Artikel dieser Ausgabe aus Reise & Kultur
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Heroen und Hungerleider
Sprichwörter und Redewendungen
Täglich liegen sie uns auf der Zunge: Redensarten für alle Lebenslagen.
Doch wissen wir immer so genau, was wir da gerade sagen?
Die Mythologie der alten Griechen begleitet uns noch heute durch die Sprichwörterwelt.
Zum Beispiel dann, wenn wir einen »Augiasstall ausmisten«, also gründlich aufräumen. Sei es in einer völlig verschlampten Wohnung – oder mit politischer Korruption. Vorbild war ein Rinderstall mit stolzen 3000 Tieren, die dem König Augias gehörten. Dieser Stall war seit 30 Jahren nicht mehr gereinigt worden. Dann wurde der Halbgott Herakles mit dieser wenig schmeichelhaften Aufgabe betraut. Binnen eines einzigen Tages sollte er den riesigen Stall säubern. Das schien unmöglich. Herakles aber schaffte es, indem er zwei Flüsse in den Stall leitete, die allen Unrat kraftvoll fortspülten.
Höllisch schwierig!
Herakles leistete also echte »Sisyphusarbeit«! Oder? Nicht ganz. Er hat sein Ziel ja erreicht. Ganz im Gegensatz zum echten Sisyphus, der sich völlig sinnlos abmühte. Zur Strafe für einen Verrat am Göttervater Zeus wurde er in den Hades, Abteilung Tartaros (eine Art Hölle der alten Griechen) verbannt, wo er einen großen, schweren Felsbrocken einen steilen Berg hinaufwälzen musste. Und zwar bis ans Ende aller Tage. Denn kaum näherte er sich dem Gipfel, da rollte der Stein wieder in die Tiefe, und Sisyphus konnte von vorn anfangen.
Noch jemand litt in der Unterwelt echte »Tantalusqualen«. Das war Tantalus selbst. Er hatte die Allwissenheit der Götter auf die Probe gestellt und musste zur Strafe nun ewig an unerfüllten Sehnsüchten leiden: Bis zum Kinn stand er in einem Teich; doch immer, wenn er trinken wollte, senkte sich der Wasserspiegel. Direkt über seinem Kopf wuchsen saftige Früchte und Oliven; doch sobald er sie pflücken wollte, wirbelte ein Wind die Äste aus seiner Reichweite.
Von Fersen und Pferden
Im Hades gab es jedoch auch so nützliche Gewässer wie den Fluss Styx, in den Meeresgöttin Thetis ihren Sohn Achilles tauchte, um ihn unverwundbar zu machen. Irgendwo aber musste sie ihr Kind dabei festhalten, und so blieb die rechte Ferse des Kleinen vom Zauberwasser unberührt und damit angreifbar. Diese »Achillesferse« wurde ihm später im Trojanischen Krieg zum Verhängnis.
Troja selbst dagegen brachte ein hinterlistiges »Danaergeschenk« den Untergang. Das war das große hölzerne Pferd, in dem sich die feindlichen Griechen (auch »Danaer« genannt) versteckten. Heute steht dieses Pferd im Internet als sogenannter »Trojaner« für allzu sorglose Nutzer bereit.
mimu





