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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Artikel dieser Ausgabe aus Sport

Der Weg ist das Ziel

Der erste Marathon

Beim Marathon stößt jeder an seine physischen Grenzen, aber vor allem ist die 42,195 km lange Strecke auch ein psychi­sches Abenteuer. Eine Herausforderung des Geistes.

Die Marathonbewegung findet weiterhin ungeahnten Zulauf. Nicht nur in den USA, wo sich die Zahl der Starter bei den großen Veranstaltungen binnen zehn Jahren verdoppelt hat. Auch in Deutschland melden sich stetig mehr zu den Großereignissen an – sei es zu den großen deutschen Läufen wie in Köln, Berlin, Hamburg und Frankfurt oder bei einem der Events abseits der Metropolen – die Suche nach der sportlichen Herausforderung lockt Tausende von Sportlern zwischen Förde und Bodensee auf die Straßen.

Jeder Marathon öffnet das Tor zu großen Gefühlen. Der Läufer fühlt sich beflügelt. Er federt über den Asphalt. Viele, die es erst einmal mit einer Langstrecke probiert haben, mögen schon sehr bald nicht mehr auf die positiven Auswirkungen auf Körper, Geist und Seele verzichten. „Wenn du laufen willst, lauf eine Meile. Wenn du ein neues Leben kennenlernen willst, dann lauf Marathon“, diese Worte stammen vom großen Emil Zatopek, der als die „tschechische Lokomotive“ in die Sportgeschichte einging. Marathon ist mehr als nur ein Fitness- oder Ausdauersport: Marathon ist Arbeit, Kampf und Überwindung – und zugleich auch Glück, Rausch, Stolz und ein wenig Sucht.

Realistische Ziele
Die menschliche Muskulatur lässt sich recht schnell trainieren. Selbst die Muskeln eines völlig untrainierten Läufers könnten in der kurzen Zeit von 3 Monaten effektiv auf einen Marathon vorbereitet werden. Doch leider spielen dabei die Gelenke und Sehnen nicht mit. Der Anpassungsprozess kann da leicht einige Jahre dauern. Wer sich aber den Marathon zum Ziel gesetzt hat, der gehört in der Regel sowieso zur Gruppe derjenigen, die regelmäßig die Laufschuhe schnüren.

Der Wunsch, dem Laufsport mehr Raum im eigenen Wochenplan einzuräumen, kommt aus dem tiefsten Inneren, aus dem Unterbewusstsein. Man weiß intuitiv, dass man sich nach der Anstrengung gut, besser und manchmal sogar ganz hervorragend fühlt. Und weil die regelmäßige Aktivität auch meist noch richtig Spaß macht, wird sie schon sehr bald zu einer natürlichen Sache, die man nicht mehr missen möchte.

Training und Erholung
Für die meisten Läufer ist der Marathon die längste Strecke, an die sie sich je gewagt haben. Eine Faustregel besagt: Wenn man pro Woche im Training die Marathondistanz von gut 42 km laufen kann, dann schafft man auch einen Marathon. Es gibt für das Marathontraining zahlreiche Fachliteratur mit den verschiedensten Trainingsplänen.

Am wichtigsten sind zu Beginn ihrer Vorbereitung vor allem Gesundheit, Ehrgeiz, Selbstdisziplin und ein gewisses Maß an Fitness. Und dann erscheint ein halbes Jahr Vorbereitung, in der die gelaufene Strecke nach und nach länger wird, für den ambitionierten Hobbyläufer als ein absolut realistischer Rahmen. Während der Trainingsphase ist es wichtig, dem Körper ausreichend Zeit zur Erholung zu geben und Erkrankungen wie Schnupfen und Fieber nicht zu ignorieren.

Die heiße Phase
In den letzten zwei Wochen vor dem Marathon halbieren die Läufer üblicherweise ihr Wochenpensum, pausieren im Freizeitbereich manchmal mehrere Tage lang völlig, damit sich der Körper vor der harten Belastung des Wettkampfes noch einmal erholen kann. In der direkten Vorwettkampfphase ist es vor allem wichtig, keine Hektik aufkommen zu lassen. In der Ruhe liegt die Kraft.

Der Marathonlauf ist längst keine Randsportart für Superathleten mehr, er ist inzwischen zum Massenphänomen geworden. 99 % der Marathonläufer laufen, um es einfach mal auszuprobieren. Herbert Steffny, 16-facher Deutscher Meister und Olympiateilnehmer, bezeichnet den Marathon sogar als ein „ganz privates Olympia“ für alle Beteiligten.
Verzweifeln Sie nicht an schwierigen Phasen Ihrer Vorbereitung, in denen Ihr sportlicher Ehrgeiz vielleicht hier und da mit privaten oder beruflichen Verpflichtungen kollidiert. Erinnern Sie sich in Phasen fehlender Motivation an Ihre Erfolge und Fortschritte sowie das positive Gefühl, das Sie dabei hatten. Denn sobald Sie die Ziellinie überschritten haben, gehört der gerechte Lohn der Anstrengung Ihnen ganz allein …

nawe