Artikel rund um das Thema Reisen und Kultur

 
Sie sind hier: Reise & Kultur / Artikel
Donnerstag, 24. Mai 2012
...

Mit scharfer Klinge

„Die drei Musketiere“ als beeindruckendes Bühnenwerk am Berliner Theater

Es geht um Freundschaft, Ehre, Gerechtigkeit und natürlich um Liebe. Seit April 2005 schwingen im Berliner Theater des Westens Athos, Porthos und Aramis als die „3 Musketiere“ im gleichnamigen Musical ihre Degen. Gerade wurde das Stück wieder als eines der besten Musical-Produktionen in Deutschland ausgezeichnet. Ein Beweis mehr, dass das Thema des schon unzählige Male verfilmten 200 Jahre alten Buches von Alexandre Dumas auch heute noch aktuell ist.

Zur Geschichte

D’Artagnan, ein junger, noch ungestümer Edelmann, verlässt sein Elternhaus, um der Elite­truppe des Königs Ludwig XIII. beizutreten. Der sitzt in Paris im Jahr 1626, noch jung und unerfahren, auf dem Thron Frankreichs. Am Ziel seiner Reise angekommen lernt d’Artagnan die drei Musketiere Athos, Porthos und Aramis kennen. Sie nehmen ihn in ihren Kreis auf. D’Artagnan begegnet auch Constance. Sie ist das Kammerfräulein von Königin Anna, und er verliebt sich auf den ersten Blick in sie. Gemeinsam geraten sie in das Intrigenspiel des Kardinal Richelieu und seiner Handlangerin Milady de Winter. Der heimtückische Kardinal hält im Hintergrund die Fäden der Macht über Frankreich in seinen Händen. Er plant, den unerfahrenen König für seinen persönlichen Feldzug gegen die französischen Hugenotten zu missbrauchen. D’Artagnan, seine königstreuen Gefährten und Constance stürzen sich in ein gefährliches Abenteuer, um dem Widersacher das Handwerk zu legen.

Besetzung und Musik

Insgesamt 46 Darsteller bilden unter der Regie von Paul Eenens das Ensemble und 30 Songs aus der Feder der Komponisten-Brüder Bolland & Bolland („Rock me Amadeus“ und „Jeanny“) führen durch das Musical-Abenteuer. In den Hauptrollen zu sehen sind neben Patrick Stanke als d‘Artagnan auch Pia Douwes als intrigante Milady de Winter, Uwe Kröger als machtgieriger Kardinal Richelieu sowie die Musketiere Marc Clear (Athos), Christian Schleicher (Porthos) und Mathias Sanders (Aramis).

Alles auf einer Bühne

Die vielen Schauplätze, dargestellt in 26 Bühnenbildern, verleihen dem Musical einen fast filmischen Charakter. Die Bühnenbilder selbst werden mit riesigen Projektionen kombiniert, die das gesamte Set einrahmen.

„Innerhalb von Sekunden haben wir die Möglichkeit, die Bühne in verschiedene Schauplätze zu verwandeln. So wechseln wir in einer Szene in Sekundenschnelle von einem kleinen, beinahe intimen Bühnenbild zu einem beeindruckenden Blick über Paris. In einer anderen Szene befinden wir uns soeben noch in einem gemütlichen Straßentheater, plötzlich segelt ein Schiff in schwerer See über die Bühne“, begeistert sich Eric van der Palen, Architekt und Theaterdesig­ner des Stücks.

Nicht nur die vielen verschiedenen Bühnenbilder machen das Musical zu einer Augenweide, auch die aufwändigen Kostüme der Schauspieler machen das Stück einzigartig.

Es gibt insgesamt rund 350 Kostüme und 250 Paar Schuhe. Kostümdesigner Yan Tax: „Wir wollten keine Rekonstruktion des 17. Jahrhunderts auf die Bühne bringen. Die Outfits sind vielmehr eine Mischung aus der Silhouette des 17. Jahrhunderts mit modernen Röcken und Hosen. Sozusagen eine Fantasie aus 2005 mit Anklängen an das 17. Jahrhundert.“

Alexandre Dumas

Alexandre Dumas wird am 24. Juli 1802 in der Nähe von Paris geboren. Nach einer kurzen Laufbahn als Büroangestellter beginnt er, Schauspiele zu schreiben. Der große Durchbruch gelingt Dumas mit seinen historischen Romanen. Er macht fünf Jahrhunderte der französischen Geschichte für seine Leser zugänglich. Zwar ordnet er die historischen Tatsachen dem Unterhaltungswert unter, doch versteht er es, Historie spannend zu vermitteln. Seine populärsten Werke sind „Die Bartholomäusnacht“, „Der Graf von Monte Christo“ und die Musketier-Triologie. In den 40er- und 50er-Jahren des 19. Jahrhunderts ist Dumas eine der bekanntesten und beliebtesten Persönlichkeiten von Paris. Er lebt auf großem Fuß, und trotz seines Erfolgs steht er immer kurz vor dem Ruin. So muss er sein pompöses Schloss, kurz nachdem er es fertig gestellt hat, schon wieder verkaufen. Zuletzt wird es ruhig um den großen Schriftsteller. Er schreibt immer weniger und hat noch mehr finanzielle Probleme. Am 5. Dezember 1870 erliegt Alexandre Dumas einem Herzinfarkt.

just

Fotos: Brinkhoff/Mögenburg