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Donnerstag, 24. Mai 2012
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„Paris ist Frankreich“

Paris

Zu Besuch in der Seine-Metropole

Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris.“ Mit diesem Satz war sich der deutsche Dichter und Journalist Heinrich Heine schon Anfang des 19. Jahrhunderts darüber im Klaren, dass der Aufenthalt in der Weltstadt sein Denken maßgeblich prägen sollte.
Im Jahr 1831 entschloss sich Heine, Deutschland zu verlassen, und im Mai zog er als Korrespondent nach Paris. Hier verbrachte er den Rest seines Lebens, und hier lernte er seine spätere Lebensgefährtin Crescence Eugénie
Mirat kennen. Heine starb am 17. Februar 1856 und wurde drei Tage später auf dem Friedhof von Montmartre beigesetzt. Aber auch beim weit gereisten Johann Wolfgang von Goethe hinterließ die Stadt einen bleibenden Eindruck: „Paris ist Frankreich“, so sein fasziniertes Fazit.

Stadt der Träume
Bis heute hat die Millionenstadt nichts von ihrer Anziehungskraft verloren. Mehr als 25 Millionen Touristen strömen jährlich aus aller Welt in die französische Hauptstadt, über 15 Millionen Übernachtungen zählen die Pariser Hotels jährlich. Sie alle stürzen sich auf die rund 160 Museen, 200 Kunstgalerien, 100 Theater und mehr als 600 Kinos oder lassen sich vom überwältigenden Anblick historischer Monumentalbauten inspirieren. Kaum eine andere Stadt wurde so oft gefilmt, fotografiert, gemalt, besungen, verehrt oder in literarischen Werken verewigt wie Paris.

Und auch kaum eine andere Stadt war so häufig Auslöser romantischer Träumereien und Schauplatz kühner Taten. Neben den zahlreichen weltbekannten Museen und Monumenten trägt auch der Pariser Lebensstil, der geprägt ist von gutem Essen, exzellentem Rotwein, Straßencafés, Zigarettenrauch und romantischen Episoden, zum legendären Ruf der Kulturhauptstadt bei. Und bei jedem Besuch eröffnet sich ein neues und viel zu facettenreiches Bild, als dass man es treffend in Worte fassen könnte.

Notre Dame und die Seine
Die „Île de la Cité“ ist das historische und geografische Zentrum der Stadt. Die Kulisse wird dominiert von der berühmten Kathedrale Notre Dame, deren Grundstein bereits 1163 gelegt wurde und die insgesamt 150 Jahre auf ihre Fertigstellung warten musste. Vor der gotischen Kathedrale bietet der Place du Parvis einen beeindruckenden Blick auf das Bauwerk, dessen mittelalterliche Geschichte nicht zuletzt durch die Dichtungen Victor Hugos am Leben gehalten wird. Am Fuße der Kathedrale kann man eine der zahlreichen Barkassen auf der Seine besteigen und ungewohnte sowie überaus reizvolle Perspektiven vom Fluss aus genießen.

Palais de Justice, Place de la Concorde oder auch Champs
Elysées heißen einige der Stationen auf dem Weg zum Tour Eiffel, dem Eiffelturm, der neben dem Arc de Triomphe das Pariser Wahrzeichen schlechthin darstellt. Über den Sinn der eigenwilligen Stahlkonstruktion, die 1889 zur Weltausstellung vom Ingenieur
Alexandre Gustave Eiffel gebaut wurde, kann man sicherlich streiten. Seine touristische Bedeutung für die Hauptstadt Frank-reichs ist hingegen unzweifelhaft. Der Eiffelturm, zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch das höchste Gebäude der Welt, misst mit seiner Antennenspitze knapp 321 Meter und wird jährlich von rund 6 Millionen Besuchern belagert.

Kunst und Kultur
Im ehemaligen Dorf Montmartre kann man auf den Spuren bekannter Künstler des 20. Jahrhunderts wandeln sowie von der nahe gelegenen Treppe der Basilika Sacré-Cœur den herrlichen Blick auf Paris genießen. Oder man stattet im weitläufigsten Museum der Welt, dem Louvre, der „Venus von Milo“ oder Leonardo da Vincis „Mona Lisa“ einen Besuch ab. Glaspyramide, Renaissancepalast und Museum der Superlative – der Louvre setzt weiterhin weltweit Maßstäbe. Wenn der Hunger an Kunst und Kultur endlich gestillt ist, bleibt vielleicht sogar noch die Möglichkeit für einen kleinen Abstecher nach St. Denis.

Eine große Liebe
Am besten saugt man das besondere Flair der Seine-Metropole in einem der zahllosen Cafés auf und macht sich mit der Liebenswürdigkeit der „Parisiens“, den Bürgern der Stadt, vertraut. So wird es am Ende eines jeden Paris-Aufenthaltes unvermeidbar sein, dass man mit einem prall gefüllten Rucksack wertvoller Erinnerungen und reichem Wissen zu seinen Freunden und Kollegen zurückkehrt. Die Sängerin Josephine Baker, die in Missouri geboren wurde und lange Jahre in Paris verbrachte, bekannte freimütig: „Ich habe zwei große Lieben – meine Heimat und Paris.“

Doch man muss sicher nicht gleich ein ganzes Leben an der Seine verbringen, um zu verstehen, was Baker mit ihren Worten zum Ausdruck bringen wollte.

nawe

Weitere Infos unter
http://deutsch.pidf.com

Fotos: Florian Neumann