Artikel dieser Ausgabe aus Sport
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Ringen – sportlicher Zweikampf für Fit- und Fairness
Der Klassiker unter den olympischen Disziplinen fasziniert wie eh und je.
Ringen ist eine der ältesten Sportarten überhaupt. Vor langer Zeit dienten Zweikämpfe meist noch der Vorbereitung von kriegerischen Auseinandersetzungen oder dem bloßen Überleben.
Die Athleten der Antike maßen ihre Kräfte und Geschicklichkeit im waffenlosen Zweikampf. Damit konnten sie Ruhm und Ehre erreichen und setzten beizeiten auch ihr Leben dafür ein.
Heutzutage ist das Ringen ein vielseitiger Freizeit- und Wettkampfsport, den man schon von Kindesbeinen an trainieren kann. Die Sportler – darunter übrigens auch weibliche – haben Spaß daran, sich für körperliche Fitness anzuspornen und mit ihren Gegnern im Wettkampf zu messen. Ein international gültiges Regelwerk sorgt für faire Kämpfe auf der kreisrunden Kampffläche der Ringermatte.
Die Popularität des Ringkampfsports in Deutschland ist allerdings recht unterschiedlich – es gibt ein deutliches Süd-Nord-Gefälle. Insgesamt rangiert der Deutsche Ringer-Bund mit rund 70 000 Mitgliedern in der Statistik des Deutschen Olympischen Sportbundes im Mittelfeld aller Spitzenverbände.
Auf die Schultern!
Die meisten Unkundigen verwechseln das olympische Ringen mit dem Catchen bzw. »Professional Wrestling«. Diese besonders in Amerika populäre Show-Sportart folgt aber anderen Regeln.
Ziel des olympischen Ringkampfs ist es, den Gegner mit beiden Schultern auf die Matte zu bringen (Schultersieg). Verboten sind Schläge und Tritte sowie Hebel- und Würgetechniken – es wird halt gerungen.
Ein Ringkampf beginnt immer im Stand. Nach dem Anpfiff des Kampfrichters versuchen beide Ringer, ihren Gegner mit verschiedenen Angriffstechniken in die Boden- und Schulterlage zu bringen. Sie setzen verschiedene Griff-, Schleuder- und Wurftechniken an, um den Gegner niederzuringen und zu kontrollieren.
Im Bodenkampf werden wiederum verschiedene Halte- und Wendetechniken angebracht. Gelingt es, den Gegner mit beiden Schultern auf die Matte zu bringen und dort für eine Sekunde zu halten, ist der Kampf mit Schultersieg beendet.
Ein Kampfrichter, der »dritte Mann« auf der Matte, wacht streng über die regelgerechte Anwendung aller Aktionen. Für erfolgreiche Techniken (z. B. zu Boden bringen des Gegners) vergibt er festgelegte Punkte. Wird bis zum Ende der Kampfzeit (3 bzw. 5 Runden à 2 Minuten) kein Schultersieg oder eine technische Überlegenheit erreicht, entscheidet der Punktestand über den Sieg.
Alltägliches Prinzip
Für einen Außenstehenden sind die wirkenden Kräfte während eines Ringkampfs nicht immer offensichtlich. Zur Veranschaulichung dient folgendes Beispiel: Wenn man einen hohen, schweren Schrank umklammert und mühsam über einen Teppich schieben will, dann kommt das in etwa dem Widerstand gleich, den ein Ringer seinem Gegner entgegenbringt.
Und wenn dieser Schrank plötzlich nach hinten rutscht und man an ihm vorbei fällt, dann kann man sich vorstellen, wie ein Ringer seinen Gegner überraschend ins Leere laufen lässt. Würde man dann unter dem Schrank in die Bodenlage geraten, wäre das vergleichbar mit der Belastung und Beherrschung durch den Gegner im Bodenkampf.
Hier heißt es, sich aus der Unterlage zu befreien und bestenfalls wieder in den Stand zu kämpfen. Und dann beginnt die Aktion wieder von vorn
Kraftvolle Taktik
Der Ringkampf ist ein Feuerwerk von Schub- und Zugkraft mit verschiedenen Griff- und Wurftechniken. Die Reaktionen auf Angriffs- und Kontertechniken des Gegners erfordern eine gute Kondition, Kraft und Schnelligkeit. Diese Eigenschaften werden durch ein abwechslungsreiches, aber auch forderndes Training erreicht.
Kraft oder Kampftechnik jeweils für sich allein reichen nicht aus – es ist die nötige Geschicklichkeit, die beides miteinander verbindet, um die Stärken und Schwächen des Gegners zu erkennen und auszunutzen.
Die höchste Stufe ist das Vorhersehen oder sogar bewusste Herbeiführen von gegnerischen Aktionen, die ein Ringer dann mit der eigenen Technik beantwortet. Daher sprechen Insider beim Ringen auch vom »Schach auf der Matte«.
Training mit Nebenwirkungen
Ein fairer Vergleich im Ringkampf wird durch Alters- und Gewichtsklassen ermöglicht. Ohnehin wird Fairness groß geschrieben – schon das gegenseitige Händereichen vor und nach dem Kampf ist im Regelwerk festgelegt.
Ringen wird auch als Mannschaftssport ausgetragen, wobei zwei Teams gegeneinander antreten. Dabei trägt jeder Kämpfer zum Erfolg seiner Mannschaft bei. Ringen ist übrigens kein reiner Männersport: Rund 18 Prozent der Mitglieder des Deutschen Ringer-Bundes sind weiblich. Die Frauen erringen auch auf internationalen Wettkämpfen
beeindruckende Erfolge.
Beim Ringen wird zwischen dem griechisch-römischen Stil und dem Freistil unterschieden – mit jeweils eigenen Wettkämpfen. Im »Greco« sind nur Griffe und Techniken oberhalb der Gürtellinie erlaubt. Im freien Stil ist der gesamte Körper Angriffsfläche, und auch die Beine dürfen aktiv für Techniken eingesetzt werden. Es gibt Ringer, die sich zu Spezialisten ausschließlich in ihrem favorisierten Stil entwickelt haben.
Das Ringertraining kann schon im frühen Kindesalter begonnen werden. Anfangs werden mit einfachen, spielerischen Übungen die motorischen Grundeigenschaften geschult. Später sorgen spaßbetonte Kampfspiele praktisch nebenbei für den verantwortlichen Umgang mit dem Trainingspartner bzw. Gegner.
Die Kinder und Jugendlichen lernen das Einhalten von Regeln und ihre Aggressionen zu zügeln. Und gerade der letzte Punkt steht wohl auf der Wunschliste von Schullehrern sowie einiger Eltern
ganz oben
Weitere Informationen über den Ringkampfsport, Regeln, Ligakämpfe und Vereine gibt es unter
www.ringen.de (Deutscher Ringer-Bund) oder
www.wikipedia.de Stichwort: Ringen
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