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Der »FCH« ist wieder da!
»mein coop magazin« bat Hansa-Rostock-Trainer Peter Vollmann und Hansa-Manager Stefan Beinlich zum Gespräch.
Nach einer furiosen Saison kehrt der F.C. Hansa Rostock e. V., sportliches Aushängeschild Mecklenburg-Vorpommerns, wieder in die zweite Liga zurück. Der einzige Fußballclub aus den neuen Bundesländern, der in den beiden Jahrzehnten nach der Wende immer einer der beiden Bundesligen angehörte, hat sich nach nur einem Jahr eindrucksvoll im Bereich der Deutschen Fußballliga zurückgemeldet.
Die neu formierte Mannschaft gehörte vom ersten Spieltag an zur Spitzengruppe und konnte sich bereits drei Wochen vor dem Saisonende den Wiederaufstieg sichern. Trotzdem kamen zum bedeutungslosen letzten Punktspiel gegen ROT WEISS AHLEN noch einmal 25.000 Zuschauer in die DKB-Arena und trieben ihre Mannschaft, die sich am Ende mit 13 Punkten Vorsprung den direkten Wiederaufstieg sichern konnte, zum 24. Saisonsieg.
Herr Vollmann, vor der Saison waren Sie für viele Hansa-Fans ein eher unbeschriebenes Blatt. Plaudern Sie doch einmal aus dem Nähkästchen. Wie kamen Sie zum F.C. Hansa Rostock?
P. Vollmann: Ich war eigentlich auf dem Weg in den Irak und saß auf dem Frankfurter Flughafen, als der Anruf von Bernd Hofmann kam. Ich denke, er hatte sich in der dritten Liga umgehört, zudem kannte er mich noch aus der Vergangenheit, als ich mit meinen damaligen Vereinen gegen Union Berlin und den 1. F.C. Magdeburg gespielt habe. Als der Anruf kam, saß ich also auf gepackten Koffern und musste mich entscheiden, ob es nun nach Bagdad oder nach Rostock geht.
Welchen Tabellenplatz hätten Sie vor der Saison für realistisch gehalten?
P. Vollmann: Wenn man die Historie der Spieler betrachtet, wäre ein Platz zwischen sieben und zehn realistisch gewesen. Dass es dann so in Gang gekommen ist, hatte vielleicht auch mit dem Druck zu tun. Es musste ja alles ganz schnell gehen. Die Mannschaft ist hoch motiviert an die Sache herangegangen
und ist sehr schnell zu einem Team zusammengewachsen.
Es war über die gesamte Saison auffällig, dass das Team sehr harmonisch wirkte. War es alles wirklich so harmonisch, wie es scheint, oder ist nur nichts davon nach außen durchgedrungen?
P. Vollmann: Nein, die Spieler hatten dieses Credo wirklich verinnerlicht. Sie wissen auch genau, dass ich mich nie für oder gegen einen Spieler entscheide, sondern stets im Sinne der Mannschaft handle. Man kann auch nicht gegen jeden Gegner immer die gleiche Mannschaft spielen lassen, sondern man muss auch taktische Varianten umsetzen können. Das muss man erklären, und wenn die Maßnahme erfolgreich war, bietet sich der Spieler in der nächsten Trainingswoche an und die Sache ist vom Tisch.
Auf welchem Tabellenplatz landet der F.C. Hansa Rostock nach der nächsten Saison?
P. Vollmann: Wenn man das seriös beantwortet, dann ist es das Wichtigste, das wir auf keinem Abstiegsplatz landen, sondern diese so weit wie möglich von uns fernhalten. Wir sind in diesem Jahr sehr gut mit dieser Einstellung gefahren und sollten sportlich realistisch bleiben. Wir werden uns in dieser Klasse erst einmal neu finden und auch wirtschaftlich konsolidieren müssen. Diese Balance zu halten wird die Hauptaufgabe, um Schritt für Schritt unseren Weg zu gehen.
Stefan Beinlich, als der F.C. Hansa Rostock im letzten Jahr aus der zweiten Bundesliga abstieg, trug eine ganze Region Trauer. Können die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern nun wieder endgültig aufatmen?
S. Beinlich: Natürlich war der Abstieg im letzten Jahr extrem hart für alle, auch für die Region, weil der F.C. Hansa Rostock hier für viele der Lebensinhalt ist. Für Hansa-Fans ist das nicht nur ein Fußballverein, zu dem man gelegentlich hingeht. Die Menschen lechzen nach dem Klub und wollen, dass es ihm gut geht. Aktuell befinden wir uns
auf einem guten Weg.
Hand aufs Herz: Hätten Sie vor Saisonbeginn den direkten Wiederaufstieg erwartet?
S. Beinlich: Nein, überhaupt nicht! Dadurch, dass ein kompletter Umbruch stattgefunden hat, wir das erste Mal in die dritte Liga abgestiegen sind, lediglich sechs Spieler unter Vertrag hatten, ein neues Trainerteam finden und ein neues Team zusammenstellen mussten und sich der Vorstand neu gebildet hat, war damit wirklich nicht zu rechnen, dass wir uns gleich im ersten Jahr die Chance erarbeiten, direkt wieder aufzusteigen.
Sie wurden vor der Saison als neuer Manager vorgestellt und haben in der denkbar schwierigsten Lage angefangen. Kann so ein Abstieg trotzdem auch Chance sein?
S. Beinlich: Komfortabel sieht in der Tat anders aus. Unser Ziel war es, innerhalb von zwei Jahren den Wiederaufstieg zu schaffen. Wir hatten 14 Tage Zeit bis zum ersten Training, um den Kader zusammenzustellen. Es gab viele verschiedene Puzzleteile, die dann glücklicherweise einfach sehr gut zusammengepasst haben. Wir wollten alle gemeinsam neu anfangen. Unter diesem Motto stand diese Saison für den gesamten Verein.
Stichwort: Kaderzusammenstellung. An welchen Stellen wollen Sie sich zur neuen Saison noch verstärken?
S. Beinlich: Ziel war es, die Mannschaft erst einmal so komplett zusammenzuhalten und uns darüber hinaus punktuell zu verstärken. Das ist uns mit den Neuzugängen Tino Semmer, Timo Perthel, Pavel Kostal und Marek Mintal nun auch gelungen.






