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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Weltoffen und abwechslungsreich

Vancouver und seine naturreiche Umgebung sind immer eine Reise wert.

Die Metropole liegt an der Grenze zu einer großen Wildnis. Gleich hinter den nördli­chen Spitzen der Stadt beginnen die rauen Berge und man betritt dichte Wälder, die sich durch den Rest der Provinz British Columbia Richtung Norden ziehen. Diese Wildnis birgt Schönheiten wie Gefahren (zum Beispiel durch herumstreunende Bären) – und das alles nur einen Steinwurf entfernt von den Hochhäusern und den Staus der Großstadt.

Möchten Sie unberührte Natur erleben und diese mit den Vorzügen einer Großstadt verbinden, ist Vancouver und Umgebung die richtige Wahl. Die größte Stadt und sogleich das Wirtschaftszentrum British Columbias, drittgrößte Provinz Kanadas, erfüllt drei Wünsche auf einmal: Großstadtflair, Kultur und Entspannung.

Großstadt mit Flair
Die Hauptstadt von British Columbia ist Victoria, wobei der Begriff angesichts ihrer überschaubaren Größe und der Einwohnerzahl von knapp 80 000 ein wenig in die Irre führt. Sie liegt auf der vorgelagerten Insel Vancouver Island, die, wie das kanadische Festland, durch ihre abwechslungsreiche Natur begeistert. Hier findet man herrliche Wanderwege, Regenwald und endlose Sandstrände. Nicht nur Surfer und Wanderer kommen in dieser traumhaft schönen Umgebung auf ihre Kosten.
Mehr Trubel allerdings verspricht die Stadt auf dem gegenüberliegenden Ufer. Downtown Vancouver befindet sich auf einer Halbinsel zwischen dem im Norden liegenden Hafen der Burrard-Bucht und dem südlich einschneidenden Meeresarm des False Creek und ist umrahmt von Bergen. Sieht man Richtung Südosten, kann man an klaren Tagen den Vulkan Mount Baker ausmachen, der sich bereits im amerikanischen Bundesstaat Washington befindet. Richtung Norden wird das Stadtbild durch die Gebirgskette der Coast Mountains abgerundet. Dieses imposante Pa-norama verleitet den Stadtgänger mehr als einmal zum Innehalten.

Geht man ziellos durch die Straßen, zeigt sich einem das typische Bild einer nordamerikanischen Großstadt mit Wolkenkratzern, dem üblichen Verkehr und einem geschäftigen Treiben. Doch Vancouver hat auch ruhigere Ecken zu bieten. Vor allem das historische Gastown-Viertel ist einen Besuch wert. Nach einem verheerenden Feuer im Jahre 1886 wurde der Stadtteil bis in die 20er-Jahre hinein wiederaufgebaut und hat seinen Charme bis heute erhalten.

Um sich eine Auszeit zu gönnen, bieten die vielen kleinen Cafés Gelegenheit für eine Verschnaufpause. Frisch gestärkt geht es weiter durch die ruhigen Straßenzüge des Viertels mit seinen Geschäften und Kunstläden. Das berühmteste Wahrzeichen des Stadtteils ist jedoch die weltweit erste Dampfuhr, die von jedem Reisenden in einem Foto verewigt wird.

Vancouver in einem Tag
Empfehlenswert ist es, den Tag auf Granville Island zu beginnen. Die im False Creek gelegene Halbinsel hat sich über die Jahre von einer Industriezone zu einem beliebten Einkaufs- und Kulturviertel entwickelt. Granville Island rühmt sich mit einem sensationellen Markt, der Lebensmittelstände und unzählige Handwerks-Geschäfte beherbergt. Von Backwaren über frische Früchte bis hin zur schnellen internationalen Küche gibt es hier alles, was das Herz begehrt.

Nach einem stärkenden Frühstück lohnt es sich, für nachfolgende Hungerattacken einen der hervorragend schmeckenden Blaubeertaler mitzunehmen. Erfahrungsgemäß bleibt der aber nicht länger als eine halbe Stunde unangebissen in der Tüte.
Vor den Markthallen liegt eine Haltestelle der »Hop-on-Hop-off-Busse«, die die wesentlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt abfahren. Bei jeder eingetragenen Station können Sie den Bus verlassen, um sich der Tour zu einem späteren Zeitpunkt wieder anzuschließen. Sollten Sie Fragen haben, helfen Ihnen die Touristenführer auf den Bussen gerne weiter und haben immer einen Tipp parat, wenn Sie die Stadt auf eigene Faust weiterentdecken wollen.

Es gibt mehrere Stadtteile, die stark von verschiedenen ethnischen Gruppen geprägt sind, wobei Chinatown den größten Anteil ausmacht. In Vancouver hat sich neben San Francisco die zweitgrößte chinesische Population in Nordamerika angesiedelt. Wer hier dem Bus entsteigt, betritt in der Tat einen anderen Kulturkreis und somit irgendwie auch eine andere Welt. Das Viertel quert mehrere Straßenzüge und zählt sogar eigene Parks.

Ruhezone der Stadt
Trotz Großstadt-Trubel gibt es auch in der Stadt die Möglichkeit zu relaxen. Besonders beliebt ist der Stanley Park, der sich im Westen der Stadt anschließt. Er ist einer der größten städtischen Parks in Nordamerika und wird von Einheimischen und Touristen gleichermaßen genutzt.

Einige der populärsten Sehenswürdigkeiten stehen hier: die Totempfähle der »First Nation« von Kanada. Die bis zu 20 Meter hohen Holzsäulen sind kunstvoll geschnitzt und mit Pflanzenfarben grellbunt bemalt. Auf den Pfählen sind einzelne Familiengeschichten und ihr jeweiliger Status bildreich dokumentiert; sie dienen noch heute als Prestigesymbole und Familienwappen.

Im Park gibt es verschiedene Möglichkeiten, seine Freizeit zu gestalten. Sollte man mehr als einen Spaziergang machen wollen, laden verschiedene Spiel- und Sportplätze zu Aktivitäten ein. Und Hartgesottene können im Pazifik schwimmen gehen. Für die weniger Robusten bietet sich das Meerwasserschwimmbad an, denn das wird von Mai bis September beheizt.lorig

Die Totempfäle im Stanley Park zeigen aufwändige Schnitzereien.
Nur zwei Gebäude überlebten den großen Brand von 1886 - seit den zwanziger Jahren erstrahlt das Viertel Gastown wieder in altem Glanz.
In unmittelbarer Hafennähe gelegen: Das Parlament in Victoria.
Blaue Stunde über dem Pazifik.
Fotos: C. Lorigny (2)