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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Sport

Einfach „niederschmetternd“!

Volleyball: Schweriner SC

Der Schweriner Sportclub steht für hochklassigen Damen-Volleyball.

Schon zu DDR-Zeiten war der SSC eine erfolgreiche Mannschaft, die den europäischen Vergleich nicht zu scheuen brauchte. Und auch die gesamtdeutsche 1. Bundesliga, die für die meisten ostdeutschen Sportvereine seit 1991 erst einmal den Abstieg oder sogar die Auflösung bedeutete, konnte die Spielerinnen aus Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt nicht aufhalten.

Die finanziellen Probleme, die den ehemaligen Ost-Vereinen zunächst das Leben so schwer machten, konnten vom Schweriner Sportclub rechtzeitig umschifft werden – nicht zuletzt auch mit Hilfe der coop eG, die hier mit den sky-Märkten als Sponsor auftritt. Es gelang, mit viel Engagement an die bisherigen Erfolge – zum Beispiel siebenfacher (Ost-)Deutscher Meister und achtmaliger Pokalsieger – anzuknüpfen und so von Anfang an ein Zeichen für die Qualität des hiesigen Leistungssports zu setzen – und das jenseits des Dunstkreises dubioser sozialistischer Kaderschmieden.

Erfolge in Folge
Inzwischen kann sich die 1. Volleyball-Damenmannschaft des 1955 gegründeten Vereins schon über eine ganze Reihe „bundesdeutscher“ Titel freuen. In den Jahren 1995, 1998, 2000, 2001, 2002 und 2006 sicherte man den Meistertitel im Damen-Volleyball, 2007 verlor man den Titel nur knapp an Dresden.
Und in den Jahren 2001, 2006 und 2007 konnte man sich den Titel des Deutschen Pokalsiegers auf die Fahne schreiben.

Auch in allen anderen Wettbewerben spielt das Team um den norwegischen Trainer Tore Aleksandersen, der hier seit 2003 tätig ist, natürlich weiterhin ganz vorne mit: Zum Beispiel mit dem respektablen dritten Platz im Europapokal des letzten Jahres.

Gute Mischung
Wer immer davon ausging, dass beim Volleyball alle Spielerinnen so groß wie Tina Gollan (1,98 m; Diagonal/Außenangriff) oder Kristin Kasperski (1,94 m; Diagonal/Außenangriff) sind, kann sich beim SSC eines Besseren belehren lassen: Die auf der Libera-Position spielende Rie Kato aus Japan ist gerade einmal 1,60 m groß, Zuspielerin Kathleen Weiß kommt knapp über 1,70 m.
Auch die Altersstruktur dieses Spitzenteams erscheint recht breit gestreut, denn zwischen „Nesthäkchen“ Berit Kauffeldt (17 Jahre; Mittelblock) und Anzhela Kryvarot (35 Jahre; Außenangriff) liegen immerhin 18 Jahre. Aber vielleicht ist diese fast generationsübergreifende Struktur ja auch Teil des Erfolgsgeheimnisses? Volleyball ist offensichtlich ein Sport, der Spielern mit sehr verschiedenen Voraussetzungen eine passende Rolle in der Sechser-Aufstellung bieten kann.

Keine Nachwuchssorgen
Die sportlichen Erfolge sind aber auch das Resultat eines gut funktionierenden Netzwerks mit dem Olympiastützpunkt Mecklenburg-Vorpommern, dem Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern, der Landeshauptstadt Schwerin und dem Bundesland selbst. Diese Verbindungen unterstützen die exzellente Jugendarbeit des Clubs, die sich nicht nur in erfolgreichen Juniormannschaften zeigt: Immerhin ist der SSC nicht mit der Verpflichtung großer und unbezahlbarer Weltstars erfolgreich geworden, sondern mit talentierten Nachwuchsspielerinnen aus Schwerin und Umgebung.

Alleine in der abgelaufenen Saison standen im Kader der Bundesligamannschaft acht Spielerinnen, die beim Schweriner SC das Volleyballspielen von klein auf gelernt haben. Seit Jahrzehnten gehören die Schweriner Talente fest zu den Auswahlmannschaften des Deutschen Volleyball-Verbandes. Gleichzeitig ist man so seinen regionalen Wurzeln treu geblieben, was gerade auch die Fans sehr zu schätzen wissen, die sich wie kaum andere mit ihrem Verein identifizieren können.

Stimmungsmacher
Die Schweriner Fans und ganz besonders die Truppe des Mitte der 90er Jahre gegründeten SSC-Fanclubs liefern bei jedem Spiel ihrer Mannschaft mindestens eine genauso spektakuläre Vorstellung ab wie die Sportlerinnen. Während der Heimspiele herrscht so in der Volleyballhalle am Lambrechtsgrund eine ganz besondere Atmosphäre, und auch die Auswärtsspiele muss der Schweriner Sportclub nicht ohne lautstarke Unterstützung absolvieren.
Mit gut einstudierten und von Trommelrhythmen begleiteten Schlachtrufen wie „Niemand wird es wagen, den SSC zu schlagen!“ ziehen die Fans schon mal die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Sportliche Fairness wird aber auch nach dem Spiel immer groß geschrieben – deshalb pflegt man hier enge Freundschaften mit den anderen Fangruppen.
Die coop eG wünscht den Damen vom Schweriner Sportclub auch weiterhin „ein gutes Händchen“ und viel Erfolg in der laufenden Saison!

flo

Weitere Infos unter
www.schweriner-sc.com

Fotos: Schweriner Volkszeitung/Kewitz