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Donnerstag, 24. Mai 2012
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Grüne Juwelen im Atlantik

Färöer Inseln

Wie türkisfarbene Edelsteine ragen die Färöer aus den kobaltblauen Fluten des Nordatlantiks. Auf der Landkarte kann man die 18 Hauptinseln leicht übersehen. Doch verpassen sollten Sie die gastfreundliche Bilderbuchwelt dort nicht.

Auf den Färöern begegnen sich Vergangenheit und Gegenwart. Ein Land, in dem man das Leben fühlen kann, wie es einmal war. Ohne dabei auf die Annehmlichkeiten des modernen Komforts verzichten zu müssen. Die etwas weniger als 50 000 Einwohner empfangen Sie mit einer Wärme und Gastfreundschaft, die anderswo so nur noch selten zu erleben ist.

Ähnlich wie Grönland sind die Färöer ein autonomes Gebiet mit engen Verbindungen zu Dänemark. Die Inselgruppe, die zu Beginn des 7. Jahrhunderts erstmals von Mönchen betreten wurde, steht unter dänischer Krone. Doch die Färinger, wie die Einheimischen bezeichnet werden, pflegen trotz der Beziehungen zum Königreich ihre eigene Sprache, ihren ausgeprägten Nationalcharakter und ihre traditionellen Feierlichkeiten. Fernab des europäischen Festlandes scheint die Welt noch in Ordnung zu sein.

Ein zauberhaftes Reiseziel
Die Landschaft der Färöer ist spektakulär und harmonisch zugleich. Flüsse und Bäche stürzen die Berghänge und Felsklippen hinab. Das von zahllosen Fjorden und Buchten geprägte Landschaftsbild lockt den Besucher zu ausgedehnten Wanderungen, aber auch zu Helikopterflügen zu den abgelegeneren Inseln. Überall nimmt man Kontakt zur Natur auf.

Vor allem durch die Ursprünglichkeit gibt es auf den Färöer Inseln viele wilde Pflanzenarten wie Blütenpflanzen, Flechten und Moose. Bäume findet man jedoch kaum. Dafür wird man auf Schritt und Tritt von den beliebtesten Inselbewohnern begleitet, den Heerscharen von Schafen.

Auch Bootstouren zu den zahlreichen Vogelklippen bieten eindrucksvolle Perspektiven. Wenn man Glück hat, erspäht man die beliebten Papageitaucher auf den Felsformationen. Und immer wieder führen die Wege weg von aller Hektik, die auf den jahrhundertealten Pfaden liegenzubleiben scheint. Auch die frische, saubere Luft hier sucht ihresgleichen. Und nimmt man sich die Zeit, von den steilen Hängen auf den Atlantik zu blicken, dann wird die hier erfahrene Stille geradezu mit Händen greifbar.

Mildes Klima im hohen Norden
Durch die Nähe zum Golfstrom ist das Klima auf den Färöern trotz der nördlichen Lage recht mild, aber feucht und wechselhaft. In den bewohnten Küstengebieten sinkt selbst im Winter die Temperatur kaum unter die Null-Grad-Grenze. Allerdings steigen die Temperaturen auch im Sommer nur selten auf mehr als 15 °C. Aber das reicht den Färingern völlig, um sich in einer der kleinen Badebuchten in die Fluten zu stürzen. Für das Frösteln entschädigt eine Flora und Fauna, die dank ihrer entlegenen Lage noch weitgehend unbelastet von anderen Einflüssen geblieben ist.

Die kleinste Hauptstadt der Welt
Tórshavn ist mit nur 19 000 Einwohnern die kleinste Hauptstadt der Welt. Die Infrastruktur der von der Fischerei geprägten Hafenmetropole ist, genau wie in allen anderen Orten der Inseln, so modern und effektiv wie die bunten Holzhäuser traditionell und romantisch sind. Abgesehen von den Sommermonaten ziehen eigentlich nur selten Touristenströme durch die historische Altstadt Tórshavns. Und wenn, dann sind es meist europäische Fußballfans, die das Erlebnis Färöer mit einem Länderspiel verbinden. Oder andersherum. Seit 1979 spielen die „Nordlichter“ mit auf der europäischen Bühne. Selbst dort haben sie sich ihren einzigartigen, bescheidenen Charakter bewahrt und sind der ganze Stolz ihres Landes.

Kunst und Kultur
Neben den faszinierenden Erlebnissen in freier Natur geizen die Färöer auch nicht mit Kunst und Kultur: Museen und Kulturabende, regionale Feste mit Tänzen, Jahrmärkten und Sportveranstaltungen, traditionelle Ruderwettbewerbe, die mitunter an die Tradition des Walfangs erinnern, aber auch Musikfestivals und Konzerte in Kirchen und Theatern unter freiem Himmel. Den Höhepunkt bildet dabei das große Kunst- und Kulturfestival im August.

So fern und doch so nah
Obwohl die Färöer mitten im Atlantik liegen, sind sie auf dem Luft- oder Seeweg relativ problemlos zu erreichen. Rund zweistündige Direktflüge gibt es von Kopenhagen und einigen skandinavischen Städten aus. Fähren verkehren wöchentlich zwischen Dänemark, Norwegen, den Shetland-Inseln und den Färöern.

In den wenigen Hotels, Pensionen und lauschigen Jugendherbergen sowie auf Campingplätzen findet der Besucher eine geeignete Unterkunft, um sich zwischen den anregenden Ausflügen zu einer der 18 Inseln zu erholen.

Information über die Färöer Inseln
www.visit-faroeislands.com

nawe

Fotos: Patrik Nawe