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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Kopfnüsse.

Täglich liegen sie uns auf der Zunge: kluge Redewendungen für alle Lebenslagen. Doch was steckt dahinter?

Die Aufmunterung »Kopf hoch!« kann man getrost wortwörtlich nehmen. Denn nur der, der etwas »erhobenen Hauptes« tut, handelt mit Stolz, Selbstachtung und Würde.
Wer dagegen »den Kopf hängen lässt« zeigt schon durch seine Körperhaltung, dass ihm das Leben eine Last ist, der er sich nicht gewachsen fühlt.


Nie das Brett in den Sand stecken!
Und wenn man ganz konkret ein solides hölzernes »Brett vor dem Kopf« hätte, sähe man in der Tat gar nichts mehr – auch die naheliegendsten Dinge nicht. Diese Redewendung wurde jedoch nicht von Menschen-, sondern von Ochsenköpfen inspiriert. Den Ochsen nämlich hängten die Bauern früher tatsächlich ein Brett vor die Augen, wenn sie als Zugtiere ins Joch gespannt wurden. So ließen sich die störrischen Tiere leichter führen und waren weniger schreckhaft.
Die Tierwelt stand auch Pate, wenn wir jemanden mit den Worten »Nun steck doch nicht gleich den Kopf in den Sand!« dazu ermutigen, sich unangenehmen Tatsachen zu stellen: Schon in der Antike hieß es über den Vogel Strauß, dass er bei Gefahr einfach seinen Kopf im Sand ver­graben würde, weil er meine, dann nicht gesehen zu werden. Tatsächlich aber haben die Menschen das Verhalten des Tieres einfach nur ungenau beobachtet und falsch interpretiert: Bedingt durch Luftspiegelungen oder hohes Gras scheint es von fern so, als würde der Straußenkopf in der Erde verschwinden, wenn die Vögel etwas vom Boden aufpicken.

Was hat mein Kopf auf dem Kasten?
Lange vor Anbruch des Computerzeitalters war es bereits üblich, den Kopf als eine Art Festplatte zu begreifen. Nur sprach man früher von »etwas auf dem Kasten haben«, weil die menschliche Stirnregion im Mittelalter auch »kaste« genannt wurde.
Mit der körpereigenen Festplatte Kopf kann allerlei passieren: Ungewollte Datenverluste etwa haben zur Folge, dass wir uns als »Hohlkopf« fühlen, der bestimmte Dinge gerade »einfach nicht im Kopf hat«. Wenn wir dagegen »den Kopf schon völlig voll haben« mit einer bestimmten Aufgabe, dann erreicht unsere natürliche Speicherkapazität ihre Grenze: Uns geht einfach »nichts mehr in den Kopf«, daher müssen wir uns alle weiteren Pläne »aus dem Kopf schlagen« … was natürlich nicht wortwörtlich gemeint ist!mimu

Illustrationen: Gerrit Hansen