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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Immer auf dem Sprung

Die Gymnastik- und Tanzlehrerin Christiane Biallowons-Quest.

Auch wenn Tanzen viel mit dem Ausdruck der eigenen Gefühle zu tun hat und die Bewegungen zu einem gewissen Teil instinktiv und wie von selbst ablaufen, gibt es doch viele Grundlagen und Techniken, die man zusätzlich erlernen muss, um sich weiterentwickeln zu können. Sowohl im privaten als auch im professionellen Bereich.

Christiane Biallowons-Quest hat es sich mit ihrem »Kieler Institut für Gymnastik & Tanz« (KIGT) zur Aufgabe gemacht, diese Fundamente der Tanzkunst weiterzugeben. Und zwar nicht nur an aktiv Tanzende, sondern besonders auch an solche, die später selbst einmal Gymnastik-Unterricht geben möchten.

Vom Sport zum Tanz
Ihre Leidenschaft für Bewegung führte sie anfangs als Sportlehrerin an ein Gymnasium, wo sie Jugendliche im Rahmen des Lehrplanes für körperliche Aktivitäten zu begeistern wusste. Nach einiger Zeit spürte sie aber, dass ihr Herz ganz dem Tanz gehörte. Ein Umstand, der mit der Arbeit an einer staatlichen Schule auf Dauer nicht zu vereinen war. So wechselte Christiane Biallowons-Quest 1976 an die Ellen-Cleve-Schule, eine renommierte Kieler Tanz-Einrichtung. Dort arbeitete sie voller Begeisterung über viele Jahre mit, stieg sogar zur Leiterin der
Schule auf.

Zusätzlich engagiert sie sich bis heute im Ellen-Cleve-Kreis e. V., der die Arbeit der Ellen-Cleve-Schule auf Vereinsbasis unterstützt. 1989 wurde die Ellen-Cleve-Schule jedoch in ihrer bisherigen Form geschlossen.

Spaß an der Lehre
Sie sah die große Lücke, die die Ellen-Cleve-Schule hinterlassen hatte und entschloss sich bald, sie selbst zu füllen: 1990 gründete sie das »Kieler Institut für Gymnastik & Tanz« und kann in diesem Jahr schon das 20-jährige Jubiläum der erfolgreichen Idee feiern.

Neben einem Laienbereich, in dem sich jedermann in Rhythmischer Gymnastik, Tänzerischer Früherziehung (ab 3 Jahre), Kreativem Kindertanz (ab 5 Jahre), Ballett (ab 6 Jahre), Modern Theater Dance (ab 7 Jahre), Jazztanz (ab 10 Jahre), Modern Dance/New Dance, Stepptanz, Folklore, Pilates oder Flamenco üben kann, hat das KIGT noch einen weiteren Schwerpunkt: Es wurde durch das zuständige Ministerium des Landes Schleswig-Holstein als Berufsfachschule anerkannt und ist somit berechtigt, staatlich geprüfte Gymnastiklehrer/innen (wie Christiane Biallowons-Quest auch selbst eine ist) auszubilden.

Vorbildliche Ausbildung
Mit den vielfältig spezialisierten Mitarbeitern des Instituts sorgt sie für eine besonders umfangreiche, berufsbezogene Ausbildung. Die dreijährige Lehre ist in sechs Semester gegliedert. Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Gymnastik, Tanz, Musik, Sport und aktuellen Bewegungstrends wie Hip Hop oder Pilates. Zu den theoretischen Grundlagen gehören Sportmedizin, Pädagogik, Trainingslehre, Theorie und Geschichte der Gymnastik und des Tanzes sowie politische Bildung. Ein halbjähriges Praktikum im letzten Semester führt die Auszubildenden ganz konkret in die Arbeitswelt ein.

Die moderne Gymnastiklehrerin findet ihre Aufgaben in der Förderung von Entwicklung, Gesundheit, Kreativität und Leistungsfähigkeit der Menschen. Entsprechend weitläufig ist das Berufsfeld: Sportvereine und Fitness-Studios, Tanzschulen, Kindergärten, private Schulen, Volkshochschulen, Kliniken und therapeutische Einrichtungen bieten passende Stellenprofile.

Voneinander lernen
Die Auszubildenden werden im »Kieler Institut für Gymnastik & Tanz« schon früh mit in die Organisation von Events, Workshops und internationalen Meetings einbezogen, denn auch dies kann zum Alltag einer Gymnastiklehrerin gehören. Beispielsweise während des Internationalen Kieler Gymnastiktreffens zur Kieler Woche, das vom Ellen-Cleve-Kreis initiiert wurde und bei dem seit 1958 Gymnastik-, Tanz-, und Sportgruppen aus vielen Ländern zu gemeinsamen Vorführungen zusammenkommen. Zur diesjährigen 52. Ausgabe reisten unter anderem Teilnehmer aus den USA, Finnland, Schweden, Estland und den Niederlanden an, um sich in spielerischen, fantasie- und anspruchsvollen Darbietungen weniger zu messen als vielmehr zu vereinen.

Ganz persönlich
Beim Unterricht für Tänzer legt Christiane Biallowons-Quest stets besonderen Wert auf individuellen Unterricht. Die kleinen Gruppen werden nach Alter und Niveau eingeteilt, sodass eine möglichst persönliche fachliche Betreuung und Förderung ermöglicht wird. Renommierte Gast-Dozenten bringen über Fortbildungsangebote laufend zusätzliche Impulse und Ideen mit ins Institut, von denen alle Beteiligten profitieren.

Auch der immer noch sehr aktive Ellen-Cleve-Kreis e. V. bietet ständig neue Workshops und Vorträge der Stars der Szene, bei denen jedem deutlich wird, wie spannend der Beruf einer Gymnastik- und Tanzlehrerin sein kann.

Weitere Informationen unter
www.kigt.de flo

Schauspielerisches Talent ist unerlässlich, um ausdrucksstark tanzen zu können.
Auch von unvermeidbarer Büroarbeit lässt sich Christiane Biallowons-Quest den Spaß am Tanz nicht nehmen.
Fotos: Kieler Institut für Gymnastik & Tanz (4)