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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Sport

Es ist Brettzeit

Attraktive Skilanglaufgebiete in Deutschland und Österreich

Während die einen sich an schnellen Abfahrten berauschen, erfreuen sich die anderen am Erlebnis Natur. Holen die einen das letzte Quentchen Adrenalin aus ihrem Körper, gehen die anderen bis an die Grenze ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit. Und derweil die einen nach einem langen Tag beim Après-Ski „oa Mordsgaudi hoam“, ziehen die anderen dem Trubel eine Kaminrunde im Kreise guter Freunde vor.

Das ist natürlich sehr klischeehaft gedacht, denn zuweilen kommt der eine auch zum anderen. Wir jedenfalls kommen jetzt zum Thema Skilanglauf. Reizvolle Skilanglaufgebiete gibt es wie Schnee auf Bergen. mein coop magazin stellt Ihnen in dieser Ausgabe einige davon vor.

Zuoberst Oberstdorf

Das im Allgäu gelegene Oberstdorf kann auf eine lange Tradition im Wintersport zurückblicken. Bekannt geworden ist die Gemeinde nicht zuletzt als einer der Austragungsorte der 4-Schanzen-Tournee. Langläufer finden hier insgesamt 80 km Loipe, die jedem Niveau, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen, gerecht werden.

Am Wochenende des 20. Januar treten zahlreiche nationale wie internationale Spitzensportler zum FIS-Weltcup im Skilanglauf an. Da dies der vorletzte Test vor den Olympischen Winterspielen ist, werden alle Athleten bis an die Reserven gehen, um das Ticket nach Turin entweder zu sichern oder doch noch zu lösen.

Weitere Wintersportprominenz trifft man im Eissportzentrum an, welches drei Eishallen und eine Indoor-Kletteranlage beherbergt. Neben dem Eis(kunst)lauf stehen Eishockey, Curling und Eisstockschießen im Angebot. Wen es hoch hinauszieht, dem sei ein Besuch des Nebelhorns empfohlen. Auf 2224 m Höhe bietet sich dem Betrachter ein 400 Gipfel umspannender, majestätischer Panorama-Blick.

Und wer besonders abenteuerlustig ist, der begibt sich zur Mittelstation Höfatsblick. Von dort aus geht es im Flying Fox, sicher eingespannt, am 300 m langen Seil abwärts.

"Harz aber herzlich"

Der Name Harz hat derzeit keinen allzu hohen Kredit. Aber was kann ein Mittelgebirge dafür, wenn es einen Namenszwilling in Form unliebsamer Reformen bekommt.

Mit Braunlage, Hahnenklee-Bockswiese, Hohegeiß und St. Andreasberg sind es vier Orte, die den Harzer Wintersport maßgeblich prägen. Aber die haben es in und um sich! Langlauf-Enthusiasten blicken auf ein Gebiet, das sich mit seinem 500 km umfassenden Streckennetz dem Namen eines Langlaufgebiets mehr als würdig erweist. Das Rahmenprogramm lässt keine Wünsche offen, sei Entspannung, Kultur oder Familienunterhaltung gesucht.   

Die Gustav-Adolf-Kirche in Hahnenklee ist den nordeuropäischen Stabskirchen nachempfunden und in Gestaltung und Konstruktion einzigartig in Deutschland. St. Andreasberg weiß mit gleich zwei Einzigartigkeiten aufzuwarten: der Welt beispiellosem Kanarienvogelmuseum und der im Silbererzbergwerk „Grube Samson“ letzten noch funktionstüchtigen „Fahrkunst“ (Aufzug). Unzählige Rodelbahnen warten auf ein schnelles Intermezzo, Schlittenhundrennen entführen den Besucher in die Regionen um den Polarkreis, und ein Besuch des Thermal-Freibades entspannt die vielleicht von der Kälte bereits taub gewordenen Nerven.

Herrschaftszeiten

Unter den Skilangläufern rangiert die Region Kaiserwinkl in Tirol an der Spitze der europäischen Beliebtheitsskala. Die Ortschaften Kössen, Schwendt, Walchsee und Rettenschöss sind über 140 km Skilanglaufspuren miteinander verbunden.

Der richtigen Spur nachgehen
Der Schwierigkeitsgrad einer Loipe hängt letztendlich davon ab, wie viel Schnee wann auf der Strecke gefallen ist. Generell aber gilt, eine blau eingetragene Strecke gilt als leicht, rot als mittel und schwarz als schwer. Hier können auch schon mal Steigungen von bis zu 15 % vorkommen. Grün eingezeichnete Spuren markieren Skatingloipen.

Mit dem „Koasalauf“, was zu Hochdeutsch Kaiserlauf heißt, ist die Region Gastgeber einer der größten Langlaufveranstaltungen im Alpenraum. Dieses Jahr gehen Spitzen- wie Freizeitsportler gleichermaßen am 13. Februar an den Start. Um seinen Gästen etwas Besonderes zu bieten und sich von anderen Anbietern abzuheben, gibt es auch in diesem Jahr eine Ballonfahrerwoche. Vom 29. Januar bis zum 3. Februar steigen über ein Dutzend Heißluftballone aus 5 Ländern in die Atmosphäre auf. Und wer zwischenzeitlich genug hat von den Brettern, die manchen ebenfalls die Welt bedeuten, der kann auch mitfliegen und noch mehr Höhenluft schnuppern. Allerdings für einen nicht geringen Obolus erst ab 150 Euro!

Alles – nur nicht lasch

Zu guter Letzt empfehlen wir „die Leutasch“, wie seine Bewohner das 16 km lange Leutaschtal liebevoll nennen. Es liegt auf einem schneesicheren Hochplateau auf 1130 m Höhe, umgeben vom Karwendel- und Wettersteingebirge.
240 km gespurte Loipen stehen hier zu Buche. Aber Vorsicht vor der „wilden Musik“. Der Sage nach stammt sie von weißen Geistern, die alle über 1 m Größe verschleppen. Also einfach nach hinten fallen lassen, dann bleibt man unversehrt. Womit wir sie doch noch hätten, die Gemeinsamkeit der Abfahrts- und Langläufer.

Nähere Infos zu den vorgestellten Skilanglaufgebieten finden Sie unter:

www.oberstdorf.de
www.kaiserwinkl.com
www.leutasch.net
www.harzinfo.de

ath

Fotos: Tourist Information Oberstdorf (1), Harzer Verkehrsverband (2), Tourismusverband Kaiserwinkl (2), Olympiaregion Seefeld (2)