für niemanden ratsam und würde ebenfalls ernste gesundheitliche Probleme mit sich bringen: Immerhin regelt Salz den Wasserhaushalt im Körper, unterstützt Prozesse des Nervensystems, die Nierenfunktion, die Bildung von Magensäure und den Knochenaufbau.

Ein großes Problem beim Salzkonsum ist, dass man ihn kaum realistisch einschätzen kann: Denn es ist in fast allen Lebensmitteln enthalten. In den meisten industriell hergestellten Produkten findet sich Salz; teilweise in erstaunlich hohen Dosierungen. Für die Produzenten ist dies ein einfaches und billiges Mittel, um geschmackliche Probleme zu kaschieren und die Haltbarkeit zu erhöhen. Sogar in Mineralwasser findet sich mal mehr, mal weniger Salz. So passiert es schnell, dass man die zwei- bis dreifache Menge der empfohlenen Tagesdosis aufnimmt. Wer viel selbst gemachtes Essen zu sich nimmt (und dafür eher frische Kräuter statt fertiger Würzmittel benutzt), hat seinen Salzverbrauch besser im Blick.

Ein Salz mit X.
Neben raffiniertem, reinem Kochsalz finden sich in den Supermarktregalen auch Varianten mit verschiedenen Zusätzen. Jodiertes Speisesalz trägt dazu bei, die Schilddrüse mit ausreichend viel Jod zu versorgen, das sie zum Aufbau wichtiger Hormone benötigt. Da die mitteleuropäischen Böden eher arm an diesem Element sind und nicht jeder viel Seefisch isst, ist eine Ergänzung durchaus sinnvoll.

Folsäure ist ein Mangelvitamin, das bei bestimmten Sorten ebenfalls beigemischt wird. Es ist wichtig für Herz und Kreislauf und kann besonders Personen, die eher wenig Gemüse und Vollkornprodukte zu sich nehmen, nützlich sein.

Fluorid-angereichertem Salz wird nachgesagt, dass es die Zähne stärkt. Verschiedene Studien und Experten sind sich darüber zwar nicht ganz einig – aber schaden kann es auch nicht!

Je nach Geschmack.
Naturbelassene Luxus-Produkte aus Hochgebirgen oder Meeressalinen versprechen dem Verbraucher mit exklusivem Erscheinungsbild, klangvollen Namen und »gesalzenen« Preisen meistens deutlich mehr als sie halten können.

Denn auch sie bestehen zu mehr als 97 Prozent einfach nur aus Natriumchlorid. Alle weiteren Mineralstoffe, die sich als geringe Ablagerungen darin befinden, sind sicherlich nicht ganz unnütz, werden aber auch über andere Lebensmittel aufgenommen.

Geschmacklich haben sie auf Grund ihrer etwas anderen Zusammensetzung allerdings sicherlich mehr zu bieten. flo

Auch für den Geschmack ist eine kleine Prise Salz manchmal unersetzlich.
Fotos: Shutterstock (2)