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Donnerstag, 24. Mai 2012
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See der 1000 Möglichkeiten

Der Bodensee ist einer der bekanntesten deutschen Seen - und einer der schönsten.

Mit seinen mehr als 530 Quadratmetern Fläche ist er zusätzlich auch noch der größte See, der hier zu Lande zu finden ist. Zumindest, wenn man seine doppelte Dreiteilung außer Acht lässt.

Denn zum einen besteht er geografisch betrachtet eigentlich aus drei »Teilen«; dem großen Obersee, dem westlich gelegenen Untersee und dem verbindenden Seerhein. Aus politischer Sicht teilt sich der Bodensee unter drei Anrainer-Staaten auf: Von den zirka 273 Kilometern Uferlänge liegen 173 Kilometer in Deutschland, 72 Kilometer in der Schweiz und 28 Kilometer in Österreich. Der Grenzverlauf im See selbst ist übrigens bis heute nicht geklärt. Aber man scheint sich zum Glück darin einig zu sein, dass das auch nicht weiter wichtig ist.


Von Rang und Namen

Die Ufer dieses klaren Gletscherrandsees mit seiner idyllischen, voralpinen Umgebung weiß man schon seit rund 5000 Jahren zu schätzen – so alt sind hier die ältesten Siedlungsspuren. Der deutsche Name des Bodensees stammt wahrscheinlich von einer hier gelegenen Pfalz der Karolinger ab, die 1277 von Johann von Bodman gekauft und auch nach ihm benannt wurde und als Herzogssitz und Münzstätte zu überregionaler Bedeutung kam. Unterdessen ist er in den meisten anderen Sprachen eher als »Konstanzer See« geläufig. Diese größte Stadt am Bodensee wurde von den Römern zu Ehren des Kaisers Constantinus I. (oder II.) benannt.


Wasser-Speicher

Das Klima der Bodenseeregion ist durch die gewaltigen Wassermassen des Sees merklich milder, als es sonst in dieser Höhenlage üblich ist, denn er speichert die Wärme des Sommers bis weit in die kältere Jahreszeit hinein. Für die Vegetation bedeutet dieses Wärmepolster, dass sich hier auch durchaus mediterrane Gewächse wohlfühlen wie zum Beispiel Hanfpalmen, Lorbeer oder Feigenbäume. Gelegentliche Föhnwinde, Schwüle und Nebelwetterlagen sorgen zwar immer mal wieder für spontane Wetterumschwünge, trotz allem ist ein Urlaub hier aber durchaus erholsam und es gibt viel zu sehen und zu erleben.


Natur-Erlebnisse

Die hohe Wasserqualität des Bodensees macht ihn zu einem attraktiven Revier für die Freizeitschifffahrt (eigenes Bodensee-Schifferpatent erforderlich), für Schwimmer und mit seinen 35 Fischarten ebenfalls für Angler. Auch mehr als 250 000 Vögel wissen die intakte Natur hier zu schätzen und nutzen die See-Region für die Überwinterung, viele weitere machen hier einen Zwischenstopp auf ihrer Reise in noch südlichere Gefilde – ein besonderes Ereignis für Vogelfreunde. Selbst zum (Rad-)Wandern lädt der Bodensee ein; beispielsweise kann man ihn auf gut ausgebauten Wegen einmal ganz umrunden.


Lindau: Perle der bayerischen Riviera

Insgesamt 13 Inseln gibt es im Bodensee. Neben der bekannten Blumeninsel Mainau ist auch besonders die Insel Lindau mit ihrem idyllischen Alpenpanorama im Hintergrund einen ausgedehnten Besuch wert. Auf den 68 Hektaren befindet sich zum größten Teil die malerische Altstadt der Stadt Lindau, deren Wurzeln fast 1200 Jahre zurückreichen und die sich im Laufe der Jahrhunderte auch aufs Festland ausbreitete.

Auf den Straßen und Plätzen der historischen Altstadt geht es heute bunt und geschäftig zu: Man findet viele Gelegenheiten zum Flanieren, Plaudern oder Einkehren. Aber nur wenige Schritte abseits von Weinstuben, Bars und Pubs wird es still: Romantische Gässchen und verträumte Höfe gestatten tiefe Einblicke in die traditionsreiche Seele der Stadt. Die liebevoll restaurierten Altstadthäuser bilden immer wieder die Kulisse für verschiedene Veranstaltungen vom Kinderfest über die Hafenweihnacht bis zum Insel-Karneval.
 

Anziehungspunkte

Besondere Sehenswürdigkeiten der Insel-Stadt sind etwa das Alte Rathaus mit Elementen aus Gotik und Renaissance, das barocke Haus zum Cavazzen (in dem sich heute auch das Stadtmuseum befindet), der Diebsturm, der Mangturm und die mehr als 1000 Jahre alte Peterskirche.

Die Hafenanlage aus der Mitte des 19. Jahrhunderts gilt noch heute als eine der schönsten am ganzen Bodensee. Zusammen mit dem 33 Meter hohen Leuchtturm wacht ein sechs Meter hoher bayerischer Löwe über die Einfahrt. Neben dem Seefahrtszeichen leuchten nachts im Lindauer Hafen aber auch noch mehr als 6000 weitere Lichter, die den Hafen in einem ganz besonderen, märchenhaften Glanz erstrahlen lassen. Ideale Voraussetzungen, um hier auch selbst einmal anzulegen ...     flo

Der märchenhaft anmutende »Diebsturm« auf Lindau ist ein Teil der alten Stadtbefestigung und wurde lange als Gefängnis genutzt.
Die romantisch beleuchtete Hafeneinfahrt Lindaus bei Nacht.
Die üppige Malerei an der Fassade des alten Lindauer Rathauses stellt die Geschichte der Stadt dar.
Fotos: Shutterstock (2), Gerhard Giebener/Pixelio(2)