Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Von A bis Z
Sprichwörter und Redewendungen
Täglich liegen sie uns auf der Zunge: Redensarten für alle Lebenslagen.
Doch wissen wir immer so genau, was wir da gerade sagen?
Wer A sagt, muss auch B sagen« und seine Sache »von A bis Z«
erledigen – am besten aus dem »ff«. Und sich kein »X für ein U« vormachen lassen. Das ist oft das
»A und O«
Warum nur »A« und »B« sagen – und nicht auch »C«? Nicht zwingend ist hier das Alphabet im Spiel: Im altdeutschen Rechtswesen war es üblich, dass der ursprüngliche Kläger im Falle einer Gegenklage nun seinerseits Rede und Antwort stehen musste. Dieser dem »Anklagen« folgende Vorgang wurde »Besagen« genannt; und in der Redewendung abgekürzt.
Alpha und Omega (A und Ω) dagegen, der erste und der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets, gelten als Symbole für den Anfang und das Ende, die alles andere in sich einschließen. Sie werden in der Offenbarung des Johannes mit Christus gleichgesetzt.
»Schema F« – wie fantasielos
Dazwischen meldet sich das »F« zu Wort. Das wird – als Schema – gern zitiert, um ein starres, bürokratisches und gedankenloses Vorgehen zu beschreiben. Erdacht wurde es (natürlich!) von den alten Preußen, die ihre immer nach demselben Muster erstellten Frontberichte mit einem
»F« kennzeichneten.
Wer etwas aus dem »ff« beherrscht, hat so ein Schema nicht nötig. Laut Duden stehen diese beiden Buchstaben entweder für sehr fein bzw. finissimo (eine Bezeichnung für exquisite Waren) oder für fortissimo (eine unüberhörbar laut gespielte Musik). Außerdem steht das »ff.« für »folgende Seiten«: Nur wer das ganze Buch kennt, weiß wirklich Bescheid. Im Mittelalter gab es zudem die so genannten Pandekten, eine Sammlung altrömischer Rechtsgrundsätze, auf die Juristen im Zitat mit dem griechischen Buchstaben »Pi« (π) Bezug nahmen, der unsauber geschrieben wie »ff« aussah.
»Xe« und »Us« – die Rechnungsverwirrung
Beim »Jemandem ein X für ein U vormachen« werden uns unter anderem Buchstaben für Zahlen vorgemacht. Schuld daran sind die alten Römer, die das »U« wie ein »V« schrieben und es gleichzeitig auch als Ziffer für die Fünf verwendeten. Hinterhältige Geldverleiher und Gastwirte nun machten auf ihren Schuldscheinen durch eine einfache Verlängerung der Striche aus dem »V« ein »X«.
Das »X« aber steht zugleich für die römische Zahl Zehn – und prompt verdoppelte sich der geforderte Betrag!
mimu





