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Es lebe die Bundesliga!
Die Fans haben auch nach der Weltmeisterschaft noch »Fußball-Heißhunger«.
Nun hat es leider doch nicht ganz gereicht zum WM-Titel, aber die Spielfreude der deutschen Elf hat Zeichen gesetzt. Und deshalb ist für die Fußball-Fans in Deutschland der Auftakt zur Bundesliga-Saison 2010/11 nicht weniger bedeutsam, als es das Fußball-Fest in Südafrika war.
Im Mai reckten die Spieler des FC Bayern die Schale in die Höhe, Bochum und Hertha BSC mussten den bitteren Gang in die Zweite Bundesliga antreten und der 1. FC Nürnberg konnte sich im Duell mit dem FC Augsburg die Klasse in den beiden Relegationsspielen sichern. Dramatik pur also in den Stadien.
Zurück zu den Wurzeln.
Auch die neue Spielzeit verspricht wieder viel Spannung. Und das nicht nur deshalb, weil sich zahlreiche der jungen deutschen Kicker während der WM in den Mittelpunkt spielen konnten, sondern auch weil mit Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack der momentan prominenteste deutsche Kicker sein Comeback in der Bundesliga feiern wird.
Der 98-malige Nationalspieler kam bislang für den 1. FC Kaiserslautern, Bayer Leverkusen und den FC Bayern München auf 232 Erstliga-Einsätze (75 Tore). Vier Mal wurde der Mittelfeldspieler Deutscher Meister, gewann drei Mal den DFB-Pokal und stand mit Leverkusen sowie dem FC Chelsea im Finale der Champions League. Mit Chelsea gewann er zudem in diesem Jahr das englische Double. Nach den tollen Erfolgen auf der Insel möchte Ballack nun mit seiner »alten Liebe« Bayer 04 Leverkusen Erfolge feiern. Die Konkurrenz wird den Transfer des Jahres mit Unbehagen zur Kenntnis genommen haben.
Platzhirsch an der Isar.
Doch egal, auf welche Art und Weise sich die Clubs aus Leverkusen, Schalke, Bremen, Dortmund oder Stuttgart auch verstärken werden: Der Rekordmeister, Double-Gewinner und Champions-League-Finalist FC Bayern München, wird auch in der Saison 2010/11 wieder das Maß aller Dinge darstellen. Gelingt es den Verfolgern nicht, mehr Konstanz an den Tag zu legen, dann wird das Star-Ensemble von der Isar nur schwer von der Spitze zu verdrängen sein.
Mit Robben, Ribery oder auch Lahm verfügt die van-Gaal-Elf über außergewöhnliche Spielerpersönlichkeiten. Und wer sich an die Fußball-Demonstration der Bayern im Saison-Endspurt und beim DFB-Pokalfinale gegen den SV Werder Bremen erinnert, der kann sich nur schwer vorstellen, dass die kommenden Monate Überraschungen an der Spitze parat halten werden.
Aufsteiger und Fußball-Kult.
Ganz andere Saisonziele als die Spitzenteams verfolgt der FC St. Pauli. Nach einer Berg- und Talfahrt durch den deutschen Ligafußball meldet sich der Kultklub vom Kiez in der höchsten deutschen Spielklasse zurück. Die Elf von der Hamburger Amüsiermeile will diesmal mehr als »nur« um den Klassenerhalt kämpfen. Nach Jahren der erfolgreichen Umstrukturierungen präsentieren sich die einstigen Piraten der Bundesliga in einem neuen Gewand. Die Fans sind noch die alten, treu ergeben, originell, friedlich und stimmgewaltig. Doch das altehrwürdige Stadion am Heiligengeistfeld ist nach den Umbauarbeiten ein echtes Schmuckkästchen geworden. Erstmals will der FC St. Pauli ein Bundesliga-Spiel gegen den Lokalrivalen HSV in seiner eigenen Heimstätte austragen.
Aber auch der 1. FC Kaiserslautern wird nach dem Wiederaufstieg wieder für viel Belebung sorgen. Die Roten Teufel vom Betzenberg, immerhin Gründungsmitglied der 1. Bundesliga, wollen sich so schnell wie möglich wieder im Fußball-Oberhaus etablieren. Der viermalige deutsche Meister kann dabei, genau wie der FC St. Pauli, auf ein begeisterungsfähiges Publikum bauen, das immer für ein paar Extrapunkte gut sein dürfte.
Neuer Ball, viele Tore.
Und auch in der neuen Saison werden die Fans ihren Lieblingsclubs wieder die Bude einrennen. Der Boom in der Ersten Bundesliga scheint unaufhaltsam. 12,8 Millionen Zuschauer verfolgten in der abgelaufenen Spielzeit die 612 Partien, das sind durchschnittlich überragende 41.802 Fans – mehr als in jedem anderen europäischen Land.
Eine Neuerung erfahren die beiden höchsten deutschen Spielklassen. Erstmals startet die Saison mit einem einheitlichen Ball. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) präsentierte das neue Spielgerät mit dem Namen »Torfabrik« während der Weltmeisterschaft in Pretoria. In der abgelaufenen Saison durfte in 306 Begegnungen insgesamt 866 Mal gejubelt werden, das waren immerhin 2,83 Mal pro Spiel. Und vielleicht können die Torjäger zwischen Hamburg und Freiburg diese Quote in der am 20. August beginnenden Saison noch einmal in die Höhe schrauben.nawe







