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Die Theaterleiterin des CinemaxX Kiel: Ute Liepolt
Wie sie so dasitzt im großen Kinosaal, könnte man den Eindruck gewinnen, dass sie sich vor allem als Hausherrin versteht – nichts aber liegt Ute Liepolt, Theaterleiterin des CinemaxX Kiel, ferner. Das Miteinander und die enge Zusammenarbeit mit den Kollegen sind ihr überaus wichtig und haben einen großen Anteil daran, dass die studierte Betriebswirtin in ihrer Arbeit aufgeht.
So versteht es sich für sie von selbst, dass sie zwischendurch auch am Ticketschalter sitzt oder in der Gastronomie aushilft. „Ich begreife mich als Gastgeberin“, sagt sie und betont, dass ein gutes Betriebsklima immer auch nach außen strahlt.
In drei Jahren nach oben
Dass sie einmal als Leiterin eines großen Kinos arbeiten würde, hätte sich Ute Liepolt nach ihrem Studium nicht träumen lassen. Ursprünglich zog es sie in die Gastronomie. Entsprechend skeptisch bewarb sie sich 1998 auf eine Stellenausschreibung des Kieler Kinocenters für eine Assistenz in dessen Gastronomiebereich. Kino und Essen – wie geht das zusammen? Im CinemaxX durchaus, stellte sie schnell fest.
Schließlich bezieht Deutschlands bekanntester Betreiber von Multiplex-Kinos den kulinarischen Genuss großzügig in das Kinoerlebnis ein. Bereits 1 Jahr später wurde sie stellvertretende Leiterin des Centers, und 2001 übernahm sie dann das Haus.
Mit großem Engagement und auch Erfolg – trotz der nicht unbedingt rosigen Zeiten.
Kino contra DVD
Multiplex-Kinos bezeichnen viele Kinos unter einem Dach. Wie so oft sind auch sie ein Import aus den USA. Als die UFA sich lange nach dem Zweiten Weltkrieg noch im Aufwind wähnte –
immerhin zählten 1957 die deutschen Kinos 800 Millionen Zuschauer – und in den 70er-Jahren auf so genannte „Schachtelkinos“ setzte, erwarben amerikanische Investoren bereits Grundstücke hierzulande und errichteten ihre großzügig angelegten Kinocenter mit spektakulären Leinwänden darauf.
Ein Garant für hohe Besucherzahlen sind aber auch sie nicht. „Unsere größten Feinde sind die DVD und Raubkopierer“, bekennt Ute Liepolt. Die Filmverleiher sind, wie sollte es auch anders sein, an möglichst vielen Einnahmen interessiert, und so verkürzt sich zunehmend die Frist zwischen Kinostart eines Films und seiner Pressung auf DVD. Zuweilen ist ein Streifen bereits 4 Monate nach seiner Premiere auf der Leinwand in der Videothek erhältlich. Und weil die Unterhaltungsindustrie nicht schläft und in den vergangenen Jahren keinen Versuch ausgelassen hat, das Kino-Feeling in den eigenen vier Wänden zu optimieren, entscheiden sich immer mehr für die private Filmvorführung.
Ein weiteres Problem sind die Raubkopierer. Auch wenn längst jedem bekannt sein sollte, dass das Runterladen von illegalen Film-Datenbanken strafrechtlich verfolgt wird, halten dies viele nach wie vor für ein Kavaliersdelikt. Kein Wunder also, dass die einzelnen Kinos innovativ werden müssen. Zumal das wirkliche Kino-Erlebnis trotz Home-Cinema-Anlage nach wie vor nur vor der großen Leinwand stattfinden kann.
Hauptsache: Service
Als Theaterleiterin ist Ute Liepolt für verschiedene Aufgaben verantwortlich. Hierzu zählen u. a. die Personalplanung, die Disponierung, das Controlling, der Lagereinkauf und die Finanzbuchhaltung. So weit die Theorie.
In der Praxis hält sie darüber hinaus Ausschau nach Möglichkeiten, wie sie Menschen wieder zu überzeugten Kinogängern machen kann. Dabei hat sie auch die ausländischen Zielgruppen im Auge. Filme im Original oder zumindest in zielgruppengerechter Synchronisation bietet das CinemaxX Kiel auf ihren persönlichen Wunsch schon länger in seinem Programm.
