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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Sport

Übers Wasser »brettern«.

Beim Wasserski kann man auch ohne Wind richtig Spaß haben.

Das feuchte Vergnügen ist bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen längst zu einer sehr beliebten Sportart geworden. Vor allem im Sommer tummeln sich die Enthusiasten an einer der über 50 Wasserskianlagen und 20 Wasserskistrecken in ganz Deutschland, die Auswahl ist riesig.

Der Antrieb des Motorbootes heult auf, das Halteseil spannt sich, man spürt einen Ruck, dort, wo der Körperschwerpunkt liegen soll. Der Zug auf den in der Hand liegenden Griff wird deutlich größer. Erst wenn Geschwindigkeit und Zugkraft groß genug sind, gelingt es, aus der Hockstellung in den Stand zu wechseln und auf den Skiern »festen Boden« unter den Füßen zu spüren. Spaß und Abenteuer können beginnen.

Von den Ursprüngen bis zur Gegenwart eines Trendsports.
Auf dem beschaulichen Pepin-See in Minnesota war es vor rund 100 Jahren der damals 18-jährige Ralph Samuelson, der als Erster überhaupt den wagemutigen Versuch unternahm, auf Brettern auf dem Wasser »stehend« und von einem Boot gezogen über das Nass zu gleiten. Auf sperrigen Kiefernholz-Planken stellte er sich als echter Pionier der großen Herausforderung. Und Samuelson gelang es nach einigen Versuchen tatsächlich, gezogen vom kleinen Motorboot seines Bruders, über das Wasser zu schweben.

Ein neuer Sport war geboren, der sich maßgeblich von etwaigen Vorgängern unterschied. Zwar hatte es schon immer kreative Köpfe gegeben, die sich auf den unterschiedlichsten Materialien über das Wasser ziehen lassen wollten, doch selbige Versuche ähnelten eher anderen Sportarten wie Rudern, Paddeln oder Kanufahren.

Wasserski und seine Grundlagen.
Wasserskifahren wird zunehmend beliebter, entsprechende Anlagen sind in den vergangenen beiden Jahrzehnten wie Pilze aus dem Boden geschossen. Längst ist das Vergnügen für jedermann zugänglich geworden. Durch ein an Motorboot oder Winde befestigtes Seil mit Haltestange erhält der Wasserski-Fahrer aus einer Tiefwasserposition oder von einem Start-Steg aus seinen Antrieb. Die Wasserskier erinnern an gewöhnliche Skier, sie sind nach vorn aufgebogen. Eine kleine Finne gewährleistet eine sichere Führung. Die Ausrüstung erlebte in den vergangenen Jahrzehnten eine deutliche Weiterentwicklung.

Slalom, Trickski und Springen.
Grundsätzlich unterscheidet man beim klassischen Wasserski unter drei Wettkampf-Disziplinen: Slalom, Trickski und Springen.

Slalom: Mit Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 100 Kilometer je Stunde werden von männlichen Spitzenathleten Bojen umfahren. Nach erfolgreichen Versuchen wird die Halteleine kontinuierlich verkürzt, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen.

Trickski: Beim Trickskifahren steht man auf nur einem Ski, der breiter und deutlich kürzer ist als ein herkömmlicher. Der Deutsche Wasserski & Wakeboard Verband (DWWV) hat für die zum Teil spektakulären Trickski-Läufe Drehungen und Flips genau festgelegt. Abweichungen verringern die zu erreichenden Punktzahlen.

Springen: Beim Springen ist es das Ziel, mittels einer Sprungschanze eine möglichst große Weite zu erzielen. Beim Springen geht es nicht um besondere Haltungsnoten. Erstaunliche Weiten bis zu 80 Metern wurden bereits gemessen.

Wakeboarden.
Immer beliebter wird das Wakeboarden, eine Kombination aus Wellenreiten und Wasserski. Erst 1990 wurde die World Wake Association (WWA) gegründet. Zwei Jahre später wurde Wakeboarden als offizielle Sportart anerkannt. Die ursprüngliche Idee, sich auf einem gewöhnlichen Surfbrett von einem Motorboot über das Wasser ziehen zu lassen, entwickelte sich zu einem völlig neuen Trend. Meterhohe Sprünge, spektakuläre Verdrehungen, Überkopf-Sprünge und sanfte Landungen – Rasanz, Dynamik und Körperbeherrschung prägen den Stil des Wakeboardens. Die Wakeboards sind deutlich kürzer und breiter als die Wasserskier, um die Wasserverdrängung zu optimieren.

Barfuß.

Keine Skier, keine Geräte, keine Hilfsmittel. Barfuß-Wasserski ist schnell beschrieben: Um Barfuß über das Wasser zu rauschen, bedarf es Geschwindig­keiten von über 60 Kilometer je Stunde – und belastbare Fußsohlen …

Hydrofoiling.
Eine weitere Abwandlung des ursprünglichen Wasserski ist das Hydrofoiling. Hier werden die Sportler im Sitzen durch das Wasser gezogen. Mit besonderen Fahr- und Sprungtechniken sind ebenfalls meterhohe Sprünge und Drehungen um die Körperachsen möglich.

Informationen.
Wakeboard- und Wasserski-Anlagen findet man inzwischen in fast allen Regionen. Ausführliche Informationen erhält man im Internet. Die Webseite www.surf-
kite-wake.de
und vor allem auch das Sportportal www.sportalis.de bieten übersichtliche Auflistungen der bestehenden Anlagen.

immo

Übung macht den Meister. Aber auch die Erfrischung im kühlen Nass ist zur Sommerzeit willkommen.
Die spektakulären Sprünge wirken mitunter filmreif.
Entspannung pur beim Gleiten über das Wasser.
Rasanz, Dynamik und Körperbeherrschung kennzeichnen den Wasserski-Sport.