Artikel dieser Ausgabe aus Sport
Meine Gesundheitsapotheke
Die 3. Liga
Eine neue Zeitrechnung im deutschen Fußball.
Am 26. Juli 2008 hat im deutschen Fußball eine neue Epoche begonnen: Die neue 3. Profi-Liga hat ihre Tore geöffnet. Nachdem in den letzten 12 Monaten in den beiden drittklassigen Regionalligen Nord und Süd ein erbitterter Kampf um die Plätze entbrannt war, standen die Gründungsmitglieder der eingleisigen 3. Liga Anfang Juni endgültig fest.Der Deutsche Fußball-Bund e.V. (DFB) plant, die neue Spielklasse in ein Erfolgsmodell zu verwandeln. Mit eigenem Logo und einer strengen Lizenzierung will man das Unterhaus der beiden Bundesligen zu einer eigenen attraktiven Marke werden lassen. Es sind 16 Regionalligisten und 4 Zweitliga-Absteiger, die das Gerüst der neuen Liga bilden.
Traditionsvereine
Bundesweit wird zukünftig zwischen Bremen und Burghausen, Berlin und Sandhausen nach englischem Vorbild Drittliga-Fußball gespielt. Dabei kommen die Zugpferde der Liga vornehmlich aus dem Gebiet der Regionalliga Nord. Neben den ehemaligen DDR-Titelträgern SG Dynamo Dresden, FC Carl Zeiss Jena und FC Rot-Weiß Erfurt gehen mit Fortuna Düsseldorf 1895 und Eintracht Braunschweig zwei weitere traditionsreiche Altmeister ins Rennen. Letzterer durfte in der abgelaufenen Saison durchschnittlich über 14 000 Besucher bei seinen Heimspielen begrüßen und wird sicherlich auch in der 3. Liga ein echter Zuschauermagnet sein.
Ziel: die 2. Bundesliga
Für viele Drittligisten bleibt trotz der neuen Spielklasse die 2. Bundesliga das Ziel aller Träume. Sowohl der Meister als auch der Vizemeister der 3. Liga besitzen zukünftig ein direktes Aufstiegsrecht. Der Tabellen-dritte wird sich in zwei Relegationsspielen mit dem Drittletzten der 2. Bundesliga um den letzten freien Platz streiten müssen. Die vielerorts aufgrund mangelnder Attraktivität wenig geliebten Zweitvertretungen der Bundesliga-Profivereine sind von dieser Aufstiegsregelung ausgeschlossen. Mit Bayern München II, Werder Bremen II und dem VfB Stuttgart II gehen drei Nachwuchsmannschaften in der Saison 2008/09 an den Start. Neben der sportlichen Qualifikation hatten die Gründungsmitglieder der 3. Liga erhebliche Auflagen zu erfüllen, um die Lizenz für die neue Spielklasse zu erhalten. Dazu gehört neben strengen wirtschaftlichen Voraussetzungen auch eine Mindestzuschauerkapazität der Stadien von 10 000, bei den Zweitvertretungen der Bundesligavereine von 5000 Plätzen.
Der Süden greift an
Mit den Vereinen VfR Aalen, SV Sandhausen, SpVgg Unterhaching, Wacker Burghausen, Jahn Regensburg und den Stuttgarter Kickers wollen sich neben Bayern München II und dem VfB Stuttgart II sechs weitere Süd-Clubs in der 3. Liga etablieren. Dabei sind die Perspektiven dieser Vereine durchaus unterschiedlicher Natur.
VfR Aalen
Mit der neuen sportlichen Führung um Edgar Schmitt und Martin Braun soll im Städtischen Waldstadion ein neuer Anlauf Richtung Bundesliga-Fußball unternommen werden. In der letzten Saison passierten beachtliche 60 000 Fans die Stadiontore. Auch in der kommenden Spielzeit setzt die Elf um Routinier Christian Alder auf die eigenen Anhänger. Dem VfR Aalen ist in der neuen 3. Liga sicherlich mehr als eine Außenseiterrolle zuzutrauen.
SV Sandhausen
Bis zum letzten Regionalliga-Spieltag hatte der zweimalige Deutsche Amateurmeister SV Sandhausen die Chance auf den Sprung in die 2. Bundesliga. Eine herbe 0:4-Pleite gegen den VfB Stuttgart II sowie die Erfolge der direkten Konkurrenten FSV Frankfurt und FC Ingolstadt beendeten alle Träume. Für die neue 3. Liga peilt „Die Macht vom Hardtwald“ einen Platz im oberen Tabellendrittel an, vielleicht auch mehr.
SpVgg Unterhaching
Trainer Ralph Hasenhüttl und sein Assistent Matthias Lust haben im Generali Sportpark einiges vor in dieser Saison. Für Manager Norbert Hartmann besitzt neben attraktivem Fußball vor allem die Talentförderung oberste Priorität. Sorgen bereiten Hartmann noch immer die strengen Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes. Im Gegensatz zu anderen Clubs scheut sich der Manager vor finanziellen Drahtseilakten.
Wacker Burghausen
Der ehemalige Zweitligist kann weiter auf die Unterstützung der Wacker Chemie AG vertrauen. Nach Platz 7 in der Regionalliga Süd und der damit verbundenen Drittliga-Qualifikation konnten auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen gewährleistet werden. Ob es an der Salzach allerdings für den Sprung in höhere Tabellenregionen reicht, das bleibt abzuwarten.
Jahn Regensburg
Die Franken vertrauen in der neuen Saison weitestgehend dem Kader, der den Einzug in die 3. Liga realisieren konnte. Sportchef Horst Eberl hält nicht viel von großen personellen Umwälzungen. Mit Patrick Würll (Dresden) und Alexander Maul (Jena) konnte man allerdings zwei Akteure gehobenen Formats für ein Engagement am Städtischen Stadion gewinnen.
Stuttgarter Kickers
Der Club aus Degerloch schaffte quasi in letzter Sekunde den Sprung in die dritte Profi-Liga. Lange Zeit sah die sportliche Zukunft alles andere als rosig aus. Nun wollen die Kickers auf der Waldau eine Mannschaft mit Perspektive aufbauen. Eine wichtige Rolle spielt dabei laut Kickers-Manager Joachim Cast Mittelfeldspieler Alexander Rosen, der seinen Vertrag kürzlich um drei Jahre verlängert hat.
Die Teams der 3. Liga, Saison 2008/09
Zweitliga-Absteiger
Kickers Offenbach, FC Erzgebirge Aue, SC Paderborn, FC Carl Zeiss Jena.
Regionalliga Nord
Fortuna Düsseldorf 1895, FC Union Berlin, Werder Bremen II, Wuppertaler SV Borussia, FC Rot-Weiß Erfurt, SG Dynamo Dresden, BSV Kickers Emden, Eintracht Braunschweig.
Regionalliga Süd
VfB Stuttgart II, VfR Aalen, SV Sandhausen, SpVgg Unterhaching, Wacker Burghausen, Bayern München II, Jahn Regensburg, Stuttgarter Kickers.
nawe












