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Da fliegen die Federn!
Badminton
Mit einer beschaulichen Gartenpartie Federball hat dieses traditionsreiche Rückschlagspiel so wenig zu tun wie die Formel 1 mit Seifenkistenrennen. Trotzdem ist diese Assoziation immer wieder weit verbreitet – bis die Spötter zum ersten Mal selbst auf einem Court gestanden haben
Auf den ersten Blick mögen zwar gewisse Ähnlichkeiten vorhanden sein, aber die haben eine Seifenkiste und ein Formel-1-Wagen ja auch. Ein großer Unterschied ist beispielsweise der „Motor“, der beim Badminton im Gegensatz zum Federball in der Verteidigung der eigenen Spielfeldhälfte besteht und Kraft, Koordination, Ausdauer, Konzentration und schnelle Reflexe fordert – und fördert.
Bewährtes Prinzip
Formen von Rückschlagspielen mit (gefiederten) Bällen gab es schon seit den Inkas und Azteken, und auch die Inder kannten Ähnliches bereits vor mehr als 2000 Jahren. Aus Indien brachte dann auch um 1870 der britische Kolonialoffizier Duke of Beaufort das Spiel „Poona“ mit, das er in seinem Landsitz mit dem Namen „Badminton House“ spielte und populär machte. Das schnelle Spiel begeisterte mehr als die bekannten Federball-Varianten und so wurde hier 1893 der erste Badmintonverband gegründet; 1903 entstand in Deutschland der erste Verein außerhalb Großbritanniens.
Leicht-Flugzeug
Das Spielfeld ist 13,40 m lang und 6,10 m breit (im Einzel 5,18 m). In der Mitte wird es durch ein Netz (1,55 m hoch an den Seiten und 1,524 m in der Mitte) in zwei Spielhälften geteilt. Wegen der windempfindlichen Bälle wird Badminton ausschließlich in Hallen gespielt – diese sollten mindestens 5 m hoch sein, erst ab 9 m Höhe wird eine Halle als „voll spielfähig“ eingestuft.
Ein klassischer Badmintonball, der „Shuttlecock“, wiegt nur rund 5 g und wird aus 16 Gänse- oder Entenfedern bis 70 mm Länge hergestellt, die als Kranz in einem halbkugelförmigen, mit dünnem Leder bezogenen Korkfuß ( 25–28 mm) stecken. Bälle mit einem Kranz aus Nylon haben weniger präzise Flugeigenschaften, halten aber deutlich länger und kommen deshalb gerne bei Hobbyspielern oder im Training zum Einsatz. Die Schläger wiegen heutzutage nur noch um die 100 g und werden je nach Preislage aus verschiedenen Hightech-Materialien wie Carbon hergestellt.
Jeder Punkt zählt!
Hauptziel der 2 oder 4 Spieler ist es, den Spielball so in die gegnerische Feldhälfte zu schlagen, dass die Gegenseite ihn nicht regelgerecht zurückschlagen kann: Der Ball darf nicht auf dem Boden aufkommen, darf nur einmal (und nur mit dem Schläger) berührt werden und muss über das Netz innerhalb oder auf den Feldbegrenzungslinien zurückgespielt werden. Auch das Berühren des Netzes mit Schläger oder Körper sowie ein an die Decke geschlagener Ball werden als Fehler gewertet.
Gezählt wird seit 2006 allgemein nach der Rallypoint-Methode: Dabei werden zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte gespielt. Unabhängig vom Aufschlagsrecht erhält man bei einem Fehler des Gegners immer einen Punkt; bei einem Fehler der aufschlagenden Seite bekommt die andere Partei die Angabe. Bei 0 und geradem eigenem Punktestand wird immer von rechts, bei ungeradem Punktestand von links in das diagonal gegenüberliegende Feld aufgeschlagen – was dann folgt, übertrifft Sportarten wie Tennis bei weitem an Schnelligkeit, Taktik und Laufintensität.
Lauffreu(n)de
Die Besonderheit, dass durch den leichten Schläger Änderungen in der Flugrichtung des Balles schon mit kleinsten Bewegungen zu erreichen sind, lässt Badminton zu einem Spiel werden, bei dem es keine langweiligen Ballwechsel gibt. Dem schnellen, überraschenden Angriffsspiel muss immer wieder durch gute Reflexe und unermüdliche Laufarbeit begegnet werden. Der ständige Wechsel zwischen hart geschlagenen Angriffsbällen mit Geschwindigkeiten über 300 km/h, unerwarteten Finten sowie präzisem, gefühlvollem Spiel am Netz macht die Faszination von Badminton aus.
Durch seine vielfältigen Ansprüche ist das Spiel zwar nicht ganz einfach zu erlernen, bietet dafür aber auch eine umfassende, aktive Fitness für Körper und Sinne. Weltweit wird Badminton heute in mehr als 150 Nationen von über 14 Millionen Spielern organisiert betrieben, davon circa 218 000 in den hiesigen 2700 Vereinen. Darüber hinaus gibt es allein in Deutschland zusätzliche 4,5 Millionen Gelegenheitsspieler.
Badminton: Weitere Informationen unter
www.badminton.de
oder
bei einem Sportverein in Ihrer Nähe.
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