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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Rekordjagd auf Rollen

Seit 18 Jahren lockt „Starlight Express“ die Massen nach Bochum

Bochum ist gemeinhin nicht gerade als Kulturmetropole bekannt, auch wenn Herbert Grönemeyer dieser Stadt schon in den 80er-Jahren sein ganz persönliches musikalisches Denkmal gesetzt hat. Und doch ist Bochum genau das. Denn in diese Stadt fahren musicalbegeisterte Menschen ausgesprochen gerne, seit dort am 12. Juni 1988 Andrew Lloyd Webbers „Starlight Express“ Deutschlandpremiere feierte.

Auch wenn zu Beginn niemand auch nur annähernd mit einem solch gigantischen Erfolg der Produktion rechnen konnte, gibt es im April 2006 ein ganz besonderes Jubiläum zu feiern: In diesem Monat wird der 11 111 111. Besucher im eigens gebauten „Starlight Express“-Theater erwartet! Damit ist es derzeit das erfolgreichste Musical der Welt an einem festen Spielort. Selbst die Shows im Londoner Westend und am Broadway in New York können mit diesen Rekordzahlen nicht mehr mithalten.

Die Mischung macht’s

Doch wie schafft es das Stück, die Menschen auch nach so vielen Jahren immer noch in Bann zu ziehen und stets neu zu verblüffen? Genau kann diese Frage wohl niemand beantworten, denn planbar ist so ein enormer Erfolg kaum. Im Gegenteil, zum Start wurde eine Laufzeit von rund fünf Jahren prophezeit. Und doch bietet das Stück alles, was ein märchenhafter Abend braucht: eine mitreißende Geschichte, erstklassige Darsteller, eine atemberaubende Show, viele treue Fans und nicht zu vergessen die Musik zwischen zauberhaften Balladen und rockigen Songs.

Das Musical begeistert die Zuschauer auf der ganzen Welt, und doch ist die Show in Bochum mit Abstand die technisch ausgefeilteste und aufwändigste. Nur hier wurde ein eigenes Theater gebaut, welches zu den weltweit größten und waghalsigsten Konstruktionen im Musiktheater zählt. Über 1100 qm Bühnenfläche im Stil eines Rollschuhparcours verteilen sich auf drei Ebenen mit einer Höhendifferenz von mehr als sieben Metern. Hinzu kommt eine 280 m lange Rollbahn, die sich mitten durch Zuschauerränge und Parkett zieht, so dass die Zuschauer hautnah den Fahrtwind der Skater spüren.

Ein Erlebnis für Zuschauer und Darsteller

Für ein besonderes Theatererlebnis sorgt auch die anspruchsvolle Lichtgestaltung mit über 10 000 Lichtpunkten als Sternenhimmel und in den Bühnenboden eingelassenen Leuchtstoffröhren als Eisenbahnschwellen. So werden die 26 Tänzer und Sänger auf Rollen stets ins rechte Licht gesetzt.

Für viele Musicaldarsteller ist es inzwischen Ziel ihrer Karriere, einmal zum Ensemble dieses Musicals zu gehören. Obwohl schon das drei-monatige Training vor der ersten Show die Darsteller an ihre körperlichen Grenzen führt, hat sich dieser Traum in den vergangenen 18 Jahren für mehr als 500 Künstler erfüllt.

Die Rennszenen gehören für jeden der Tänzer zu den schwierigsten Anforderungen seiner Karriere. Deshalb sucht Rollschuhtrainer Michal Fraley, der seit Beginn für die Rennen und die Stunt-Szenen verantwortlich ist, jedes Jahr systematisch nach Tänzern mit hervorragenden akrobatischen Fähigkeiten, denn immerhin rasen die Darsteller mit bis zu 60 km/h über die Bahnen. Seit dem letzten Jahr gehören mit Joey Egan aus Irland und Adam Nazarko aus England zwei Skateprofis zum Ensemble, die mit besonders spektakulären Stunts und Tricks begeistern.

Die Weltmeisterschaft der Lokomotiven

Doch bei all den Effekten und Rekorden soll natürlich nicht ver gessen werden, dass auch und gerade die Geschichte selbst es ist, die die Zuschauer rührt und mitreißt. Sie spielt im Traum eines kleinen Jungen, wo die Lokomotiven und Anhänger seiner eigenen Spielzeugeisenbahn lebendig und menschlich werden.

Zur Weltmeisterschaft der Lokomotiven fahren Züge aus aller Welt in den Bahnhof ein: der charmante „Bobo“ aus Frankreich, der strenge „Hashamoto“ aus Japan, der ICE „Ruhrgold“ … Auch die junge Dampflok „Rusty“ ist dabei, doch da sie technisch schon lange nicht mehr auf dem neuesten Stand ist, hat sie gegen ihre modernen Herausforderer wohl keine Chance. Und doch hat gerade Rusty im entscheidenden Rennen ihren großen Auftritt!

Express-Infos

Die Vorstellungen finden Mittwoch
bis Sonntag im „Starlight Express“-Theater Bochum statt.
Karten können telefonisch unter (01 80) 5 15 25 30 (ecotel, 12 Ct./Min. aus dem Festnetz der Deutschen Telekom) oder unter www.kartenkaufen.de bestellt werden.

Weitere Infos finden Sie unter:
www.starlight-express.de

jp

Fotos: Jens Hauer