Artikel dieser Ausgabe aus Wellness & Gesundheit
Meine Gesundheitsapotheke
Betörende Vielfalt von Mutter Natur
Duftöle und Duftessenzen
Duftöle und Duftessenzen: mehr als nur Schmeicheleinheiten für die Nase.
Schon zur Zeit der alten Hochkulturen Mesopotamiens und Ägyptens wurden Duftstoffe, meist als Räucherwerk, für therapeutische und rituelle Zwecke angewendet. Das lateinische „per fumum“ (durch den Rauch) geht unserem „Parfum“, dem Oberbegriff für wohlriechende Duftölmischungen, voraus.
Wirksame Düfte sind Bestandteil von Yoga und Meditation, zwei der grundlegenden spirituellen Praxen vieler Religionen und Kulturen fernöstlichen Ursprungs. Sie bilden außerdem eine wichtige Komponente von Ayurveda, dem Streben nach Einklang von Körper, Geist und Seele. Ayurveda ist ein 5000 Jahre altes indisches Heilsystem und steht für das Wissen vom langen, gesunden Leben. Es stößt auch in der westlichen Welt auf große Begeisterung.
Grenzenlose Anwendungsmöglichkeiten
Zur Gewinnung begehrter Duftstoffe werden Öle aus Pflanzen extrahiert, also herausgelöst, zum Beispiel durch Dampfdestillation. Im Gegensatz zu minderwertigen Duftölen aus chemischer Herstellung enthalten „naturreine“ Produkte keine künstlichen Zusatzstoffe. Hochwertige ätherische Öle sind meist kalt gepresst und bestehen zu 100 % aus natürlichen Essenzen der flüchtigen Wirk- und Duftstoffe ausgewählter Pflanzen.
Es gibt verschiedenste Kompositionen, zum Beispiel aus Blüten (wie Lavendel, Muskat, Palmarosa), aus Zitrusfrüchten (wie Grapefruit, Orange, Mandarine) oder aus Kräuter- und Gewürzölen (wie Eukalyptus, Lemongras, Nelke, Pfefferminze, Sternanis). Auch Hölzer, Nadeln und Blätter dienen der Gewinnung ätherischer Öle (wie Zeder, Kiefer, Tanne, Wacholder, Rosen- und Sandelholz). Die Palette reicht von A wie Avocado bis Z wie Zimt!
Die kostbaren Aromen kommen in unterschiedlichen Bereichen wie Kosmetik und Wellness zum Einsatz – ja, selbst eine erotisierende Wirkung wird ihnen nachgesagt. Melisse als Ingredienz eines Massageöls stimmt fröhlich und weckt die Lebensgeister. Orange wirkt sowohl aufbauend, als auch entspannend. Und Lotus etwa wird ein stimulierender Einfluss bescheinigt.
Schnuppern Sie sich gesund
Erkältungsbad, Massageöl oder Duftlampen findet man heute in vielen Haushalten. Die Duftlampe dient zur Verteilung im Raum. Einige wenige Tropfen der gewählten Essenz genügen, um im gesamten Zimmer eine angenehme Duftnote zu verteilen. Das Wasser sollte täglich erneuert und das Behältnis sauber gehalten werden, damit keine Fremdstoffe wie Eingebranntes mitverdunsten. Eine nicht ganz so intensive, dafür praktische Duftquelle für jeden Platz ist der Duftstein, der mit dem Öl beträufelt wird. Da er ohne offene Flamme auskommt, kann man ihn getrost aus den Augen lassen.
Für einen Saunaaufguss genügen bereits wenige Tropfen, für ein Aromabad schon 10 ml naturreines ätherisches Öl. Vermischen Sie es mit einem Emulgator (2 EL süße Sahne oder 1 EL flüssiger Honig), damit sich das Öl im Wasser auflösen kann. Unser Tipp: ein „Milchbad“, auf das schon die schöne Kleopatra schwor. Es wärmt und sorgt für samtweiche Haut. Dafür gießen Sie zwei Liter Milch in die Wanne und füllen erst mit lauwarmem, dann mit heißem Wasser auf (bis etwa 38?°C, da sonst die Milch ausflockt) und fügen 3?–?4 Tropfen Vanille-Aromaöl hinzu. Es verbreitet sich ein Wohlgeruch, der dabei angeblich den Appetit auf Süßes zügelt. Sie sollten aber nicht länger als 20 Minuten baden, um den Kreislauf nicht zu belasten.
Alternativ und effektiv
Wird der Geruchssinn angesprochen, stellen sich gleich mehrere Nebeneffekte ein: Gefühle werden intensiver erlebt, Erinnerungen aus weit zurückliegender Zeit werden wachgerufen und sogar Körperfunktionen können beeinflusst werden. Die Anwendung bestimmter Massageöle ist die wichtigste Methode der Aromatherapeuten auf dem Gebiet der alternativen Gesundheitspflege. Dies erfordert Kenntnisse der Anatomie, Massage und der Eigenschaften der einzelnen Essenzen.
Den Begriff Aromatherapie prägte der französische Chemiker Gattefossé in den 20er Jahren. Er umfasst die gezielte Behandlung von Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen. Nur Ärzte und Heilpraktiker, die diesen Bereich in ergänzender Ausbildung erlernt haben, sind dazu befugt.
Es ist ratsam, sich von der Flut pseudowissenschaftlicher, esoterischer Artikel nicht überrollen zu lassen. Qualitätsöle müssen mit einem Gefahrenzeichen versehen sein, da bei unsachgemäßer Anwendung mit gesundheitlichen Schäden zu rechnen ist. Der Kontakt mit Augen und Schleimhäuten ist zu vermeiden, und Allergiker sollten auf diese intensiven Aromen ganz verzichten. Bei innerer Anwendung muss stets ein Arzt zurate gezogen werden.
Der optimale Aufbewahrungsort ist – für Kinder unzugänglich – an einem kühlen, abgedunkelten Platz.
tide






