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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Sport

Die Spiele können beginnen

Handball-Weltmeisterschaft 2007

Erneut steht Deutschland als Veranstalter im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit, wenn am 19. Januar in der Berliner Max-Schmeling-Halle die Handball-WM 2007 angepfiffen wird.

IHF-Präsident Dr. Hassan Moustafa ist davon überzeugt, „dass Deutschland den perfekten Rahmen für die 20. Weltmeisterschaft abgeben und der Handball einen weiteren Schub bekommen wird“. 24 Teams werden in 6 Vorrunden­gruppen um den Einzug in die Hauptrunde kämpfen.

Mit den Konkurrenten Polen, Argentinien und Eröffnungsspielgegner Brasilien warten durchaus lösbare Aufgaben auf die Mannschaft von Nationaltrainer Heiner Brand. Der Weltmeister von 1978 und 6-malige Deutsche Meister glaubt in einer möglichen Finalrunde durchaus an die Chance, dass das Aufgebot um Florian Kehrmann, Henning Fritz und Pascal Hens mit den „tollen Zuschauern im Rücken über sich hi­nauswachsen kann“.
Die Handball-WM wird auch in Deutschland wieder zur großen Bühne für Weltstars werden. Einer von ihnen ist sicherlich Handballstratege Nikola Karabatic, der zurzeit als der kompletteste Spieler der Welt gilt.

Die Stars

Aber auch Rückraumspieler Olafur Stefansson wird mit Island die Zuschauer in Verzückung versetzen können. Neben dem Tunesier Wissem Hmam, der seit seinen 13 Treffern im letzten World-Cup-Endspiel in seiner nordafrikanischen Heimat als Volksheld verehrt wird, gilt vor allem der Kroate Ivano Balic als Handballgenie. Sein häufig lustlos und gelangweilt wirkendes Auftreten täuscht über seine Ausnahmestellung im Welthandball hinweg, denn der für Portland San Antonio spielende Balic gilt als absolut unberechenbar.

Die Favoriten

Neben den Kroaten, die mit Lino Cervar vielleicht über den fähigsten Trainer der Welt verfügen, ist erneut auch mit dem amtierenden Weltmeister Spanien zu rechnen. Die Iberer werden mit ihrem „Chef“ Iker Romero sicher eine ganz starke Rolle spielen. Aber auch Tunesien darf nicht unterschätzt werden. Beim World Cup hielten die Nordafrikaner gegen Kroatien erstaunlich lange mit und gelten seitdem als echter Geheimtipp. Europameister Frankreich mit dem für den THW Kiel spielenden Weltklasse-Keeper Thierry Omeyer verfügt auf dem Parkett mit Bertrand Gille, Jerome Fernandez und Nikola Karabatic über herausragende Möglichkeiten. Stars und Fans werden sicher die beiden tragenden Säulen der Handball-WM in Deutschland sein. Freuen wir uns auf ein brillantes Feuerwerk auf dem Parkett, ausgelassene Stimmung auf den Rängen und rauschende Handballfeste.

Interview

mein coop magazin sprach mit Uwe Schwenker, Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1984 und Manager des deutschen Rekordmeisters THW Kielmein

coop magazin: Herr Schwenker, mit welchen Erwartungen blicken Sie auf die anstehende Handball-WM in Deutschland?

Uwe Schwenker: Die WM wird unserem Sport einen weiteren Auftrieb geben. Die Zuschauerzahlen werden imponierend sein, so viel lassen die Verkaufszahlen schon jetzt erahnen. Ich sehe die große Chance, dass sich die Bevölkerung bei einem guten Auftritt unserer Nationalmannschaft verstärkt mit dem Handball identifizieren kann.

mein coop magazin: Die Rahmenbedingungen für den Handballsport haben sich in den letzten Jahren ja bereits stetig verbessert …

Uwe Schwenker: Wenn man sich einmal die Austragungsstätten der WM anschaut, dann ist das schon jetzt absolute Weltklasse. Hallen wie die Color Line Arena, die SAP Arena oder auch die Köln Arena haben genau wie die Kieler Ostseehalle den höchstmöglichen Standard erreicht. Handball besitzt inzwischen echten Event-Charakter. Und die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender werden die Spiele der deutschen Mannschaft allesamt live übertragen.

mein coop magazin: Wie lautet Ihre WM-Prognose?

Uwe Schwenker: Unser Team hat erneut mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Wir hatten Losglück, auch wenn man vor allem Polen niemals unterschätzen darf. Vielleicht kann die Leistung der Klinsmann-Elf als Vorbild dienen. Wenn der Funke überspringt, dann ist alles möglich. Mit Kroatien und Frankreich ist immer zu rechnen, das sind wohl momentan die spielstärksten Mannschaften. Aber auch Spanien ist als amtierender Weltmeister nicht zu unterschätzen. Und dahinter sehe ich dann auch schon Dänemark und Deutschland.

Die Vorrundenspiele der deutschen Nationalmannschaft:

  • Brasilien, 19. Januar, 17.30 Uhr in Berlin
  • Argentinien, 21. Januar, 17.30 Uhr in Halle/Westfalen
  • Polen, 22. Januar, 14.00 Uhr in Halle/Westfalen


Gruppenbild

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft am 24. Oktober 2006

hintere Reihe von links:

Pascal Hens, Sebastian Preiß, Holger Glandorf, Lars Kaufmann, Michael Hegemann, Andrej Klimovets;


mittlere Reihe von links:

Tom Schneider (Teamkoordinator), Martin Heuberger (Co-Trainer), Dr. Ulrich Dobler (Teamarzt), Wolfgang Hahn (Physiotherapeut), Torsten Jansen, Michael Haaß, Rolf Hermann, Oliver Roggisch, Dominik Klein, Norbert Mommsen (Physiotherapeut), Heiner Brand (Trainer);


vordere Reihe von links:

Christian Sprenger, Carsten Lichtlein, Henning Fritz, Johannes Bitter, Florian Kehrmann, Markus Baur.


nawe

Foto: Michael Heuberger