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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Sport

Hier liegen sie richtig

Auf Quartiersuche

Die 32 Teilnehmer hatten ihre Domizile für die WM schnell gefunden. Es gab genau 110 Vorschläge. Ob Metropole oder Idylle im Dorf, ob Sportzentrum mit penibler Hausordnung oder Luxushotel mit exklusiver Verwöhngarantie: Die Teilnehmer hatten die Qual der Wahl – zufrieden dürften alle sein.

Den größten Frühbucherrabatt hatte die deutsche Mannschaft im Visier, doch Jürgen Klinsmann stornierte Ende 2004 Rudi Völlers Buchung Bergisch Gladbach und reservierte im Schlosshotel Grunewald in Berlin. Kaum qualifiziert, zogen die Argentinier nach. Von den idealen Bedingungen beim Sponsor in Herzogenaurach überzeugten sie sich beim Konföderationen-Pokal in Deutschland 2005. Rasch füllten sie das Anmeldeformular aus.

Umzug

Der Rekordweltmeister aus Brasilien hat das Unternehmen »Titelverteidigung« generalstabsmäßig durchgeplant. In der Vorrunde werden Ronaldinho und Co. im luxuriösen Kempinski-Hotel Falkenstein in Königstein im Taunus ihr Quartier beziehen – der Umzug für die Begegnungen ab dem Achtelfinale ist aber schon vorbereitet. Dann geht es nach Bergisch Gladbach, wo die Mannschaft im Schlosshotel Lerbach wohnen wird. Dieses nicht minder luxuriöse Quartier hatten die Brasilianer schon während des Confed-Cups 2005 gebucht. Und an das Ende des Vorbereitungsturniers können sich die Fans noch sehr gut erinnern: Der Titel ging an Brasilien.

Schwarzwald diesmal ganz in Oranje

Derweil zieht es die »Elftal« ins Parkhotel Adler zum »Höhentraining«. Auch wenn der Schwarzwald nicht wirklich als Hochgebirge durchgeht: Zumindest in dieser Beziehung ist Deutschland gegen die Niederlande einfach überragend. Der Hannawald-Ort Hinterzarten wird während der Endrunde jedenfalls ganz in Oranje getaucht sein. Von wegen Schwarzwald.
Brasilien hat schon mal zwei Quartiere gebucht: für die Vorrunde das Kempinski Hotel Falkenstein in Königstein, für die Finalrunde das Schlosshotel Lerbach in Bergisch Gladbach. Insbesondere im Bergischen Land müssen Ronaldinho & Co. aufpassen, dass sie brav ihren Teller blank essen. Zwar droht kein schlechtes Wetter, wenn Roberto Carlos einen Hühnerschenkel liegen lässt. Aber Schlosshotelkoch Dieter Müller ist jedes Mal persönlich betroffen, wenn etwas auf dem Teller bleibt. Das hat er jedenfalls dem »Stern« verraten. Und Dieter Müller hat gleich drei Sterne. Unter ganz anderen Voraussetzungen reisen die Franzosen an. Wenn »Les Bleus« ihr Quartier in Aerzen bezogen haben,

Spanien auf den Spuren der Weltmeister

sollten sie darauf aufpassen, was sie im Laufe des Tages so von sich geben. Denn die Medienvertreter werden alles Gesprochene auf die Goldwaage legen. Schließlich wohnen die Franzosen im Schlosshotel Münchhausen. Der Lügenbaron feiert dabei garantiert Auferstehung: Denn schon bei der kleinsten Unstimmigkeit in einem Statement der französischen »Équipe« wird Münchhausen aus dem Grab geholt.
Die Spanier wandeln auf weltmeisterlichen Spuren. 1974 und 1990 bereiteten sich die Deutschen in der Sportschule Kaiserau in Kamen auf die Titelkämpfe vor – bekanntlich mit durchschlagendem Erfolg. Ob es in Kamen-Kaiserau eine eingebaute Erfolgsgarantie gibt? Andere Teams setzten auf Last Minute: Australier, Tschechen und die Elfenbeinküste ließen sich am längsten Zeit. Die »Elephants« liebäugelten mit einem Ferienklub in Mecklenburg-Vorpommern, doch letztlich checkten sie am Rhein in Niederkassel ein. Somit logiert die Ukraine als einzige Mannschaft in den neuen Bundesländern – in Potsdam. Woher die Konzentration der Mannschaften insbesondere auf Nordrhein-Westfalen (8) und Bayern (7) auch kommen mag, die großräumige Umgehung des Ostens ist schon bemerkenswert. Aber entschieden haben die Teilnehmer selbst. Und deren Kriterien bezogen sich ausschließlich auf Wohl und Wehe des eigenen Teams.

Italiener hoffen auf Gewichtheber-Hilfe

So haben alle Mannschaften ihre Vorlieben, alle Quartiere ihre kleinere oder größere Geschichte. Die Italiener zum Beispiel quartieren sich beim ehemaligen Gewichtheber-Olympiasieger Rolf Milser in dessen Landhaus in Duisburg ein.