Neben türkischsprachigen Filmen, die sich großer Nachfrage erfreuen, flimmern seit einigen Monaten auch spanischsprachige einmal pro Monat über die Leinwand. „Solche Angebote brauchen selbstverständlich immer etwas Zeit, die Menschen müssen es erst mal kennen und erleben lernen“, sagt Ute Liepolt aus mehrjähriger Erfahrung. Erfolg verspricht sie sich auch von einem Ü50-Kino, das sie in Kürze auf die Beine stellen will. In Kooperation mit einer Kieler Bäckerei serviert sie demnächst Cineasten ab 50 Filmklassiker inklusive Kaffee und Kuchen.
Jede Menge Kino
10 Kinos mit durchschnittlich 25 Filmen bietet das CinemaxX Kiel seinen Kunden. Dank der besonderen Gebäudeform des Centers an der Kieler Förde gruppieren sich die einzelnen Säle links und rechts eines langen Gangs, wobei die gewölbte Decke das Fundament für die zahllosen Sitzreihen bildet. Und wie sieht das Innenleben eines Kinos von heute aus? In jedem Fall anders, als es sich ein Außenstehender vielleicht denkt. Der klassische Filmvorführer in seinem Kabuff hat abgedankt. An seine Stelle ist der Projektionsleiter getreten, und der hat angesichts von 10 parallel laufenden Vorführungen alle Hände voll zu tun.
Zunächst einmal sind da die großen Tellerprojektoren: Die haben mit den früheren Projektoren kaum noch etwas gemein, abgesehen natürlich von dem Film, den sie transportieren. Wie ein riesiger Kuchen liegt der darauf, so groß, dass eine herkömmliche Spule ihn in senkrechter Lage nur schwerlich in Bewegung setzen könnte.
Das 3-Stunden-Epos „King Kong“ bricht, was zumindest die Masse betrifft, im Moment alle Rekorde. Bemerkenswert ist auch, dass der Film inzwischen vom Zentrum nach außen abgespult wird. „Das erspart das lästige Umspulen“, erklärt Projektionsleiter Bodo Schukar. Über ein nur schwer zu durchschauendes Konglomerat von Spulen läuft der Streifen zum Hochleistungs-Projektor, und schon beim anschaulichen Praxistest könnte man Stein und Bein schwören, dass es bereits im nächsten Moment irgendwo hakt. Tatsächlich aber läuft in der Regel alles am Schnürchen – oder sollte man sagen: am Streifchen?
Konzentration erfordert ebenso das Einspielen der jeweiligen Werbeblöcke. Meist sind sie an den gebuchten Kinosaal gebunden, manchmal werden sie aber auch mit einem bestimmten Film kombiniert. Verwechslungen könnten hier teuer zu stehen kommen – vom Problem einmal ganz abgesehen, dass auch Werbung der FSK unterliegt. Wenn also ein Film schon ab 6 Jahren freigegeben ist, müssen auch die entsprechenden Werbeblöcke danach ausgerichtet sein. Die übrigens werden für jeden Film immer neu zusammengeklebt – schließlich treten die Werbetreibenden nicht als Verbund an die Kinos heran.
Wenn die Vorführungen dann starten, sitzt Bodo Schukar an seinem Platz am entfernten Ende des Gangs und beobachtet über 10 Monitore das Geschehen auf der Leinwand. Ein Filmriss ist dank des hochwertigen Materials heutzutage kaum zu befürchten, aber passieren kann natürlich immer mal was
CinemaxX AG
Die CinemaxX AG umfasst derzeit 46 Kinocenter mit 339 Leinwänden und rund 80 000 Plätzen und zählt damit zu den größten Betreibern von Multiplex-Filmtheatern bundesweit. Sämtliche Häuser verfügen über überdimensionale Leinwände und Komfortsessel und sind mit erstklassiger Bild- und Tontechnik ausgestattet. Mehr Infos gibt es unter www.cinemaxx.de
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