Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Irgendwo in Tokio
Nach ihrem erfolgreichen Debütroman »Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß« gibt Hiromo Kawakami in ihrem neuen Buch »Herr Nakano und die Frauen« Einblicke in den fragilen Mikrokosmos eines Trödelladens und seiner Belegschaft.
Auf der Suche nach Arbeit findet die junge Hitomi eine Anstellung in dem Trödelladen des Herrn Nakano. Hier, in einer winzigen Seitenstraße Tokios, zwischen Schalen, alten Nähmaschinen, Brieföffnern und anderem Krempel befindet sich ein ganz eigenes Universum, zu dem die Zeit keinen Zutritt zu haben scheint.
Der kleine Laden ist Treffpunkt einer eigenwilligen Gruppe von Menschen. Neben Hitomi und Herrn Nakano, dessen Herz nicht nur für alte schöne Dinge, sondern auch für junge schöne Mädchen schlägt, finden sich hier noch seine Schwester Masayo, der mit Mitte fünfzig die große Liebe begegnet, seine Geliebte Sakiko, die Herrn Nakano um ein Haar als Einsatz beim Glücksspiel verliert, und sein Angestellter Takeo zu einem subtilen Kammerspiel ein.
Die Entdeckung der Langsamkeit
Während der alltäglichen Zusammenarbeit beginnen Herr Nakano, Hitomi und Takeo sich langsam und tastend näherzukommen. Takeo verliebt sich in Hitomi, ist aber zu schüchtern, ihr seine Liebe zu gestehen. Der Trödelladen avanciert hierbei zur Bühne, in deren Kulisse die Autorin scheinbar beiläufig Details wie Farben, Klänge oder Lichtstimmungen einfließen lässt. Doch jede Kleinigkeit birgt eine Bedeutung, das Gesagte hat hier genauso viel Gewicht, wie das Unausgesprochene und trägt letztlich wie ein Puzzlestück zum Gesamtbild bei.
Info:
Hiromi Kawakami
Herr Nakano und die Frauen
Roman
Übersetzt aus dem Japanischen von
Ursula Gräfe, Kimiko Nakayama-Ziegler
Verlag: Carl Hanser Verlag
224 Seiten, Fester Einband
ISBN-10: 3-446-23274-5
ISBN-13: 978-3-446-23274-7
Preis: ca. 17,90 Euro
Erschienen: Februar 2009


