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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Mitten im richtigen Film

Der Filmpark Babelsberg bietet Illusionen zum Anfassen.

Die Fans der Daily-Soap »Gute Zeiten – Schlechte Zeiten« (GZSZ) kommen auf ihre Kosten. Einmal selbst durch die Straßen gehen, in denen sich sonst ihre Vorabendhelden bewegen, einmal einen Blick durchs Fenster in die Räume werfen, in denen sonst die Schauspielerinnen und Schauspieler von GZSZ ein- und ausgehen.

Im Filmpark Babelsberg können Besucher von Jung bis Alt selbst miterleben, wie Film und Fernsehen gemacht werden. Sie können bei Bär und Tiger von Janosch Boot fahren, historische Orte besichtigen wie beispielsweise die Halle, die nach dem Filmklassiker »Metropolis« benannt wurde und rasante Stunt-Shows sehen.

Babelsberg – ein Name mit langer Tradition
»Rings um dieses Gelände befand sich ein ziemlich weites, völlig freies Feld, sodass die Sonne in der Tat von früh bis spät das Grundstück beschien«, erinnert sich Guido Seeber in seinem Buch »Als Babelsberg entstand« und fährt fort: »Der Zustand des Gebäudes selbst war beinahe baufällig, (...), sodass eine völlige Renovation erforderlich wurde. Aber die Umstände, (es) für eine Filmfabrikation herzurichten, erschienen außerordentlich günstig.«

Diese günstigen Gegebenheiten führten also dazu, dass in der ehemaligen Kunstblumenfabrik ein neues Glashaus gebaut wurde und ab Februar 1912 dort der erste Stummfilm, der Film »Der Totentanz« mit Asta Nielsen in der Hauptrolle, gedreht wurde. Ein weiterer Meilenstein folgte 1926 mit dem großartigen Film
»Metropolis« von Fritz Lang, für den ein Großatelier errichtet wurde, das immer noch europaweit zu den größten seiner Art zählt.

Als 1928 der Tonfilm seinen unaufhaltsamen Siegeszug begann, zögerte man in Babelsberg nicht lange. Die meisten Gebäude waren für Tonaufnahmen auf Grund des Steinfußbodens und der daraus entstehenden akustischen Verhältnisse unbrauchbar. Innerhalb kürzester Zeit entstand mit dem »Tonkreuz« ein für Jahre richtungweisendes Tonstudio. Die Anlage, deren Grundriss ein Kreuz ist, existiert heute noch, kann besichtigt werden und erfüllt, ausgerüstet mit der jeweils modernsten Tontechnik, alle Anforderungen.

Von der Diktatur zur Selbstbestimmung
Anfang der dreißiger Jahre bestanden die Filmstudios Babelsberg aus 42 Gebäuden und 440 Sonderräumen. Die Nationalsozialisten ließen hier neben ausgesprochen politischen Propagandafilmen wie »Jud Süß« und »Hitlerjunge Quex« auch rund 1000 Spielfilme mit Stars wie Hans Albers und Marlene Dietrich drehen, die mehr oder weniger offensichtlich die Interessen und Inhalte der menschenverachtenden Nazi-Politik transportierten. Die Besitzer der Filmstudios wurden zum Verkauf gezwungen und die Studios so praktisch verstaatlicht.
Mit Restriktionen hatten die Studios auch nach dem Krieg zu kämpfen. Zwar entstanden unter dem Dach der später gegründeten DEFA auch systemkritische Filme wie »Paul und Paula« sowie »Spur der Steine«, doch wurden sie bereits nach wenigen Tagen vom DDR-Regime verboten. Inzwischen spielen die Studios im wahren Sinn international wieder mit – Produk­tionen wie »Der Vorleser« mit Kate Winslet oder Roman Polanskis »Der Ghostwriter« belegen das eindrucksvoll.

Und »Action«!
Was den Zuschauer bei einem Besuch im Filmpark Babelsberg erwartet, ist deutlich mehr als nur die Kulisse für eine Serie. An dieser Stelle können deshalb nur einige der dort gebotenen Attraktionen erwähnt werden. Mit anderen Worten: Ein paar Stunden Zeit sollte man für einen Besuch in jedem Fall mitbringen.

Die Stunt-Show zeigt täglich in einem Vulkankrater Stunts von professionellen Akteuren. Sie werden Zeuge von atemberaubenden Verfolgungsjagden, Autounfällen, Motorradsprüngen, Kampfszenen und Stürzen aus großer Höhe. Der 15 Meter hohe Vulkan ist mit einer Schicht Spritzbeton ummantelt und erhielt von den Babelsberger Kunstmalern eine eindrucksvolle Gesteinsanmutung.

In der Filmtier-Show beweisen die berühmten Tiertrainer Astrid und Gerd Harsch ihr Können und ihre Schützlinge zeigen in einer 30-minütigen Show ihr Talent. Im 4-D-Actionkino wiederum können Sie das seltene Erlebnis haben, nicht nur dreidimensional zu sehen, sondern dazu noch in hydraulischen Sesseln zu sitzen, die sich synchron zum Gesehenen bewegen. Als Zugabe gibt es noch Wind und Nebel.

Nervenkitzel und interessante Infos
Für die jüngeren Gäste gibt es nicht nur den Besuch im verlockenden multimedialen Traumland bei Tiger und Bär von Janosch, sie können auch beim Sandmännchen hinter die Kulissen gucken. Liebevoll werden die Puppen gestaltet, um dann für die Stop-Motion-Filme eingesetzt zu werden. Jeder einzelne Gesichtsausdruck erfordert genaue Handarbeit. Aber auch beim Sandmännchen kommt die große Technik zum Einsatz. Die Besucher können erleben, wie mithilfe eines Green-Screen vor der grünen Wand gefilmt wird und dank dieser Technik später im Film dann verschiedene Hintergründen erscheinen, die nachträglich montiert werden können.

Für die Freunde der großen Spannung und des Nervenkitzels gibt es die Möglichkeit, das U-Boot Boomer zu besuchen, das dem Film »Hostile Waters« entstammt. Armaturen und Kommandozentrale wie auch Teile des Kommandoraumes sind aus originalen U-Boot-Teilen zusammengesetzt. In einem simulierten Tauchgang voller Dramatik brauchen Sie allerdings starke Nerven. Wassereinbrüche, Notsignale, Nebel und Lichtsignale treiben die Spannung hoch und geben einen Eindruck der dramatischen Ereignisse, als 1986 ein russisches Atom-U-Boot mit einem amerikanischen zusammenstieß und eine Katas-
­trophe drohte.

Außerdem erleben Sie mit, wie Fernsehbeiträge gemacht werden, können den Kostümmachern, den Stuckateuren, den Visagisten in der Maske und den Filmbildnern auf die Finger schauen, können mit einer Bahn das Filmgelände und die prominentesten Stellen besuchen, sich über zukünftige Projekte informieren und noch vieles, vieles mehr.

Apropos: Ein ganz besonderer Bonbon erwartet die Gäste am 24. Juli im Rahmen der Langen Babelsberger Filmparknacht unter dem Motto »Night of Action«. Also, reinschauen lohnt sich immer im Filmpark Babelsberg.bth

Tauchen Sei in den Wilden Westen oder andere Filmwelten ein.
Die Stunt-Show im Vulkan - Action pur.
Treffen Sie die Helden aus Film und Fernsehen.