Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Wenn Kunst zur Natur wird
Der Skulpturenpark Katzow bei Wolgast
Nach einer Skulpturenlandschaft gefragt, würde der an Kultur Interessierte wahrscheinlich die Moais, die Götzenfiguren auf den Osterinseln, anführen. Vielleicht auch noch den nach dem norwegischen Bildhauer benannten Vigeland-Skulpturenpark in Oslo. Weniger bekannt dagegen dürfte das verschlafene Katzow in Mecklenburg-Vorpommern sein, das nur wenige Kilometer entfernt von der Ostseeinsel Usedom liegt. Bis 1991 war die größte Attraktion des Dorfes ein Pfarrhaus mit Krüppelwalmdach. Dass die 600 Seelen beherbergende Gemeinde seither eine neue Bedeutung des Wortes „Beschaulichkeit“ kennen lernt, hat sie dem Bildhauer Thomas Radeloff zu verdanken.
Für die Galerie
Im wahrsten Sinne des Wortes geschlagen hat er die Geburtsstunde des Parks. Seine Drei Figuren, 1991 auf die Wiese gestellt, verliehen der Idee eines Skulpturenparks Leben, und brachten den Stein ins Rollen. Seither finden hier jährlich Bildhauerworkshops statt. Und auch das Interesse der internationalen Künstlergemeinschaft ist geweckt. Unter anderem strömten amerikanische, britische, peruanische, polnische, schwedische, lettische, taiwanesische und schwedische Vertreter ihrer Zunft herbei, eines der Zentren der modernen Skulptur mit ihren Arbeiten zu beehren. Sogar bis nach Vanuatu, der Inselgruppe nordöstlich von Australien, eilte der Ruf. Übersehen lässt sich der Park auch schwerlich. Innerhalb der ländlichen Umgebung ragen die Kunstwerke völlig unvermittelt bis zu 14 m in die Höhe. Allein auf weiter Flur stehen die Drei Figuren jedenfalls längst nicht mehr. Etwa 80 weitere Kunstwerke haben sich dazugesellt. Darunter auch die Kathedrale des aus Polen stammenden künstlerischen Multitalents Tomasz Boncza Ozdowski. Vornehmlich sind die Gebilde aus Stahl und Holz geschaffen.
Frühlingserwachen
Am Wochenende des 8. April ist es wieder soweit. Dann beginnt die neue Saison, und der Skulpturenpark wird mit einem Frühlingsmarkt eröffnet. Täglich werden seine Pforten bis Ende Dezember geöffnet haben. Besucher dürfen sich auf einen Streifzug durch die Kultur freuen. Auf 18 einladend großen Hektar sind die Skulpturen verstreut. Und in der Kulturscheune informieren und begeistern Ausstellungen, während im Musik-Café nebenan musikalisch für Auflockerung gesorgt wird. Darüber hinaus stehen all denen, die die Atmosphäre länger auf sich wirken lassen möchten, hier vier Gästezimmer zur Verfügung. Besonders fair sind die Eintrittspreise für den Besuch des Parks: Es gibt keine. Und mit gerade mal 2 Euro je Erwachsenen fallen auch die Scheunen-Ausstellungen nicht gerade ins Gewicht. Also, liebe Urlauber in der Region: Wenn Sie nicht gerade eine der Skulpturen erwerben wollen, ist der Besuch kostenlos. Aber mit Sicherheit nicht umsonst!
Informationen finden Sie unter www.skulpturenpark-katzow.de
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