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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Hier peept’s aber richtig

Rund um die Reeperbahn

Die Reeperbahn in St. Pauli gilt nicht erst seit Hans Albers’ Klassiker als eine der sündigsten Meilen der Welt. Hier kann man(n) fast alles haben, von der Table-Dance-Bar bis zum Sex-Shop. Eine Sperrstunde gibt es hier nicht. Gleichzeitig weist die Bezeichnung Reeperbahn auf das arbeitsreiche Leben am Hafen hin: Hier stellten Seilmacher und Reepschläger ihre Schiffstaue, die Reepe, her.

Durch die Einführung der Dampfschifffahrt Anfang des 19. Jahrhunderts kamen auch zunehmend Matrosen nach Hamburg und St. Pauli wurde zum Vergnügungsviertel. Das führte wiederum zu einem wahren Boom für Bordelle und Kneipen. Die ersten Bordelle in Hamburg entstanden schon im 13. Jahrhundert. Bereits 1841 gibt es in St. Pauli 20 Bordelle und 151 registrierte Dirnen.

Seeleute und Prostitution

Um 1900 wird die Herbertstraße von der Hamburger Stadtverwaltung zur „geschlossenen Wohnanlage für Prostituierte“ erklärt, in der der „Zutritt für junge Männer unter 18 und Frauen verboten“ ist. Wo früher die Matrosen nach den Strapazen langer Reisen ihre Sehnsucht nach einer Frau stillten oder die langen Nächte auf der Reeperbahn verspielten und verzechten, haben heute die Touristen die sündige Meile erobert.

Das älteste Gewerbe der Welt

Fast jeder kennt es, das „älteste Gewerbe der Welt“. Der Handel mit käuflicher Liebe hat eine noch längere Tradition als der Handel mit Gewürzen. Prostitution ist kulturübergreifend und zählt neben dem Priesteramt zu den ältesten Berufen. Welcher Art die Liebesdienste sind, bestimmen die jeweiligen kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnisse.

Während im Altertum Prostitution in engem Zusammenhang mit Mythos und Religion stand, herrschte im Mittelalter ein eher ambivalentes Verhältnis zu diesem Gewerbe: Prostitution wurde zwar aus wirtschaftlichen Gründen geduldet, gleichzeitig aber zeitlich und örtlich begrenzt.

Schon damals gab es zu diesem Zweck zahllose Badehäuser und Bordelle. Für die Aus­übung ihres Gewerbes mussten die Huren bis ins 19. Jahrhundert hinein ein bestimmtes Kleidungsstück oder Erkennungszeichen tragen und eine Hurensteuer zahlen.

Auf den Spuren der Huren

Heute ist Prostitution legal und vom Staat als Berufstätigkeit anerkannt, ist doch ihr wirtschaftlicher Nutzen in Zeiten knapper Haushaltskassen ein wichtiger Faktor. So wirbt die Hamburg Tourismus GmbH auf ihrer offiziellen Website mit einer „Historischen Hurentour“, in der die Teilnehmer auf einer Wanderung durch St. Pauli sowohl Wissenswertes und Anekdoten über die Geschichte der Prostitution als auch zur aktuellen Situation der Prostitution in Hamburg erfahren.

Eine zweite Tour, „Häfen und Huren“, thematisiert während einer Barkassenfahrt die Geschichte der Prostitution im Zusammenhang mit dem Hamburger Hafen und zieht Vergleiche zu anderen Hafenstädten. Geführt werden beide Touren aber nicht von einer „echten“ Hure, sondern einer ausgebildeten Gästeführerin, die dafür allerdings eine echte historische Hurentracht trägt. mb

Buchungen und weitere Informationen zur Stadt Hamburg unter folgender Adresse:
Hamburg Tourismus GmbH
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Steinstraße 7, 20095 Hamburg
Telefon (0 40) 3 00 51-8 00
www.hamburg-tourismus.de

Fotos: Hamburg Tourismus GmbH