Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
Meine Gesundheitsapotheke
Mit Sehnsucht erwartet
Frühlingsanfang
Die meisten lechzen schon nach der ersten milden Frühlingssonne und warten mit Ungeduld darauf, dass wieder die Blumen blühen!
Ein schöner Spaziergang in der Natur – das wärs jetzt!
Ist Ihnen auch schon aufgefallen, wie viele Menschen den Sommer zu heiß und drückend, den Herbst zu stürmisch und regnerisch und den Winter zu kalt und ungemütlich finden? Aber haben Sie jemals jemanden sagen hören, dass er den Frühling nicht mag? Denn er ist es, der derart deutlich ein Gefühl der Hochstimmung in uns weckt und uns hinauslockt ins Freie, um zu bestaunen, was sich unter und über der Erde regt!
Und deshalb möchten wir Sie an drei Orte entführen, an denen es im Frühling besonders schön ist. Als Erstes legen wir Ihnen den Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf ans Herz. Denn er ist einzigartig: nicht nur Begräbnisstätte, sondern auch Parkanlage, Stätte der Begegnung und ein über die Grenzen Hamburgs hinaus geschätztes Kulturdenkmal.
Ohlsdorf – Der größte Parkfriedhof der Welt
Mit seinen 400 Hektar, 3,5 Kilometern Länge und 1,5 Kilometern Breite ist er nicht nur der weltgrößte Parkfriedhof, sondern zugleich auch Hamburgs größte Grünanlage. Hier gedeihen 450 Laub- und Nadelgehölzarten und die Teiche und Bäche sind reich an verschiedenen Wasservogelarten – eine Oase der Ruhe inmitten der belebten Metropole.
Eine wahre Ruhe-Stätte
Es war 1874, als ein Großteil von Hamburg-Ohlsdorf aufgekauft wurde, um auf diesem Gelände einen der größten Friedhöfe der Welt entstehen zu lassen. Drei Jahre später öffnete der Friedhof dann seine Pforten. Der Landschaftspark beeindruckte von Anfang an alle Besucherinnen und Besucher. Verständlich, dass Wilhelm Cordes, der erste Friedhofsdirektor, immens stolz auf „sein Ohlsdorf“ war.
Heute bestehen etwa 400 000 Grabstellen mit ca. 200 000 Grabmalen. Aufgrund seiner insgesamt 17 Kilometer Fahrstraßen erschließen zwei Buslinien diesen Friedhof.
Kunst und Kultur
Der Friedhof Ohlsdorf ist geprägt durch traditionelles Kunsthandwerk und eine bedeutende Kulturgeschichte, die an vielen historischen Grabmalen und Plastiken ablesbar ist. So ist auch die Hamburger Stadtgeschichte durch eine Vielzahl bedeutender Menschen gegenwärtig, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben, unter ihnen Bürgermeister, Senatoren, Dichter, Musiker, Maler und Schauspieler.
Zu den Sehenswürdigkeiten gehören u. a. das von Wilhelm Cordes entworfene Hauptgebäude von 1911, die Grabstätte von Romantik-Maler Otto Philipp Runge (1777 – 1810), das Cordes-Denkmal, das 1920 zu Ehren des ersten Friedhofsdirektors eingeweiht wurde, das Grab von John Jahr, dem Mitbegründer des Hamburger Verlags Gruner & Jahr, und nicht zuletzt der Rosengarten, in dem im Sommer an die 3000 Rosen blühen.
Parkfriedhof Ohlsdorf
Fuhlsbüttler Straße 765, 22337 Hamburg
www.friedhof-hamburg.de/ohlsdorf
Öffnungszeiten
November – März: 8 – 18 Uhr,
April – Oktober: 8 – 21 Uhr
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Schlosspark Ludwigslust
Die Fahrt geht weiter Richtung Osten und wir besuchen das Schloss Ludwigslust, um genauer zu sein: den Ludwigsluster Schlosspark. Er ist dank seiner Wasserspiele, seiner Gartenarchitektur und den dendrologisch, d. h. baumkundlich, betrachteten Besonderheiten nicht nur einer der schönsten im Norden Deutschlands, sondern mit seinen etwa 130 Hektar auch der ausgedehnteste Landschaftspark Mecklenburgs. Die barocke Parkanlage wurde unter Christian Ludwig II. in den Jahren 1731 – 1735 angelegt.
Immer ein Vergnügen
Zu jeder Jahreszeit, aber ganz besonders jetzt im Frühling, lädt der Schlosspark zu weitläufigen, gemütlichen Spaziergängen ein und bietet dem Besucher immer wieder einen wundervollen Ausblick über weite Wiesen, spiegelnde Wasserflächen und eine Vielzahl von alten und seltenen Bäumen und Ziersträuchern wie z. B. Sumpfzypressen und Magnolien sowie Schneeglöckchen und urige Mammutbäume.
Doch nicht nur die Flora des Schlossparks ist sehenswert; auch eine Reihe von Bauwerken lässt den Besucher staunen. Und da der Ludwigsluster Schlosspark nahezu gespickt ist mit Sehenswürdigkeiten, werden die Besucher anhand von zahlreichen Übersichtstafeln, Objektschildern und Wegweisern ermuntert, auch die weniger bekannten Ecken und Winkel des weitläufigen Parks zu erkunden und die Hauptwege zu verlassen.
