Artikel dieser Ausgabe aus Sport
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Spitzen-Sport mit Handicap
Die Paralympischen Spiele 2008 in Peking.
Kurz nach den Olympischen Spielen 2008 treten bei den Paralympischen Spielen in Peking vom 6. bis zum 17. September ganz besondere Athleten gegeneinander an und messen sich in „etwas anderen“ Wettkämpfen.
Die Paralympischen Spiele geben Sportlern mit einem körperlichen Handicap die Gelegenheit zu einem weltweiten Vergleich auf höchstem Niveau. Sie finden mittlerweile große Anerkennung und erfreuen sich ständig wachsender Zuschauerzahlen. Der Weg zu den Olympischen Spielen für Sportler mit einer körperlichen Behinderung war aber zunächst sehr schwierig.
Nicht ganz barrierefrei
Zum ersten Mal überhaupt fanden 1948 auf Anregung des deutschstämmigen Neurologen Sir Ludwig Guttman Sportspiele für Rollstuhlfahrer in Stoke Mandeville in England statt. Sie wurden am selben Tag eröffnet wie die Olympischen Spiele in London, womit man von Anfang an hierzu eine Verbindung schaffen wollte. Im Jahr 1960 gab es dann die ersten „Welt-spiele der Gelähmten“, als eigene Veranstaltung in denselben Sportstätten kurz nach den Olympischen Spielen.
Wie es zum später entstandenen Begriff „Paralympics“ kam, ist nicht ganz eindeutig geklärt. Er könnte zum Beispiel aus den Wörtern „Paralysis“ (engl. Lähmung) und Olympics zusammengesetzt sein oder auch als „Para-Olympics“ vom griechischen „para-“ für „zugehörig, neben“ herrühren.
Immer wieder hatten die Spiele aber unter der Ignoranz der Olympia-Ausrichter oder vorgeschobenem Geldmangel zu leiden. In den USA weigerte man sich 1984 in Los Angeles ganz, die Paralympischen Spiele durchzuführen, und 1996 in Atlanta demontierte man sofort nach den Olympischen Spielen rücksichtslos die meisten Sportanlagen. Inzwischen sind die Paralympischen Spiele aber fester Bestandteil der olympischen Satzung.
Faire Klassengesellschaft
Um faire Wettkämpfe zu gewährleisten, werden die Teilnehmer in fünf Kategorien eingeteilt: 1. Amputierte (denen mindestens ein Hauptgelenk fehlt), 2. Cerebralparetiker (mit einer Beeinträchtigung des Bewegungsapparates durch Hirnschäden), 3. Sehbehinderte (in verschiedenen Graden), 4. Rollstuhlsportler und 5. „Les Autres“ (frz. „alle anderen“, mit Behinderungen des Bewegungsapparates, die keiner anderen Gruppe zugeordnet werden können).
Geistig behinderte Sportler werden seit 2004 ausgeschlossen, da sie häufig über zu große körperliche Vorteile verfügen; sie treffen sich bei den Specialympics.
Starke Teams
Unter den mehr als 4000 Aktiven aus 150 Nationen, die in Peking an den Start gehen, werden in diesem Jahr auch 170 deutsche Behindertensportlerinnen und -sportler sein. Große Medaillenhoffnungen ruhen dabei auf Top-Athleten wie Kirsten Bruhn (Schwimmen), Manuela Schmermund (Schießen), Michael Teubert (Radsport) und Wojtek Czyz (Leichtathletik), die natürlich auch eine Verbesserung des letzten Medaillenspiegels anpeilen, der mit 19 Gold-, 28 Silber- und 32 Bronzemedaillen in Athen 2004 schon sehr beachtlich war. Im Mittelpunkt soll allerdings eine tolle Mannschaftsleistung an sich stehen.
Das überlegene Team wird in diesem Jahr wohl wieder aus China selbst kommen (alleine 63 Goldmedaillen in Athen), denn hier findet – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern – auch im Behindertensport auf breiter Ebene eine intensive staatliche Förderung statt.
Wo immer es um Leistungssport geht, kommt man um das Thema Doping leider nicht herum – auch nicht bei den Paralympics. Deswegen hat das IPC (International Paralympic Committee) für diese Spiele insgesamt 1000 Tests geplant – damit steht die „Neben-Olympiade“ dem großen Bruder in nichts nach.
Eigene Regeln
Insgesamt 20 Sportarten stehen auf dem Programm. Darunter einige Klassiker wie Schwimmen, Bogenschießen, Reiten oder Leichtathletik, die im Großen und Ganzen auch hier den bekannten Abläufen und Reglements folgen.
Manche Sportarten eignen sich kaum (in der Leichtathletik wird beispielsweise der Stabhochsprung weggelassen), andere Sportarten wiederum wurden den Gegebenheiten der Behinderungen angepasst und haben ein ganz eigenes Gesicht bekommen. So wird Volleyball hier im Sitzen gespielt, beim Basketball, Rugby, Tennis oder Fechten kommen Rollstühle zum Einsatz, Fußball wird mit fünf oder sieben Spielern gespielt und im Gewichtheben gibt es nur die Disziplin Bankdrücken.
Eine wirkliche Besonderheit sind Sportarten, die man so von Olympia noch nicht kennt, so zum Beispiel Boccia oder Goalball, eine Art Handball für Sehbehinderte.
Paralympics
Mehr Informationen finden Sie auf der Website des Deutschen Behindertensportverbands e.V.
www.dbs-npc.de
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