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Vierschanzentournee
Schön, wenn sportliche Spektakel nicht in Schieflage geraten – wie etwa die Vierschanzentournee, die am 30. Dezember 2007 wieder an den Start geht.
Dann ist es endlich wieder so weit. Mit dem Auftaktspringen in Oberstdorf beginnt die 56. Internationale Vierschanzentournee und wird Millionen Fernsehzuschauer sowie über 100.000 Besucher auf den Tribünen der vier Skisprung-Arenen bis zum 6. Januar in ihren Bann ziehen. Nach den Springen in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen (1. Januar), Innsbruck (4. Januar) und zum Abschluss in Bischofshofen stehen dann die weltbesten „Adler“ fest.
Niemand in der gemütlichen Stube des Hauses Maier in Partenkirchen konnte im Sommer 1949, als zum ersten Mal über die Idee einer Tournee für Skispringer gesprochen wurde, ahnen, dass aus dem zarten Pflänzchen hoffnungsvoller Gedanken eine der erfolgreichsten Wintersportveranstaltungen der Welt werden könnte.
Ursprung und Siegeszug
Nach der Wiederaufnahme deutscher Skispringer in den internationalen Skiverband FIS war das Neujahrsspringen 1949 in Partenkirchen das erste Turnier nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland mit internationaler Besetzung. 1946 bis 1948 durften ausschließlich deutsche Skispringer an den Start gehen. 1953 fand dann die Premiere der Vierschanzentournee statt. Sechs Nationen nahmen vor über 20 000 Zuschauern an dem ersten von vier Springen teil, und der Norweger Asgeir Dølplads ging als erster Einzelsieger in die Historie der Tournee ein. Nach den drei weiteren Stationen Oberstdorf, Innsbruck und Bischofshofen verewigte sich der Norweger Halvor Næs als erster Tourneesieger in den Geschichtsbüchern.
Mediales Großereignis
Heute, bei der inzwischen 56. Auflage der Tournee, ist das Ski-Event längst ein mediales Großereignis. In der abgelaufenen Saison 2006/2007 verfolgten mehr als 400 Millionen Zuschauer vor den Fernsehgeräten und beeindruckende 111.000 Zuschauer in den vier Stadien das sportliche Highlight der Wintersportsaison, das inzwischen in mehr als 15 Länder live übertragen wird. „Wer das Erlebnis Vierschanzentournee einmal erlebt hat, kommt von der Faszination Skispringen fast nicht mehr los“, sagt Stefan Huber, Geschäftsführer der Skisport- und Veranstaltungs-GmbH in Oberstdorf.
Überraschungserfolge wie der 2. Platz des erst 16-jährigen Österreichers Gregor Schlierenzauer, der zuletzt nicht nur den späteren Gesamtweltcupsieger aus Polen, Adam Malysz, auf die Plätze verwies, sondern auch zahlreiche Routiniers mit seinen hervorragenden Leistungen „schockte“, machen den enormen Reiz der Vierschanzentournee aus.
Tournee der Rekorde
Überraschungen, große Persönlichkeiten und Rekorde sind das Salz in der Suppe eines jeden sportlichen Wettkampfes. Das ist auch bei der legendären Vierschanzentournee nicht anders. Unvergessen bleibt natürlich Sven Hannawald, der in der Saison 2001/02 als erster Sportler bei einer Tournee alle vier Springen für sich entscheiden konnte. Der Norweger Bjørn Wirkola sowie Jens Weißflog, der mit 579 Punkten die ewige Tabelle anführt, sind die beiden einzigen Skispringer, die den Wettbewerb vier Mal gewannen und insgesamt zehn Einzelsiege einheimsen konnten.
Deutschland (einschließlich der DDR) stellt mit 16 Gesamtsiegen ohnehin die meisten Erstplatzierungen. Finnland (14 Siege), Norwegen (10) und Österreich (7) folgen auf den Plätzen. Rekordteilnehmer ist weiterhin der Italiener Roberto Cecon, der als Einziger 16 Mal bei der Vierschanzentournee an den Start ging.
Kuriositäten in der schillernden Tournee-Geschichte: 2005/06 gab es erstmals zwei Erstplatzierte. Der Finne Janne Ahonen und der Tscheche Jakub Janda erreichten nach acht Wertungsdurchgängen je 1081,5 Punkte. Und der Norweger Ingolf Mork (1970/71), der Japaner Yukio Kasaya (1971/72) sowie die beiden Österreicher Karl Schnabl (1974/75) und Toni Innauer (1975/76) konnten in der Vergangenheit die Tournee nicht gewinnen, obwohl sie jeweils drei Einzelsiege errangen.
Favoriten 2008
Der 21-jährige Vorjahressieger Anders Jacobsen aus Norwegen zählt neben dem Olympiasieger Thomas Morgenstern aus Österreich diesmal ebenso zu den Favoriten wie der Vorjahreszweite Gregor Schlierenzauer. Trotz dürftiger Ergebnisse während des Sommer Grand Prix 2007 hofft auch Bundestrainer Peter Rohwein vor dem Saisonstart auf eine deutliche Leistungssteigerung der DSV-Springer Martin Schmitt, Michael Neumayer, Michael Uhrmann und Georg Späth.
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