Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Politaktivist und Musiker
CD-Tipp: Der toskanische Musiker, Autor und Maler Lorenzo Cherubini alias Jovanotti bringt mit „Safari“ eine akustische Weltreise heraus.
Aufgenommen wurde „Safari“ in Studios in Los Angeles, Rio de Janeiro, Hannover, Mailand, Bologna und Cortona. Dieser Städtemix und natürlich die Mitarbeit verschiedener Gastmusiker wie des amerikanischen Songschreibers Ben Harper, der Reggae-Paten Sly & Robbie oder der Bossa-Nova-Legende Sergio Mendes gaben diesem Album seine multikulturelle Note.
Der 1966 geborene Lorenzo Cherubini ist einer der wenigen italienischen Künstler seiner Generation, der über die Grenzen seines Landes hinaus bekannt ist. Sein Künstlername „Jovanotti“ leitet sich übrigens vom Plural des italienischen Wortes „Giovanotto“ (junger Mann) ab.
Junger Mann, was nun?
1987 begann Lorenzo bei dem Radiosender „Radio Deejay“ in Mailand zu moderieren. In dieser Zeit entstand auch sein Debütalbum „Jovanotti for President“, das Rap in Italien bei der breiten Masse populär machte. Als erster italienischer Videojockey von MTV avancierte Lorenzo zum Star der „Paninari-Generation“ der jungen italienischen Spaßgesellschaft.
Politische Statements
Sein Umbruch vom Rap zu Songs fand mit seinem Album „Giovanni Jovanotti“ statt, auf dem unter anderem Billy Preston und Keith Emerson mitspielten. In den frühen 90ern gründete Lorenzo sein Musikkollektiv wie auch sein eigenes Label „Soleluna“. Gleichzeitig begann er, politisch aktiv zu werden.
Mit seiner Single „Cuore“ bezog Lorenzo Stellung zur Ermordung des Richters Giovanni Falcone. Auch sein im selben Jahr erschienenes Album „Lorenzo 1992“ enthielt immer mehr gesellschaftspolitische Themen.
Mit seinem „Serenata Rap“ wurde Lorenzo auch im übrigen Europa und in Lateinamerika bekannt. Diese Popularität nutzte er für die „Drop the Debt“-Kampagne („Streicht die Schulden!“), die sich für den Schuldenerlass der Dritten Welt einsetzt. 1998 nahm Lorenzo zusammen mit Bono und Bob Geldof an einer Podiumsdiskussion im Rahmen des G8-Gipfels teil und veröffentlichte mit „Il grande Boh!“ sein drittes und zugleich erfolgreichstes Buch.
„Safari“ ist ein perfekt durcharrangiertes Funk-Rock-Pop-Rap-Balkan-Album, gepaart mit starken politischen und sozialen Kommentaren, und ist ruhiger als seine Vorgänger.
kh




