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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Sport

Eine reine Bauchentscheidung

Bauchtraining

Der nächste Sommer kommt bestimmt. Höchste Zeit also, etwas für die Bauchmuskulatur zu tun.  Die ersten Vorboten des Frühlings ziehen über das Land. Reger werdende Aktivitäten lösen die ruhige Beschaulichkeit der frostigen Wintermonate ab. Das gilt nicht nur für die Natur um uns herum, sondern auch für uns selbst.

Oft ist es mit unserer körperlichen Verfassung nach den Wochen der gemütlichen Lethargie nicht zum Besten bestellt. Überschüssige Pfunde erinnern an die Verlockungen der Feiertage. Doch mit jedem wärmenden Lichtstrahl packt uns der Ehrgeiz, dem Bewegungsmangel und dem ungeliebten Ballast an den Hüften endlich mit wirkungsvollen Strategien Paroli zu bieten.

Sit-ups allein reichen nicht
Gute Vorsätze allein reichen allerdings häufig nicht aus, um die notwendigen Veränderungen dauerhafter Natur werden zu lassen. Gerade mit Blick auf den nahenden Sommer gewinnt der Gedanke an Fitness und Figur täglich an Bedeutung. Spätestens wenn die Kleiderordnung des einsetzenden Frühlings unsere optischen „Qualitäten“ schonungslos zutage treten lässt, ist es an der Zeit, das Problem anzupacken. Die Formung der Körpermitte wird dabei zum zentralen Thema unserer Überlegungen.

Doch nur mit ein paar Sit-ups und der neuesten Brigitte-Diät werden wir auch in diesem Jahr weder zur Fitness-Ikone noch zum ultimativen Hingucker im nahe gelegenen Freibad. Bauchtraining will gelernt sein und sollte in einer gewissen Disziplinierung in Bezug auf liebgewonnene Methoden der Nahrungsaufnahme einen engen Verbündeten finden.

Mäßig, aber regelmäßig
Leider viel zu oft finden wir beim Blick in das Fitnesscenter um die Ecke hochmotivierte Gleichgesinnte, deren Engagement aufgrund falscher Techniken und radikaler Vorgehensweise schnell wieder abebbt. Tatsächlich kann man trotz hohem körperlichem Einsatz geradewegs am Ziel vorbeitrainieren, wenn nicht sogar dem Körper schaden. Umsicht und Systematik sind also auch hier gefragt.

Die Bauchmuskulatur unterscheidet sich in ihrer Struktur grundsätzlich nicht von anderen Muskeln. Sie ruht zwar sicherlich nicht auf einem knochigen Untergrund wie zum Beispiel der Bizeps, aber die Art der Kontraktion und des Wachstums sind identisch. Genau wie alle anderen Muskelgruppen auch, so sollten wir unsere Körpermitte nicht durch tägliches Training überstrapazieren. Auch hier gilt: Regeneration ist Trumpf.

Mit zweimaligem Training pro Woche können wir uns ein starkes Grundgerüst aufbauen. Allerdings sollten wir eine gewisse Trainingsintensität einhalten. Und Bauchtraining ist sicherlich kein Zuckerschlecken. Die Auswahl geeigneter Trainingsformen ist der Schlüssel zum Erfolg. Dabei benötigen wir nicht notwendigerweise ein Fitnesscenter. Dennoch sollten wir uns unbedingt um eine professionelle Einführung bemühen.

Immer wieder wird empfohlen, die Bauchmuskulatur mit Übungen zu „reizen“, die unseren Bewegungen im Alltag entsprechen. Isometrische Übungen, also das Verharren in bestimmten Positionen, entspricht ihrer Hauptfunktion, der Rumpfstabilisierung. Sollten uns diese Übungen mit zunehmendem Trainingserfolg stetig leichter fallen, kann der erschwerende Einsatz von Gymnastikball oder den immer beliebter werdenden Gymnastikbändern durchaus sinnvoll sein.

Fettabbau durch Bauchtraining?
Ein gezielter Fettabbau am Bauch durch entsprechende Trainingsmethoden – das ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen – ist unmöglich. Jeder kann zwar mit einem ausgewogenen Training starke und ausdauernde Bauchmuskeln entwickeln, doch solange der darüber liegenden Fettschicht nicht mittels Ernährungsumstellung und Herz-Kreislauf-Training (zum Beispiel durch Joggen) der Garaus gemacht wird, können wir lange auf bewundernde Blicke warten.

Ein starkes Kreuz
Neben dem für viele Menschen unmittelbaren Wunsch, dem eigenen Körper durch eine straffe Taille mehr Attraktivität zu verleihen, steht für viele das Bauchtraining im Mittelpunkt ihres Kampfes gegen berufsbedingte Haltungsschäden. Denn durch die gestärkten Muskeln am Bauch wird auch die Wirbelsäule maßgeblich stabilisiert. Gerade bei Menschen, die viel und lange sitzen, erschlafft die Bauchmuskulatur rasch und begünstigt so zum Teil schmerzhafte Haltungsschäden.
Also, gehen Sie intelligent und in Übereinstimmung mit wissenschaftlich unterstütztem Spezialtraining vor. Dann werden Sie sich auf lange Sicht in Ihrem Beruf, während der Freizeit und im Alltag auf eine starke Mitte verlassen können!

nawe

Fotos: mcm-Archiv (4)