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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Ik snack Platt, du ok?

Niederdeutsch und seine Ursprünge

Das Niederdeutsche, landläufig bekannt als Plattdüütsch, erfreut sich längst wiedergewonnener Beliebtheit und ist weitaus mehr als die Sprache des „platten Landes“. Namengebend ist dabei nämlich eher die Tatsache, dass sie der Tonart „deutlich, verständlich, frei heraus“ zuzuordnen ist.

Was der „Platt-Snacker“ mit beispielsweise dem Schwaben gemeinsam hat, ist der Umstand, dass der eine den anderen schwer oder womöglich gar nicht versteht. Was sie aber unterscheidet ist, dass der Süddeutsche in Mundart bzw. Dialekt „schwäbelt“, der Norddeutsche sich aber einer eigenständigen Sprache bedient.

Das Plattdüütsche hat wiederum selbst viele Dialekte, die z. B. in Norddeutschland, Südjütland und den nordöstlichen Niederlanden neben Hochdeutsch, Hochdänisch und Hochholländisch gesprochen werden.

Nu sech mol, wie wer dat nu mit die „Schwertmänners“?

Die älteste überlieferte Form ist das Altniederdeutsche oder auch Altsächsische, also die Sprache des mittelalterlichen, germanischen Stammes der Sachsen, genannt „Saxones“ (abgeleitet von „Sax“, Hiebschwert). Die klassische Epoche des Niederdeutschen reicht bis ins 16. Jahrhundert; es avancierte zur Weltsprache der politischen Vorherrschaft des norddeutschen Hansebundes.

Doch dann drang das Hochdeutsche von Süden nach Norden vor, so dass sich zunächst eine Zweisprachigkeit entwickelte.

In den gehobenen Schichten ersetzte Hochdeutsch erst Latein als Schriftsprache, dann übernahm man es schließlich für die gesprochene Sprache. Niederdeutsch aber blieb zunächst die Sprache des Volkes, litt zunehmend unter dem Ruf des Minderwertigen und wurde dann sogar regelrecht verboten. – To’n Glück is dat nu allns wedder in d’Loot!

Platt snackt ward överall

Es ist präsent in Medien, Kirche, Bühnen, Hochschulen und so manchem Wohnzimmer. In den Bücherregalen gesellt sich „Harry Potter un de Wunnersteen“ zu „Asterix un de Wikingers“ .

Heute verfügen ca. 10 Millionen Menschen über gute Platt-Kenntnisse – u. a. in den nördlichen Bundesländern, aber auch in so genannten niederdeutschen Sprachinseln z. B. in Polen, Dänemark, Südamerika, Australien und Südafrika.

1999 ist Deutschland der „Europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen“ beigetreten, somit wird von amtlicher Seite für die aktive Pflege Sorge getragen (z. B. soll es in norddeutschen Lehrplänen verankert werden). Wenn es auch keine einheitliche Schreibweise gibt, ist und bleibt „dat Platt“ lebendige Sprache.

Und wie lebendig, zeigt die plattdeutsche Morgenplauderei „Hör mal ’n beten to“, die die Hörer des NDR seit 1956 mit knackigen Beiträgen begeistert, u. a. aus der Feder der einmaligen Ina Müller, die im Folgenden vorgestellt wird.

tide

Foto: TASH