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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Sport

Heißer Ritt im weißen Gold

Snowboarden

Snowboarding-Tipps für Einsteiger

Es war ein Wintertag im Jahre 1965, als der US-amerikanische Wellenreiter Sherman Poppen zwei Skibretter zusammenfügte, um seiner Tochter das „Surfen“ durch die schneebedeckten Berge Michigans zu ermöglichen.

Gleichzeitig wurde es die Geburtsstunde einer völlig neuen Fortbewegungsart, die letztlich die Wintersportszene nachhaltig verändern sollte. Snowboarding ähnelt zwar dem Skifahren, doch die Idee basiert auf den Erkenntnissen des Windsurfens und Skateboardfahrens. Frühe Pioniere wie Jake Burton, Dimitrije Milovich oder auch Tom Sims trieben die Entwicklung und Optimierung neuartiger Bretter voran. Der Siegeszug konnte beginnen.

Lawinenartige Entwicklung
Mitte der 80er Jahre hatte die neue Welle alle großen Ski-Resorts in den USA erobert und selbst Roger Moore alias James Bond schwor in dem Kino-Hit „Im Angesicht des Todes“ bei der Verbrecherjagd auf das neue Fortbewegungsmittel. Während der Winterspiele 1998 in Nagano feierte das Snowboarden sein olympisches Debüt und kehrte 2006 ins olympische Programm zurück. Zu Beginn des neuen Jahrtausends gab es weltweit keine Sportart mit einer stärker wachsenden Zahl von Anhängern. Das einstige „Bad Boy“-Image der Pioniere gehört inzwischen der Vergangenheit an, doch noch immer schnitzt das Snowboarden seine eigenen Pfade in die Wintersportszene rund um den Globus.

Hinweise für Anfänger
Trotz der gestiegenen Popularität ist Snowboarding für viele weiterhin absolutes Neuland. Die ersten „Schritte“ wollen wohlüberlegt sein, um das beeindruckende Erlebnis in vollen Zügen genießen zu können. Erfahrene Skilehrer betonen immer wieder, dass Snowboarden nur wenig mit Skifahren zu tun hat. Während man sich beim Skifahren auf ähnliche Bewegungsmuster wie beim Laufen verlassen kann, bewegt man sich beim Snowboarden ganz anders, denn beide Beine sind mit einem einzigen Brett verbunden. Die ersten drei Tage sind deshalb die härtesten. Erfreulich für Anfänger: Schon in kurzer Zeit lassen sich die wichtigsten Regeln erlernen! „Man soll sich nicht entmutigen lassen, muss ab und zu mal auf die Zähne beißen und einfach nur durchhalten“, lautet der Rat erfahrener Snowboard-Lehrer.

Schritt für Schritt zum Ziel

  1. Warme Funktionsbekleidung mit der nötigen Bewegungsfreiheit wird dringend empfohlen. Gerade Neueinsteiger sollten aufgrund der Verletzungsgefahr unbedingt in Erwägung ziehen, Helm und Handgelenkschützer zu tragen.
  2. Ein Patentrezept für eine sichere Körperhaltung gibt es nicht. Jeder muss für sich selbst die geeignete Position finden. Eine Unterscheidung liegt hierbei in der Stellung der Füße. Diese stehen zwar immer hintereinander auf dem Board, allerdings kann man selbst entscheiden, ob der linke oder der rechte Fuß vorn in Fahrtrichtung steht. Ist der linke Fuß vorn, ist man in der Snowboarder-Sprache ein „Regular“. Ist der rechte Fuß vorn, spricht man von einem „Goofy“.
  3. Zur Eingewöhnung erscheint es sinnvoll, nur einen Schuh in der Bindung zu befestigen und sich Schritt für Schritt auf die neue Situation einzustellen.
  4. Erste Fahrversuche an kleinen Abhängen genügen für den Anfang vollkommen. Wichtiger ist erst einmal das Erlernen der richtigen Technik. Suchen Sie sich gemeinsam mit anderen Einsteigern einen abgelegenen und flachen Pistenabschnitt aus, um niemanden zu gefährden und um die nötige Ruhe für Ihren Lernprozess zu finden.
  5. Um flache Ebenen zu durchqueren ist das Skating eine wichtige Fertigkeit. Einen Fuß befestigen Sie in der Bindung, und mit dem anderen stoßen Sie sich zur Fortbewegung ab.
  6. Machen Sie sich am Sessellift mit dem Ein- und Ausstieg vertraut. Wenn nötig holen Sie sich Anregungen von anderen Aktiven. Jedes Skigebiet verfügt über einen Sessellift für Anfänger.
  7. Haben Sie etwas Geduld beim Erlernen der grundlegenden Fortbewegungstechniken. Schon nach ein paar Stunden können die ersten kleinen Kurven gefahren und ein erstes Erfolgserlebnis verbucht werden. Kurven fahren wird zwar in der Anfangsphase immer eine kleine Wackelpartie bleiben und Sie werden sich auch oft genug im Schnee wiederfinden, aber das wird mit zunehmender Erfahrung deutlich besser. Nutzen Sie die Erfahrungen „alter Hasen“ und scheuen Sie sich nicht, sie auch einmal um Rat zu fragen.


nawe

Fotos: Shutterstock