Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Sächsische Wunderwelten
Sächsische Schweiz
Es hat schon etwas ganz besonders Romantisches an sich, wenn man sich von Dresden kommend mit der Bahn auf die Reise durch das sächsische Elbtal begibt, die Orte Pirna, Wehlen, Rathen und Königstein passiert, um im Kurort Bad Schandau Unterkunft zu beziehen. Ein idealer Ausgangspunkt, um eine der atemberaubendsten Landschaften Deutschlands mit Leib und Seele aufzusaugen und um tief in die Seele der Sächsischen und Böhmischen Schweiz vorzustoßen.
Gemeinsam hat man sich längst um die internationale Anerkennung als UNESCO-Weltnaturerbe beworben, um künftig in einem Atemzug mit dem Grand Canyon oder auch den Victoriafällen genannt zu werden. Durchaus zu Recht, denn die geologische Einzigartigkeit auf kleinstem Raum sucht wahrhaft ihresgleichen.
Einzigartig unter den Mittelgebirgen ist in der Sächsischen Schweiz der ständige Wechsel von Ebene, Schluchten, Bergen und Fels mit einem größtenteils erhaltenen Wald. Auf dem Gebiet des 93 Quadratkilometer großen Nationalparks und des 287 Quadratkilometer großen Landschaftsschutzgebietes bieten sich dem Besucher unendliche Möglichkeiten des Naturerlebens. Ob auf Erkundungen zu Fuß oder mit dem Fahrrad, die Weite des Raumes macht jeden Besuch zu einem faszinierenden Erlebnis.
Inspiration der Frühromantik
Wir begeben uns auf den Weg durch den sächsischen Teil des Felsenmeeres. Schon die Künstler der Frühromantik ließen sich von den bizarren Formationen und malerischen Flusslandschaften zu Werken vollkommener Schönheit inspirieren. Vor allem Caspar David Friedrich trug die Impressionen mit seinen Gemälden weit durchs Land und beleuchtete die Sächsische Schweiz aus zum Teil spektakulären Blickwinkeln.
Im Jahr 1813 verbrachte Friedrich mehrere Monate lang in dem kleinen Ort Krippen und ließ die Eindrücke auf sich wirken. Wohl jeder hat schon einmal Caspar David Friedrichs bekannteste Naturdarstellung bewundert, auf der das Neurathener Felsentor in allen Schattierungen und Lichteffekten, die ein Naturschauspiel nur bieten kann, eindrucksvoll verewigt wurde.
Freiheit pur
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebte die Sehnsucht nach Romantik in neuen Perspektiven des Menschen in seinem natürlichen Lebensraum neu auf. Ambitionierte Künstler wie Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner oder auch Fritz Bleyl schüttelten hier, auf den verschlungenen Pfaden und schroffen Felsen, den schmalen Treppen und unwegbaren Stiegen die zivilisatorischen Zwänge ab und durchdrangen die faszinierende Landschaft mit größtmöglicher Intensität.
Bereits im 18. Jahrhundert von den Malern als Inspiration entdeckt, ist der heute 115 Kilometer lange „Malerweg“ von Pirna aus als Rundweg eingerichtet worden und macht Lust, sich den Werken der Künstler anzunähern.
Märchenlandschaften
Im Frühjahr 1931 begab sich der dänische Dichter Hans Christian Andersen auf eine Reise nach Deutschland und berichtete nach seiner Rückkehr von besonderen Schönheiten, die er in der Nähe von Dresden aufgespürt hatte. Melancholie, Fantasie und Realität vermischten sich für Andersen im Geist der Natur. Seine Eindrücke schilderte Andersen in zahlreichen Erzählungen und machte die Sächsische Schweiz damit „unsterblich“.
Glanzpunkt Falkenstein
Für Kletterer und erfahrene Wanderer, aber auch für Erholungssuchende stellt der Falkenstein ein echtes sportliches und optisches Highlight dar. Der markante Fels erhebt sich 378 Meter über dem Meeresspiegel und ragt wuchtig und majestätisch in die Landschaft empor. Er markiert den Beginn der Schrammsteine, die inzwischen weltbekannt geworden sind und Besucher von nah und fern immer wieder in ihren Bann ziehen.
Die alte Bastei
Den Abschluss eines jeden Besuches in der Sächsischen Schweiz sollte die Basteibrücke bilden. Inmitten der zauberhaften Landschaft um den Luftkurort Rathen herum liegt das wildromantische Basteimassiv, das mit seiner steinernen Brücke einen spektakulären Blickfang bietet.
Die Eindrücke im sächsischen Reich der Steine sind mannigfaltig und prägen mit ihrer Schönheit, Ruhe und Beschaulichkeit das Innenleben eines jeden Naturfreundes. Das beeindruckende Panorama begleitet den Besucher auf seinem Heimweg und ermöglicht häufig sogar den Zugang zu vielleicht lange verschlossenen Pfaden der eigenen Seele.
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