Artikel rund um das Thema Sport

 
Sie sind hier: Sport / Artikel
Donnerstag, 24. Mai 2012
...

Artikel dieser Ausgabe aus Sport

Mannschaft will überraschen – fast ohne Stars

Gruppe A: Polen

Zum siebten Mal ist Polen bei einer WM dabei. Anknüpfen möchte das Team an die Erfolge von 1974 und 1982 – da wurde Polen jeweils Dritter. 
Beste Torschützen in der Qualifikation waren Maciej Zurawski und Tomasz Frankowski mit jeweils sieben Toren.

Der größte Erfolg Polens auf der Fußballbühne war der Gewinn der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1972.

Teamgeist prägt Polen

Ekstraklasa« heißt die erste Fußball-Liga in Polen. Doch ein Prädikat
für die Qualität der polnischen Klubs ist es nicht. In der Saison 1996/97 spielte mit Widzew Lodz letztmalig ein polnischer Verein in der Champions League.

Dagegen hat sich Polens Nationalmannschaft in der Qualifikation zur Fußball-WM 2006 diese Auszeichnung schon eher verdient: Das Team von Pawel Janas gewann acht der zehn Qualifikationsspiele, nur gegen England gab es zwei Niederlagen.

Dabei kommt die Mannschaft fast ohne Stars aus. Einen Zbigniew Boniek, das Aushängeschild der »goldenen Generation« des polnischen Fußballs in den 1970er und 1980er Jahren, sucht man vergebens in der Startelf. Es sind die »kleinen« Stars, die das heutige Team prägen: Eusebiusz Smolarek (Dortmund) und Jacek Krzynówek (Leverkusen) kennt man aus der Bundesliga, der Stürmer Maciej Zurawski  von Celtic Glasgow ist hingegen nur Experten bekannt. Gleichwohl behauptet Coach Janas: »Polen ist immer besser geworden und gehört zu Europas Spitzenklasse.« Noch besitzt er diese These exklusiv, aber wer kannte vor der WM 1974 schon Lato, Gadocha oder Deyna? Jedenfalls ist das Ziel für Janas bei der WM 2006 glasklar: »Unser Ziel ist es, das Achtelfinale zu erreichen. Es ist gut, dass wir in Deutschland nicht so bekannt sind, dann können wir sie überraschen.«

Bei der WM 1974 wäre das beinahe gelungen. Nur die »Wasserspiele von Frankfurt«, als ein Wolkenbruch das Spielfeld in eine Seenlandschaft verwandelte, verhinderten das. Die Deutschen gewannen damals glücklich mit 1:0 durch ein Tor von Gerd Müller und wurden wenige Tage später Fußball-Weltmeister. Die Polen wandeln 2006 auf den Pfaden der deutschen Nationalelf und beziehen die Sportschule Barsinghausen in der Nähe von Hannover als WM-Quartier.

Expertentipp (Uwe Seeler)

Ich erinnere mich noch gut an die großen Erfolge der Polen in den 1970er-Jahren. Die heutige Generation kann sicher daran anknüpfen – ein Platz im Viertelfinale halte ich für realistisch.