Artikel dieser Ausgabe aus Wellness & Gesundheit
Meine Gesundheitsapotheke
Da lichtet sich etwas...
Herbert Grönemeyer hat ihn in seinem Erfolgshit »Männer« mit Ironie besungen, doch fürs starke Geschlecht bleibt er ein echtes Problem: der Haarausfall.
Ein echtes Problem? Wieso denn das? Immerhin belegen kantige Köpfe wie die von Telly Savalas, Vin Diesel, Bruce Willis oder Yul Brunner, dass ein kahles Haupt nicht nur attraktiv, sondern auch überaus erfolgreich sein kann.
Doch seien wir ehrlich: Eine Model-Ikone wie Naomi Campbell macht in einem Kartoffelsack ebenfalls eine gute Figur – zum Schönheitsgaranten wird die Jute deshalb noch lange nicht. Es kommt eben auf das gewisse Extra an. Und wenn man(n) das nicht hat oder zu haben glaubt, kann die langsame Entblätterung des Schädels schon am Selbstbewusstsein nagen. Was es mit diesem Prozess auf sich hat und wie er sich zumindest verlangsamen lässt, erfahren Sie hier.
Haarspalterei in Zahlen
Er geschieht ganz automatisch und kann auch nicht schaden: der Blick auf den Kamm oder die Bürste, mit denen wir nach der Dusche durch den Schopf pflügen. 40 bis 100 Haare verliert der Mensch von heute täglich – ein unbedenklicher Wert, der der Lebensdauer dieser vornehmlich aus Keratin bestehenden Faser geschuldet ist. Wer nämlich meint, im 20. Lebensjahr noch dieselben Haare zu besitzen wie zur Geburt, irrt: Nach durchschnittlich vier Jahren fällt das einzelne aus und macht Platz für ein neues. Bis dahin wächst es etwa zwölf bis 25 Millimeter im Monat, wechselt sodann in eine mehrmonatige Ruhephase, ehe es schließlich endgültig von uns Abschied nimmt.
Ausgleichende Gerechtigkeit: Blondhaarige besitzen in der Regel mehr Haare (zirka 140 000), dafür aber sind sie feiner. Brünette dagegen müssen sich mit rund 100 000 begnügen, Rothaarige sogar kommen nur auf zirka 85 000 – allerdings haben bei beiden die einzelnen Haare mehr Volumen.
Immer diese Gene
Die betrübliche Nachricht zuerst: 95 Prozent des Haarausfalls bei Männern ist hormonell-erblich bedingt. Und das sind die Gründe: So genannte Haarfollikel unter der Kopfhaut, die den Haarwuchs erst möglich machen, enthalten Rezeptoren für das männliche Hormon Testosteron, das wiederum für die Produktion von Dihydrotestosteron (DHT) zuständig ist. Wirkt das DHT in erhöhtem Maße auf den Haarfollikel ein, wird dieser geschwächt, bis er am Ende ganz verschwindet.
Bei dieser klassischen Form spricht man auch von diffusem Haarausfall. Er äußert sich in einem großflächigen Lichten der Haare, dem berühmten Haarkranz, der sich in der Regel von der hinteren Schädelspitze langsam ausbreitet. Wundermittel gegen einen derart verursachten Haarausfall gibt es nicht, auch wenn gewisse Anbieter sie unverhohlen anpreisen. Allerdings sind unterschiedliche Wirkstoffe bekannt, die den negativen Einfluss von DHT hemmen sollen, unter anderem Finasterid und Alfatradiol.
Finasterid wirkt der Entstehung von DHT entgegen und soll laut Forschungsergebnissen den DHT-Spiegel im Blut um bis zu 70 Prozent senken. Eine Therapie mit diesem Mittel muss dennoch mit dem Hautarzt abgesprochen werden, da Nebenwirkungen wie etwa eine Potenzstörung nicht ausgeschlossen werden können. Für Frauen und Kinder verbietet sich dieses Mittel in jedem Fall.
Ebenfalls DHT-hemmend wirkt Alfatradiol. Laut Studien erhöht es den Anteil der Haare in der Wachstumsphase, greift nicht in den Hormonstoffwechsel ein und hat auch kaum Nebenwirkungen. Aber auch bei diesem Mittel ist eine vorherige Konsultation des Arztes erforderlich.
»Sind Sie im Stress?«
Haarausfall ist zwar betrüblich, aber meistens kein Indiz für eine Krankheit. Wer jedoch in relativ kurzer Zeit viele Haare verliert, sollte sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen. Insbesondere dann, wenn der Ausfall nur kleine Regionen der Kopfhaut betrifft.
In dem Fall spricht man von einem punktuellen Haarausfall: Das Haar lichtet sich in vergleichsweise kurzer Zeit auf einer klar begrenzten Stelle, während der übrige Bewuchs keine Veränderungen aufweist. Nicht selten sind dann Stressphasen und/oder schlechte Ernährung die Ursache. Und gegen solche Einflüsse ist in der Tat ein Kraut gewachsen – der
Spezialist weiß Rat! espa
Tipp:
Unbedenkliche Mittel
Die Einnahme der im Artikel genannten Präparate machen einen vorherigen Arztbesuch unbedingt erforderlich - unbedenklich und nicht verschreibungspflichtig sind dagegen bestimmte Shampoos, deren besondere Wirkstoffe dem vorzeitigen Haarausfall entgegenwirken können.






