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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Maria - ohne C

CD-Tipp

Denn es ist nicht alles Callas, was glänzt. Wenn zwei herausragende Diven aufeinandertreffen, muss dies nicht immer in einem Konkurrenzkampf enden. In diesem Fall ergibt sich daraus eine wunderbare Symbiose. Cecilia Bartoli beleuchtet auf ihrer neuen CD „Maria“ das musikalische Leben Maria Mali­brans (1808 – 1836), der Lichtgestalt der Romantik.

Die Ausnahmesängerin Maria Malibran, euphorisch gefeiert von der damaligen Presse, entstammt der hochmusikalischen Familie García. Bereits im Alter von acht Jahren absolvierte sie ihre ersten Auftritte an der Seite ihres Vaters, des Tenors Manuel García. Ihre unvergleichliche Bühnenpräsenz und ihr breit gefächertes Repertoire ließen sie zu der gefeierten Diva avancieren, deren musikalische Spuren sich bis heute verfolgen lassen. Sie gilt mit ihrer musikalischen Leidenschaft und ihrem bewegten Privatleben als Archetyp der romantischen Frau, leidenschaftlich, aber auch emanzipiert. So lebte sie über Jahre in „wilder Ehe“. Ein tragischer Reitunfall setzte ihrem kurzen Leben ein jähes Ende.

Mit viel Gefühl interpretiert
Cecilia Bartolis CD „Maria“ ist eine musikalische Auseinandersetzung mit der romantischen Epoche Maria Malibrans. Um das vergessene Klangbild jener Zeit zu rekonstruieren, wurden Original-Notentexte hinzugezogen. Bei der Umsetzung konnte sich Cecilia Bartoli auf ihr profundes musik­historisches Wissen stützen, das über 400 Jahre Konzerthistorie umfasst.
Seit fast 20 Jahren ist Cecilia Bartoli auf allen angesehenen Konzert- und Opernbühnen weltweit erfolgreich. Schon früh wurde ihr Talent erkannt und gefördert, unter anderem durch Herbert von Karajan. Bekannt wurde sie durch populäre Rollen von Rossini und Mozart, widmete sich dann aber weniger bekannten Werken, wie von Paisiello. Für Furore sorgten ihre Aufnahmen mit wiederentdeckten Opernarien von Vivaldi, Gluck und Salieri. kh

Fotos: Universal