Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Perle der Schwarzmeerküste.
Sie bereichern sich gegenseitig auf wirtschaftlicher, politischer, wissenschaftlicher, kultureller und kirchlicher Ebene: Partnerstädte. In dieser Ausgabes stellen wir Ihnen Varna vor. Das Seebad am Schwarzen Meer ist seit 1966 Partnerstadt von Rostock und einen Besuch wirklich wert.
Varna ist nach Sofia und Plovdiv die drittgrößte Stadt in Bulgarien und zugleich mit etwa 350.000 Einwohnern die größte an der bulgarischen Schwarzmeerküste. Wer sich auf die Spuren der Geschichte begeben möchte, ist hier ebenso richtig, wie derjenige, der sich auf ausgiebige Museumsbesuche, Festivals oder unbeschwerten Badespaß freut – schließlich besitzt Varna nicht nur eigene Traumstände, sondern liegt auch in unmittelbarer Nähe zu weiteren Ausflugszielen an der nördlichen Schwarzmeerküste.
Varna ist nicht nur ein beliebtes Seebad, sondern genießt auch den Ruf einer bedeutsamen Hafenstadt, die auf Grund ihrer wirtschaftlichen und kulturellen Bedeutung oft als »die Meereshauptstadt von Bulgarien« bezeichnet wird.
Ein Nationalbewusstsein wird geschaffen.
»Bulgarische Wiedergeburt« – das ist der Begriff, den die Geschichtsschreibung für die Epoche der »Nationalen Befreiung Bulgariens« fand, eine Befreiung, die in drei Phasen eingeteilt wird: in die frühe Periode (von 1762 bis ins beginnende 19. Jahrhundert), die mittlere (von den Osmanischen Reformen 1820 bis zum Krimkrieg) und eine späte, die zum Ende der osmanischen Fremdherrschaft im Jahre 1878 führte.
Erst nach diesem Akt der Befreiung war es für die Stadt überhaupt möglich, sich von alten Fesseln zu befreien und endlich europäische Vorbilder, vor allem im Bereich der Architektur, zu adaptieren. Hinzu kam, dass ein Großteil der Türken und Griechen die Stadt verließ und viele Bulgaren aus allen Teilen des Landes hierher zogen. Das Stadtbild Varnas war (und ist) schließlich anziehend, nicht zuletzt wegen der vielen luxuriösen Geschäfte, die sich nach und nach etablierten, der sauberen Straßen, der großen Plätze, der großzügigen Grünanlagen und der vielen Festivals, die hier veranstaltet werden.
Inspirierende Geschichte und Kultur.
Varna ist modern und zugleich auf charmante Weise alt: Vor mehr als 7.000 Jahren wurde die Stadt erstmals besiedelt. Hiervon zeugt der älteste Goldschatz der Menschheitsgeschichte, der in der Chalkolith-Nekropole von Varna entdeckt wurde und heute im Archäologischen Museum, einem der größten Museen des Landes, zu besichtigen ist. Nebenbei bemerkt wurde Varna im 6. Jahrhundert v. Chr. zu einer griechischen Kolonie, die Geschichtsfreunden unter dem Namen Odessos bekannt sein müsste.
Auch die freigelegten Römischen Thermen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. lassen die Vergangenheit lebendig werden. Die Römischen Bäder befinden sich im Zentrum der Stadt und gelten als größter öffentlicher Antik-Bau des Landes, wobei erwähnt werden sollte, dass sie erst in der Neuzeit konserviert und restauriert wurden. Gut ist das ehemals 18 Meter hohe Mineralbad zu erkennen, das mehrere, von Kuppeln überdachte Säle umfasste, die mit Marmor und Mosaikplatten ausgestattet waren.
Doch das, was der »moderne Mensch« als wahren Wohlstand empfindet, ereilte die Stadt erst ab dem 17. Jahrhundert: prächtige Gebäude und Straßenzüge, die das Auge verwöhnten. Das 19. und 20. Jahrhundert waren sogar von noch größerer Bedeutung für die Entwicklung des Stadtbildes, denn es kamen zu dieser Zeit besonders viele Meisterwerke der bulgarischen Architektur hinzu.
Zweifelsohne ist der monumentale und imposante Bau der Kathedrale »Entschlafung der Gottesmutter« aus dem Jahre 1896 heute der städtische Mittelpunkt. Aber auch das Innere glänzt mit interessanten Wandmalereien und beachtlichen Holzarbeiten. Des Weiteren gilt das Stadttheater nach Wiener Vorbild mit neogotischer Fassade als besonders schöner Bau, der das Städtebild eindrucksvoll bereichert.
Mit dem Vergnügen auf Du und Du.
Welch ein Pluspunkt, dass sich Varna nicht nur optisch viel versprechend präsentiert, sondern dass die vergnügliche Seite des Lebens hier ebenfalls nicht zu kurz kommt! Sowohl die Stadt als auch der 18 Kilometer entfernt gelegene Goldstrand mit seiner einmaligen Natur, dem malerischen Wald, dem sauberen Meer und den heilkräftigen Mineralquellen beherbergen in der Saison mit einer großen Zahl von 4- und 5-Sterne-Hotels etwa drei Millionen Gäste pro Jahr.
In Varna finden nicht nur verschiedene Theater-, Film- und Musik-Festivals statt, nein, die Hafenstadt lädt auch zum Bummeln und Einkaufen ein. Da die Stadt praktisch niemals schläft, ist es noch möglich, nach einem langen Tag am Strand abends ein Restaurants, ein Café, eine Bar oder eine Diskothek aufzusuchen. Längst gilt Varna als eine der größten Vergnügungsmetropolen Bulgariens und bietet jungen Menschen, die sich nach Unterhaltung sehnen, genau das Richtige.
Welch ein Park!
Auch der sich an der gesamten Küste entlangziehende »Meerespark« von Varna begeistert Jung und Alt, gehört er doch zu den wohl schönsten Anlagen Bulgariens. Das 1908 von europäischen Park-Architekten im englischen Stil angelegte Terrain umfasst große Alleen, entlang derer Büsten von National-Helden wirkungsvoll Akzente setzen. Außerdem bietet der Park zahlreiche Unterhaltungsmöglichkeiten, zu denen unter anderem ein Planetarium, ein Zoo, ein Aquarium, ein Delfinarium, eine Sternwarte, ein Sommer- sowie ein Amphitheater, mehrere Caféterrassen, Spielplätze und letztendlich zahlreiche Museen gehören.
Man kann nicht gerade sagen, dass es ein Katzensprung von Deutschland nach Varna ist. Aber die Reise lohnt sich – und nicht nur für jene, die »partnerstädtische« Gedanken hegen … chris