Ein stil-voller Spaziergang
Kunst- und kulturhistorisch interessant sind nicht nur die im Stil der Neogotik errichtete katholische Kirche oder das von der ägyptischen Baukunst beeinflusste Louisen-Mausoleum von 1809, sondern auch das Denkmal für Herzog Friedrich (1788), das Pferdedenkmal, das Herzog Friedrich Franz I. 1790 für sein Lieblingspferd erbauen ließ, oder die katholische Kirche „St. Helena“, die 1806 – 1809 gebaut wurde und als erster neogotischer Backsteinbau Mecklenburgs gilt. Ein weiteres Highlight des Parks ist ohne Zweifel das Schweizerhaus, das 1789/90 als Landhaus für Herzogin Louise entstand.
Dem damaligen Zeitgefühl und Modegeschmack folgend ließ der Hofbaumeister es im Landhausstil errichten, d. h. als Fachwerkhaus mit Reetdach. Für die Herzogin wurde dieses Haus schnell zum Lieblingsort und sie bewohnte das reich ausgestattete Gebäude bis zu ihrem Tode im Jahre 1808.
Schlosspark Ludwigslust
Schlossfreiheit, 19288 Ludwigslust
www.schloss-ludwigslust.de
Öffnungszeiten des Schlosses
15. April – 14. Oktober: täglich 10 – 18 Uhr
15. Oktober – 14. April: Dienstag – Sonntag und Feiertag 10 – 17 Uhr
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Botanischer Garten der Universität Ulm
Der Botanische Garten der Universität Ulm wurde 1981 gegründet und liegt südöstlich von ihr, am Oberen Eselsberg. Mit seinem 28 Hektar großen Freigelände gehört dieser Botanische Garten zu den größten Universitätsgärten in Deutschland.
Als zentrale Einrichtung der Universität Ulm hat der Botanische Garten natürlich in erster Linie Aufgaben in den Bereichen der wissenschaftlichen Forschung und Lehre zu erfüllen. Daher stehen für den studentischen Unterricht eine Vielzahl dokumentierter Pflanzensammlungen sowie Versuchsflächen im Freiland und in den Gewächshäusern zur Verfügung. Doch der Botanische Garten betreibt darüber hinaus eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, um auch den Bereich der Umweltbildung zu unterstützen und zu stärken.
Von außen
In die Freifläche des Botanischen Gartens sind in etwa 6 Hektar natürliche Waldgesellschaften sowie ca. 7 Hektar Wiesenflächen integriert. Hier befinden sich wertvolle Biotopflächen wie z. B. krautreiche Magerwiesen und Halbtrockenrasen, Feuchtbiotope, eine Dreifelderwirtschaft mit seltenen Ackerwildkräutern sowie Hecken und Feldgehölze. Daneben lassen sich im südlichen Bereich u. a. das Rosarium, der Bauerngarten, die Nutzpflanzenabteilung und die Streuobstwiese bestaunen. In der Nähe der Gewächshäuser befindet sich der „Neue Apothekergarten Ulm“, in dem über 200 verschiedene Heilpflanzen wachsen.
All diese Flächen werden natürlich nach ökologischen Kriterien bewirtschaftet. Schließlich dienen sie Biologiestudenten für ökologische Praktika, Kurse und zur Durchführung von Diplomarbeiten und Dissertationen. Was aber nicht heißen soll, dass ein Spaziergang durch den Botanischen Garten für „Nicht-Studenten“ nicht entspannend und erholsam sein kann! Hier können Sie genauso durch die Natur schlendern und sich an Pflanzen sattsehen, wie in einer „normalen“ Parkanlage auch.
nach innen
Unbedingt ansehen sollten Sie sich auch die Gewächshausanlage des Botanischen Gartens, die aus drei Anzuchthäusern und zwei tropischen Gewächshäusern besteht. Auf einer Gesamtfläche von 1000 m2 werden in den Tropenhäusern hauptsächlich tropische Nutzpflanzen, Epiphyten der amerikanischen Tropen und Subtropen sowie Farne und Ananasgewächse kultiviert.
Im temperierten und Kalthaus-Bereich sind Kakteen, Wolfsmilchgewächse und andere Sukkulenten zu finden. Ständig werden die Sammlungen aufgrund von Forschungsreisen und dem Austausch von Pflanzen mit anderen Gärten erweitert und ergänzt, sodass sich ein Besuch immer wieder lohnt.
Botanischer Garten Ulm
Botanischer Garten der Universität Ulm
Oberer Eselsberg, 89081 Ullm
www.biologie.uni-ulm.de/garten
Öffnungszeiten
März – Oktober: täglich 9 – 20 Uhr,
November–Februar: täglich 9 – 15.30 Uhr
Die Gewächshäuser sind dienstags und donnerstags 9 – 12 Uhr u. 13 – 15 Uhr sowie jeden 1. Sonntag im Monat 14 – 16 Uhr (außer feiertags) geöffnet.
chris









