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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Sport

Ladies first

Der Porsche Tennis Grand Prix in Filderstadt

Filderstadt macht glücklich. Und reich! Jedes Jahr. Regelmäßig. Und immer im Herbst. Dabei ist Filderstadt auf den ersten Blick nicht gerade das, was man eine Metropole oder eine Stadt von Welt nennen könnte.

Filder… wo? Anfang Juli hatte Filderstadt 43 376 Einwohner und ist damit der zweitgrößte Ort im Kreis Esslingen. Klingt nicht gerade spektakulär, oder? Nun, auch die Liste berühmter Filderstädter Persönlichkeiten bleibt überschaubar. Oder kennen Sie Adam Bürkle? Nun, das war einer von hier. 1852 wanderte er nach Amerika aus und gründete dort – in Arkansas – eine Stadt mit dem Namen Stuttgart. Die hat heute 12 000 Einwohner. Dank Adam Bürkle aus Filderstadt.

Oder sagt Ihnen der Name Jacob Brodbeck etwas? Auch der wurde im heutigen Gebiet der Kreisstadt Filderstadt geboren, wanderte ebenfalls nach Amerika aus und war der Erste, der den Versuch unternahm, mit einem Propellerflugzeug zu fliegen. Mit Uhrfedern wollte er seine Propeller aufziehen und tatsächlich: 1865 hob er ab … allerdings nur für wenige Augenblicke, dann landete sein Gefährt unsanft. Den Ruhm heimsten andere ein, doch ein Denkmal wurde Jacob Brodbeck dennoch errichtet. In seiner Heimat.

Spiel, Satz und … Porsche

Doch das ist es nicht, was Filderstadt zu einem Ort hat werden lassen, den Menschen aus aller Welt kennen und schätzen. Es gibt sogar Frauen, die bekommen leuchtende Augen, wenn sie den Namen Filderstadt hören. Martina Navratilova zum Beispiel.
Wäre sie nie in Filderstadt gewesen, Ihre Garage wäre deutlich leerer … heute stehen sechs Porsche darin. Nur, weil sie einmal im Jahr nach Filderstadt reiste. Oder Martina Hingis. Die kam mit dem Flieger an und fuhr im rassigen Sportwagen zurück nach Hause. Vier Mal. Ach ja, und einen Scheck, mit dem sie locker ein zweites Auto hätte kaufen können, nahm sie auch mit.

Sie merken es schon: Filderstadt ist eine Pilgerstädte für Tennis-Profis. Und für Tausende von Fans, die Jahr für Jahr in den Ort strömen, um bei Deutschlands wohl wichtigstem Damen-Turnier dabei zu sein: Dem Porsche Tennis Grand Prix. Seit 1978 wird er in Filderstadt ausgetragen, damit ist der Porsche Tennis Grand Prix Europas ältestes internationales Damen-Tennis-Turnier. Und eins der beliebtesten sowieso.

Warum? Das hat mehrere Gründe. Einen davon ahnen Sie bereits: Die Siegerin bekommt nicht nur die stehenden Ovationen der Zuschauer, nicht nur einen stattlichen Scheck über knapp 100 000 Dollar, sondern eben auch … genau: einen funkelnagelneuen Porsche.

Glücklose Steffi

In die lange Liste der Siegerinnen von Ruhm, Geld und Auto reihen sich – neben Navratilova und Hingis – so illustre Namen ein wie Gabriela Sabatini, Lindsay Davenport oder Anke Huber. Nur Steffi Graf kam nie über die Finalteilnahme hinaus.

Der Porsche Tennis Grand Prix hat also Tradition. Und er lockt Jahr für Jahr die absolute Weltelite der Tennisdamen ins Stuttgarter Umland. Im vergangenen Jahr schlugen 17 Spielerinnen aus den Top 20 in Filderstadt auf. Das ist Grand Slam-Niveau. Auch die diesjährige Liste der Teilnehmerinnen liest sich wie das „Who is Who“ der Weltrangliste:
Justine Henin-Hardenne zum Beispiel. Im Mai gewann sie die German Open, auch beim Grand Slam-Turnier in Paris, den French Open, war sie unbezwingbar. Vielleicht gelingt ihr in diesem Jahr endlich auch der Sieg beim Porsche Tennis Grand Prix, bei dem sie bereits zwei Mal im Finale stand. „Dieses Mal muss es einfach klappen! Filderstadt gehört zu meinen Lieblingsturnieren!“, sagte die 23-Jährige im Vorfeld.

Oder Venus Williams. Gerade erst hat die Amerikanerin die British Open in Wimbledon gewonnen, nun tritt sie in Filderstadt an, um endlich einen der begehrten Stuttgarter Sportwagen zu erkämpfen.

Starke Gegenwehr ist aus Russland zu erwarten. Mit Elena Dementieva (WTA 5), Anastasia Myskina (WTA 6) und Nadia Petrova (WTA 9) haben gleich drei weitere Top-10-Spielerinnen zugesagt. Noch ist die Meldeliste nicht geschlossen, weitere schlagkräftige Tennisdamen sind zu erwarten.

Zuschauen kann jeder

Um als Zuschauer dabei zu sein, müssen Sie übrigens kein Sportwagenfahrer sein: Die Tickets gibt es – durchaus kostengünstig für ein hochkarätiges Turnier – schon ab 30 Euro. Turnierpässe bieten stark ermäßigte Eintrittskarten für die Finaltage oder sogar die komplette Turnierwoche. Die ersten Tage der Qualifikation sind sogar kostenlos. Kartenreservierungen sind unter der Nummer (07 11) 7 08 93 94 möglich. Alle weiteren Informationen gibt’s im Internet unter www.porsche-tennis.de

So, jetzt wissen Sie, warum Filderstadt glücklich macht. Und reich. Zugegeben, nicht jeden. Und harte Arbeit ist es auch. Aber was tut man nicht alles, um sich einen Traum zu erfüllen …top

Anke Huber (sportliche Leiterin), Anton Hunger (Porsche AG)
Dr. Wendelin Wiedeking (Vorstands-vorsitzender Porsche AG)
Turniersiegerin 2003 Kim Clijsters (BEL)