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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Sport

„Homerun“ für die Deerns aus Kiel

Baseball- und Softballverein

Ein starkes Team sucht Nachwuchs und Förderer: der Baseball- und Softballverein „Kiel Seahawks“.

1. Damen: Bundesliga Nord, 2. Damen: Verbandsliga Schleswig-Holstein/Hamburg, die Youngsters: Juniorinnenliga Schleswig-Holstein/Hamburg – an mangelndem Erfolg kann es nicht liegen, dass man nach wie vor daran arbeitet, Baseball und Softball aus dem Schattendasein zu befreien.

Der Baseball- und Softballverein „Kiel Seahawks“ existiert erst gute drei Jahre, obwohl diese Disziplinen schon seit den Achtzigern im hohen Norden zu Hause sind. Aber die alten Kieler Vereine, die bereits über Jahre hochklassig spielten, hatten die Notwendigkeit erkannt, ihre Kräfte zu bündeln, um für diese „Randsportarten“ ein stabileres Fundament zu schaffen.

Zunächst ein wenig Theorie
Vielen von uns wird damit gedient sein, wenn vorneweg das „Wer? Wie? Was?“ in Sachen Baseball/Softball skizziert wird. Der Ursprung beider Spiele liegt im englischen Kricket und im deutschen Schlagball. Aus der Sportart Baseball, um 1830 in den USA entstanden, entwickelte sich rund 60 Jahre später die „kleine Schwester“ Softball, erst als Indoor-Variante, mittlerweile quasi als Pendant zur Männerdomäne. Während im Baseball nur männliche Spieler aktiv sind, greift zum Softball auch das „schöne Geschlecht“ – in Deutschland fast ausschließlich. In den USA besonders beliebt, wird es heute aber in über 100 Nationen mit über 210 Millionen Aktiven gespielt, seit den Neunzigern ist Softball sogar olympisch.
Abseits ist, wenn der Schieri pfeift“ – damit ist die schwierigste Frage in Sachen Fußball geklärt. Man kann also ungestraft behaupten, dass die Softballregeln um einiges komplizierter sind. Das Wichtigste in Kürze: Angriff (Offense) spielt gegen Verteidigung (Defense). Die Offense versucht, Punkte (Runs) zu erzielen. Der Schlagmann (Batter) steht am Startpunkt (Homeplate) und erwartet den Ball des Werfers (Pitcher). Trifft er den Ball mit der Keule, darf er loslaufen. Ein Punkt landet auf dem Konto, sobald er das Spielfeld bis zur Homeplate zurück umrundet und dabei die drei Male (Bases) berührt hat. Die Defense im Feld versucht dies durch Fangen und Zurückwerfen zu verhindern.

Wurden drei Spieler der Offense „aus“ gemacht, wechselt das Angriffsrecht. Den Spielabschnitt, in dem beide Teams einen Angriff und eine Verteidigung absolviert haben, nennt man Inning (im Softball werden 7, im Baseball 9 gespielt). In der Optik unterscheidet sich Softball von Baseball hauptsächlich darin, dass das Softball-Spielfeld kleiner, die Keule schmaler und der Ball größer ist.

Nichts für Softies
Der Name täuscht, denn der Ball ist alles andere als „soft“, und die schnellen, weiten Würfe haben es in sich! Softball erfordert neben Wurfstärke aber auch Köpfchen, Konzentration, Technik und Kondition, außerdem bietet es eine tolle Alternative zu den etablierten Breitensportarten. Jedes Team braucht Spieler unterschiedlicher physischer und psychischer Vo­raussetzungen: schnelle als „Outfielder“, große, starke als „Pitcher“ und clevere Führungstypen als „Catcher“.

Im Vergleich zu vielen klassischen, reinen „Lauf“-Sportarten ist hier ein höheres Maß an mentaler Stärke gefragt. Auszeiten und Wechsel zwischen Offense und Defense bieten mehr Spielraum zum Taktieren. Dementsprechend länger ist die Spieldauer.

„Ohne Nachwuchs keine Zukunft“
Klingt wie der Slogan eines Wahlplakats, ist aber das Motto der überaus aktiven Nachwuchsarbeit des Vereins und trifft in doppelter Hinsicht ins Schwarze: Ohne Spieler keine weiteren Erfolge, ohne Mitglieder keine finanzielle Basis. Was der Sport uns zurückgibt, ist aber mit Geld nicht aufzuwiegen. Mannschaftssport fördert sowohl die physische als auch die charakterliche Entwicklung. So werden zum Beispiel Teamgeist, Selbstvertrauen, soziale Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein und Respekt (beispielsweise gegenüber Konkurrenz und Schiedsrichtern) gefördert.

Die „Kiel Seahawks“ haben in der Jugendarbeit in Deutschland eine Vorreiterrolle übernommen – nicht zuletzt dadurch, dass sie in das Nachwuchsförderprogramm „Play Ball!“ der Major League Baseball (MLB) gewählt wurden (Ausrüstung und Werbemittel wurden zur Verfügung gestellt). Um diese Sportarten in der Region weiter voranzutreiben, bedarf es an erster Stelle neuer Mitglieder, insbesondere um zusätzliche Aufwendungen wie den Ausbau der Sportstätten zu finanzieren. Immer willkommen sind daher neben freiwilligen Helfern „kleine“ Dinge wie Holz, Farbe sowie weitere Baumaterialien oder Fahrgelegenheiten für Auswärtsspiele und natürlich auch Geldspenden (steuerlich begünstigt!) und Sponsoren.

Ihre Hilfe ist gefragt!
Wer die „Kiel Seahawks“ unterstützen will oder als Spieler bzw. Spielerin ins Team einsteigen möchte, wendet sich bitte an:
Baseball- und Softballverein „Kiel Seahawks“,
Sparte der SSG Rot-Schwarz Kiel e.V.,
Spartenleiter Klaus Reger, Telefon (04 31) 78 78 80
www.kiel-seahawks.de

Spielstätte: Kieler Weg 70, 24145 Kiel-Meimersdorf

Und wer einfach mal reinschnuppern möchte, hier die nächsten Termine für Heimspiele in der Softball-Bundesliga:
20. 4. 2008, 13.00 Uhr vs. Neunkirchen Nightmares
27. 4. 2008, 13.00 Uhr vs. Cologne Cardinals

tide

Fotos: Kiel Seahawks (3)